"Begünstigung des Täters"

Priklopil-Freund kommt vor Gericht

15. März 2010, 22:30
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    foto: apa/barbara gindl

    Priklopil-Freund Ernst H. im Blitzlichtgewitter der Medien im November 2009. Damals wurde noch wegen Mittäterschaft in dem Entführungsfall gegen ihn ermittelt.

Laut Wiener Staatsanwaltschaft muss sich Ernst H., Freund des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil, vor Gericht wegen Begünstigung des Täters verantworten

Wien - Natascha Kampusch selbst zeigte sich von der Entscheidung der Justizbehörden ziemlich unberührt: "Eine Anklage Ernst H.‘s wegen Begünstigung ändert an dem zugrundeliegenden Verbrechen, meiner Entführung, überhaupt nichts. Deshalb kann ich dazu nichts Weiteres sagen" , ließ sie den STANDARD Montagabend durch ihren Anwalt Gerald Ganzger wissen.

Davor hatte Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, einen Bericht der Presse bestätigt. Demnach hat Ernst H., - jener Freund des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil, der diesen am 23. August 2006 unmittelbar nach der Flucht der damals 18-Jährigen Kampusch fünf Stunden lang im Auto umherkutschierte -, eine Anklage wegen Begünstigung des Täters laut Paragraf 299 StGB zu vergegenwärtigen: Einer Strafbestimmung, die die "Absicht" voraussetzt, eine Person, die "eine mit Strafe bedrohte Handlung begangen hat" , der "Verfolgung oder Vollstreckung" der Strafe zu entziehen.

Der Strafantrag werde von der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht, sobald bürokratische Verrichtungen wie "Einjournalisierung, Gebührenbestimmung und Revisorüberprüfungen" abgeschlossen seien, sagte Jarosch. In "spätestens vier Wochen" werde H. ihn in Händen halten. Konkret wird dem 45-jährigen H. vorgeworfen, Priklopil während besagter Autofahrt - und nachdem er den Mann, der Kampusch acht Jahre lang in einem Keller eingesperrt hatte, in der Wiener Nordwestbahnstraße aussteigen ließ -, vor der Polizei geschützt zu haben. Priklopil hatte sich kurz danach auf die Schienen der Schnellbahn geworfen und war gestorben.

Drei Jahre, bis November 2009, hatte H. an der Version festgehalten, Priklopil habe ihm damals nur von Sorgen um seinen Führerschein erzählt. Nach der Wiederaufnahme der Ermittlungen im Juli 2009, die durch Mediendruck und auf Initiative des Ex-Verfassungsgerichtshofpräsidenten Ludwig Adamovich erfolgte, konzedierte H. schließlich, Priklopil habe ihm gegenüber eine "Lebensbeichte" abgelegt. Kurzfristig war er auch als Mittäter in Verdacht geraten. Im Jänner 2010 wurde dies von der Oberstaatsanwaltschaft Wien ausgeschlossen.

Adamovich sagt "gar nichts"

Adamovich wollte im Standard-Gespräch zu der Neuentwicklung "nichts, gar nichts" sagen.

Manfred Ainedter, Anwalt H.‘s, sah "den Tatbestand der Begünstigung keineswegs erfüllt" . Dafür sei "ein strenger Vorsatz nötig, der sich zum Beispiel darin zeigt, dass man jemanden vor der Polizei versteckt" - und den habe sein Mandant weder gehegt noch ausgeführt. Einem etwaigen Prozees - "ich habe wie gesagt noch keinen Strafantrag gesehen" - sehe er "gelassen" entgegen.

Kampusch-Anwalt Ganzger wiederum gab zu bedenken, "dass während der Autofahrt H.'s mit Priklopil wohl die Fahndungsaufrufe bezüglich Priklopil übers Radio gekommen sind" . Jetzt sei aber das Gericht am Wort.

Laut dem Presse-Bericht soll übrigens der Wiener Staatsanwalt Hans-Peter Kronawettter das Verfahren gegen H. führen. Nach Kampuschs Flucht hatte er den Fall innegehabt. Nach der Neuaufrollung hatte die Oberstaatsanwaltschaft Wien die Causa an sich gezogen - und sie jetzt an Kronawetter zurückgeleitet, um Strafantrag einzubringen. (bri, DER STANDARD, Printausgabe 16.3.2010)

Kommentar posten
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the falling man
00
16.3.2010, 16:43
da fällt mir eigentlich nur ein "sager" ein....

"polizeeeiiiii, fix nuamoiiii!!!!!!
video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=D_hVeu_2ijE
hoffentlich kriegt der jetzt auch seine gerechte vorstrafe ;-))

Almi66
31
16.3.2010, 12:53
Was ist denn aus dem Hilfsfonds von Natascha geworden

Taeusch ich mich, oder hat man davon nie wieder etwas gehoert. Arme Frauen sollten unterstuetzt werden und es war doch schon eine namhafte Summe eingegangen.

Da Frau Kampusch ja sonst alles so gerne medial ausbreitet, wuerde mich der Verbleib des Geldes interessieren. Vielleicht erzaehlt sie es uns ja in einer ihrer Sendungen.

Walter Kaiser
00
18.3.2010, 12:04
Was genau geht Sie das an?

AlBundyFan
 
01
16.3.2010, 14:48
wenn NK dauernd hinausposaunen würde

dann würde der vorwurf vieler, daß sie sich nach medialer aufmerksamkeit sehnt, vielleicht nicht jeder grundlage entbehren.

nur weil sie das eben nicht tut können sie garnicht entscheiden ob sie jemandem hilft oder nicht.

jaws
00
16.3.2010, 22:01

Ich bin Deiner Meinung.
!

Pferdefleischhauer Schlapota
45
16.3.2010, 10:12
lächerlich, da soll

wohl unbedingt noch ein bauernopfer gebracht werden...

belgma
 
33
16.3.2010, 08:24
lächerlich!

da lief so viel falsch. dann wollte man einen mittäter aus dem zylinder zaubern, das hat auch nicht geklappt.

damit's nicht heißt, wir tun nix, machen wir halt solche kaspereien und bringen ein bauernopfer!

Andreas Schmidt
30
16.3.2010, 07:39
Der Wappler mag seine Nina mehr als die Kampusch

Und wieder gibt es keine Ruhe in diesem Fall und die Kampusch wird nie die Schatten dieser furchtbaren Vergangenheit abschütteln können

mstislav raskachlovitsch
32
16.3.2010, 07:27
Der Adamovich hätte sich ZUERST.....

....ordentliche Beweise/Hinweise betreffend der Kampusch-Mama beschaffen und erst DANACH sein Sprücherl auslassen sollen........apropos: eine ausführliche, von mehreren ehemals ständig im Lokal anwesenden Personen getätigte Schilderung der Vorgänge im Dunstkreis der Familie (in Zeiten vor der Entführung!) liest man eigentlich nirgendwo, haben all diese Personen auch Angst von der Mutter wegen irgendwelcher Sager verklagt zu werden, oder haben die einfach kein Interesse an einer vollständigen Aufarbeitung dieses (mE immer noch nicht klar darliegenden) Falles?

trace route
33
16.3.2010, 11:27
An ein kleines Detail darf man allerdings schon erinnern:

Als Natascha Kampusch verschwand, wurde in mehreren Zeitungen ein Foto abgedruckt, in welchem das Mädchen in - naja sagen wir mal "nicht ganz kindgerechter Bekleidung" - gezeigt wurde.

Wer das Foto gesehen hat, wird wissen was ich meine...

Dieses Foto hat damals den Verdacht der Behörden in eine gewisse Ermittlungsrichtung gerichtet.

Warum über diese Thematik nicht berichtet wird, ist mir unklar.

Vielleicht war es ja bloß eine Faschings-Verkleidung, in welche die liebevoll sorgende Mutter ihr Töchterchen gesteckt hatte...

PS: Dieses Foto darf SEHR WOHL erwähnt werden, denn es war damals in vielen Zeitungen abgedruckt! Ich erinnere mich deswegen so genau, weil ich schockiert war und mir gedacht hatte "Oje, das arme Kind...!"

Arg-Wöhnisch
 
00
16.3.2010, 14:51
"Nicht ganz kindgerechte Bekleidung"...

... Das Foto erschien u.a. in einer Schweizer Zeitung mit einem do. Kommentar des renommierten österreichischen Kriminalisten Max EDELBACHER.

Dem kam es auch seltsam vor, das Outfit für ein etwa 10-jähriges Mädchen:
nackte Beine, Unterhemdchen, Reitpeitsche in der Hand...

Wie viele österreichische Mütter würden ihr Töchterchen SO auf einen "Kinderfasching" schicken ???
......


trace route
01
16.3.2010, 16:20
Mein Ausdruck "nicht kindgerecht" ist eigentlich etwas zu vorsichtig gewählt. Das Foto an welches ich mich erinnere, entsprach in der Tat Ihrer Beschreibung.

Ich frage mich, wieso Natasche Kampusch niemals zu diesem Foto befragt wurde? Da gab es dutzende Sendungen im TV, mit leicht selbstdarstellerischen Interviews wo Natasche nicht nur gefilmt wurde sondern auch mal umgekehrt den Interviewer filmte, sodass man fast den Eindruck einer im TV übertragenen Therapie-Stunde bekam... Aber wirklich interessante Fragen hat nie irgendwer gestellt. Zum Beispiel wie es zu diesem Foto kam. Dieses Foto war meiner Erinnerung nach der Grund, warum Kriminalisten meiner Erinnerung anfangs die Eltern im Verdacht hatten. Aber wie gesagt, Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht gibt es Mütter die ihre Kinder so zum Fasching herrichten? Viele Mütter kenne ich allerdings nicht, die ihr Kind so herrichten würden...

Walter Kaiser
00
18.3.2010, 12:06
Da gab es dutzende Sendungen im TV, mit leicht selbstdarstellerischen Interviews wo Natasche nicht nur gefilmt wurde sondern auch mal umgekehrt den Interviewer filmte, sodass man fast den Eindruck einer im TV übertragenen Therapie-Stunde bekam..

Die haben sie echt alle gesehen? Wahnsinn.

trace route
00
18.3.2010, 16:32
Von Natascha Kampusch gab es zahlreiche Auftritte im TV, unter anderem hatte sie Niki Lauda interviewt uvam. Also die junge Dame drängt meinem Eindruck nach auf nahezu lugner-esque Art und Weise in die Medien. Wobei sie sich ...

unmittelbar später bitter über die Nebenwirkungen ebendieser medialen Auftritte beklagt. Da ist mir sogar der Lugner lieber. Denn der drängt zwar genauso in die Medien, aber nimmt dafür auch alle Nebenwirkungen gelassen auf sich.

Ich hatte tatsächlich bei vielen dieser Sendungen aufgedreht, aber fertig angesehen habe ich bis auf das erste ORF-Interview (wo der Psychhiater Friedrich "in der Ecke sitzend" auch ins "Bild" kam) nahezu keine. Ich musste immer wieder abdrehen, weil mir die Sendungen zu langweilig und das Niveau zu niedrig war.

Besonders peinlich kam mir das Interview mit dem gegenseitigen Filmen vor, da hatte ich den Eindruck: Ist das jetzt eine Übetragung aus einer Therapie-Stunde für die ich ORF-Gebühren zahle?

Walter Kaiser
00
18.3.2010, 22:56
Merkwürdig, dass ich keinen einzigen Auftritt von NK gesehen habe.

Sie wird diese Auftritte wohl für Ihre Zielgruppe gemacht haben: Erst Anschauen und dann motschkern.

Aber das war nicht mein Thema oben. Ich hab sie gefragt, ob sie alle Auftritte gesehen haben, weil sie wussten, dass NK nie zu dem Foto befragt wurde. Um diese Aussage tätigen zu können, muss man wohl ziemlich bewusst alle Fernsehauftritte angesehen haben.

trace route
00
18.3.2010, 23:13
Ach so! Also diese Frage ist natürlich sehr einfach zu beantworten. Wenn man so wie ich das erste NK Interview zur Gänze und einige spätere auszugsweise gesehen hat (bis dass ich es nicht mehr ausgehalten hatte

und mein TV-Gerät abdrehen musste), dann kann man schon eine Aussage treffen über die Art von Interview, das dort geführt wurde. Und ich kann Ihnen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit versichern, dass die Interviewer niemals, ich wiederhole niemals, auch nur irgendeine Frage gestellt haben die nur irgendwie ein kleines bisschen "heikel" war. Ich bin daher überzeugt, dass über dieses Foto nie diskutiert wurde, zumindest nicht auf eine Art und Weise welche eine spontante und damit möglicherweise ehrliche Aussage erwarten ließe. Bei diesen Interviews hatte ich immer den Eindruck, dass die Fragen vorher abgesprochen waren und dass Frau NK einfach ihre Sprücherl runtersagt. Da musste ich einfach das TV Gerät abschalten...

Grusoleum - nur echt auf derstandard
12
16.3.2010, 12:34

zitat:
naja sagen wir mal "nicht ganz kindgerechter Bekleidung" - gezeigt wurde. zitat ende

ein foto das von jedem kinderfasching stammen könnte
als ermittlungsursache ?

hauptsache gegen kampusch und nicht gegen den ehemaligen höchstrichter der in seiner senilität ziemlich einzigartig in die öffentlichkeit drängte

trace route
11
16.3.2010, 16:22
Lesen Sie weiter oben selbst,...

... wie glaubwürdig die Behauptung ist, dieses Foto würde von einem Kinderfasching stammen.

Ich war selbst als Kind auf einigen Kinderfaschingen. Und ich habe meine eigene Tochter für einige Kinderfaschinge verkleidet.

Aber so eine Verkleidung habe ich echt noch nie gesehen. Garantiert niemals.

Diese Art von Fotos findet man eher auf Internet-Seiten, deren Betrachtung mit unangenehmen rechtlichen Konsequenzen verbunden ist.

Aber bitte, jeder soll seine eigene Meinung bilden dürfen. Vielleicht war's ja doch ein Kinderfaschings-Kostüm.

Allerdings darf man schon behaupten: Ein sehr sehr "ungewöhnliches"...

hui buh
11
16.3.2010, 12:28
Auch ich kann mich an das Foto erinnern...

da wir anlässlich dessen im Freundeskreis über "Lolita" sorachen.

trace route
20
16.3.2010, 11:23
Sagen traut sich niemand etwas. Denn man darf nur sagen, wofür es BEWEISE gibt.

Auch wenn etwas WAHR ist - wenn Sie es nicht BEWEISEN KÖNNEN, werden Sie verurteilt. Selbst wenn Sie der ehemalige Präsident des VerfGH Adamovich sind...

Also SCHWEIGEN wir besser auch.

A.B. Artig
 
12
16.3.2010, 15:22

Huuuuu- wie geheimnisvoll...
p.s. Und wenn Sie dann wenigstens schweigen würden!

trace route
01
16.3.2010, 16:23
Lesen Sie weiter oben,...

... und bilden Sie sich eine eigene Meinung.

A.B. Artig
 
13
16.3.2010, 16:32

Ich HABE eine eigene Meinung. Zu dieser gehört, dass Sie nebulös andeuten, nichts Greifbartes als Beweis anbieten und dazu noch in Täteropferumkehr Kampusch als Bösnatter darstellen, die Geld scheffelt.

trace route
00
17.3.2010, 13:01
Ihre Behauptungen sind falsch. Und den Vorwurf der "Täteropferumkehr" weise ich ganz entschieden zurück. Aber was will man von jemandem mit einem Usernamen wie dem ihrigen schon erwarten?

Nomen est Omen. Ihr Username sagt eigentlich schon alles. Gratulation zur Wahl desselbigen!

Im übrigen ist Natascha Kampusch natürlich ein Opfer. Ich habe niemals etwas anderes behauptet. Aber auch ein Opfer sollte sein Einkommen korrekt versteuern und wie andere Staatsbürger Steuern zahlen. Oder können Sie mir einen Paragraphen im Steuerrecht zeigen, wo geschrieben stünde dass Opfer keine Steuern zahlen müssten? Na also.

Was an dieser Feststellung nebulös sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Aber das gelingt vermutlich nur Leuten mit einem Usernamen wie dem ihrigen ;-)

A.B. Artig
 
11
17.3.2010, 17:07
Sie eurden bereits von anderen postern gefragt und haben keine antwort geben können, auf welche quellen Sie zurueckgreifen, wenn Sie behaupten, dass Kampusch keine Steuern zahlt? Also, wo haben Sie das her? Abgesehen davon wurde das Geld im Fonds

Fuer Fritzls Opfer aufgewendet, nicht fuer Kampusch selbst. Haettwn Sie in jeder Zeitung nachlesen können.

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