Lokale Wahlen zeigen rote Schwächen auf

15. März 2010, 18:09
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    foto: standard/hendrich

    Eine mögliche Erklärung für die Verluste der Roten: Der SPÖ fehlt die Organisationskraft in den kleineren Gemeinden, wo die ÖVP mit dem Bauernbund über die schlagkräftigste Organisation verfügt.

Nach den schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen hält die SPÖ weitgehend still: Lokale Wahlen hätten nichts mit Bundespolitik zu tun

Wien - Trost findet man als Sozialdemokrat in St. Georgen am Reith (Bezirk Amstetten). Oder in Pottenstein und Tattendorf (Bezirk Baden). Und zur Not auch in Eggendorf (Bezirk Wiener Neustadt). Wenn man dort die Stimmen von zwei SPÖ-Listen zusammenzählt, dann hat die SPÖ nämlich auch in Eggendorf eine absolute Mehrheit errungen. Also in vier von 570 niederösterreichischen Gemeinden, die am Sonntag gewählt haben.

Und in Tirol und Vorarlberg sieht es nicht besser aus, während die ÖVPin den meisten Gemeinden triumphieren konnte. Sie jubelt allerdings auch nur verhalten - wenn Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll keinen bundespolitischen Trend erkennen will, dann neckt er damit nicht nur den Neffen Josef in der Bundesregierung, er schont auch dessen Koalitionspartner SPÖ.

In der SPÖ klammert man sich an das Mantra, dass Lokalwahlen keine bundespolitische Bedeutung hätten. Und sie bekommt dabei auch vom Meinungsforscher Wolfgang Bachmaier teilweise recht: "Bei Kommunalwahlen muss man im Wortsinn die Kirche im Dorf lassen. Aber wenn mehr als die Hälfte der Wähler an nur zwei Sonntagen zur Wahl gerufen werden und wenn sich auch in der Steiermark Verluste ergeben, dann muss man zweifeln, ob das Wählerpotenzial ausgeschöpft worden ist."

Eine mögliche Erklärung: Der SPÖ fehlt die Organisationskraft in den kleineren Gemeinden, wo die ÖVP mit dem Bauernbund über die schlagkräftigste Organisation verfügt. In größeren, industriell geprägten Gemeinden gilt dies aber weniger. Generell wäre gerade bei Gemeindewahlen extrem wichtig, dass Funktionäre sich bemühen, jeden Einzelnen anzusprechen und von der Persönlichkeit der Kandidaten zu überzeugen.

Das erklärt auch die Tendenz, dass Namenslisten oder Parteilisten mit dem Namenszusatz eines in der Gemeinde verankerten Spitzenmanns (nur ausnahmsweise: einer Spitzenfrau) besonders erfolgreich sind.

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas nennt im Gespräch mit dem Standard mehrere Beispiele, wo sich dies gegen ihre Partei gewendet hat: "Da hat es in Tirol einen Sohn gegeben, der gegen seinen Vater kandidiert hat - beide Sozialdemokraten. Oder Wiener Neustadt, wo meine Großmutter lebt. Da hat es einen Super-Wahlkampf gegeben, da sind alle gerannt. Aber weil sich da eine Liste abgespalten hat, hat die SPÖ scheinbar verloren."

Einen bundespolitischen Aspekt gibt Rudas durchaus zu: In der Zeit der schwarz-blau-orangen Regierung seien der SPÖ Leute zugelaufen, die sie nur ausnahmsweise aus Protest gewählt haben - dass man bei der nächstfolgenden Wahl nicht alle würde halten können, sieht sie als bedauerlich, aber verständlich an.

Eindeutige und generalisierende Erklärungen der Bundespolitik für lokale Wahlergebnisse seien eben unmöglich, sagt Rudas, bundespolitisch spüre sie Aufwind. Allerdings gibt sie zu, dass es in vielen Gemeinden schwieriger geworden ist, Menschen überhaupt zu erreichen und für die Politik anzusprechen. Aus dieser Perspektive sieht auch Josef Cap, der Klubobmann der SPÖ, das Wahlergebnis: "Im Bund gibt es für die SPÖ eine Aufwärtstendenz, und sie liegt jüngsten Umfragen zufolge vor der ÖVP." Die Bundespartei könne also nichts für lokale Schwächen, weil da eben "lokale Einflüsse und Persönlichkeiten eine große Rolle spielten", sagte Cap im Interview mit derStandard.at. (Conrad Seidl/Saskia Jungnikl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.03.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 70
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MaxMustermann1
00
24.3.2010, 08:21
warum schweigt die spö-zukunftshoffnung rudas zu den spö-niederlagen?

ihr kommentar dazu könnte in etwa so lauten:

www.youtube.com/watch?v=rU_nqQFWm24 (ab 00:30 sec.)

madman
00
16.3.2010, 13:30
bundespolitisch wird die spö genauso verlieren

das ist im moment die unwählbarste partei.
farblos, geschmacklos, gänzlich sinnlos

hannsib
 
10
16.3.2010, 13:27
Bei Gemeideratswahlen sind alle ordentlich arbeitenden Bürgermeister nicht zu stürzen,

weil sie aufgrund der Gemeindemitarbeiter einfach einen riesen Wettbewerbsvorteil haben. Die Bürgermeisterpartei kann so auch in kleinen Gemeinden auf einen Stab von 2 -4 "Gemeindebediensteten" zurückgreifen, die logischerweise auch der selben Partei angehören wie der Bürgermeister. Der Rest der Gemeinderäte ist berufstätig und hat ja gar nicht die Zeit, den Wahlkampf so perfekt vorzubereiten. Denen kann man dann noch dazu Faulheit unterstellen.
Nachdem NÖ , Tirol, Vorarlberg lauter ÖVP Kernländer sind, ist völlig logisch, dass da die meisten VP Bürgermeister sitzen und sich beim Wahlkämpfen einfach leichter tun. Nur wirkliche "Ungustln" werden abgelöst.
Gemeinderatswahlen sind Persönlichkeitswahlen.

Franz Stefan
00
16.3.2010, 22:07
Die Bürgermeisterpartei kann so auch in kleinen Gemeinden auf einen Stab von 2 -4 "Gemeindebediensteten" zurückgreifen

Und erst in großen Gemeinden.
Da müssen sie aber noch bis zum 10.10. warten. ;-)

hannsib
 
00
17.3.2010, 12:55
Ich hätte ja auch gesagt

"alle ordentlich arbeitenden Bürgermeister".

In großen städten hat man aber das Problem, dass wieder alles unpersönlicher und anonymer wird.

Franz Stefan
00
16.3.2010, 13:16
... da sind alle gerannt

Weg. scnr

hurchzua
26
16.3.2010, 12:34
Das Kernproblem: Die SPÖ weckt falsche Erwartungen und frustriert die Menschen

Es hat schon einen Grund, warum sozialdemokratische Parteien in ganz Europa keine klassische sozialdemokratische Politik mehr betreiben.

Sicher nicht deshalb weil ihre Spitzenfunktionäre plötzlich „böse Kapitalisten“ geworden wären. Nein, Gusenbauer, Schröder & Co hätten schon gerne die Politik gemacht, die sie sich als Jusos erträumt haben. Aber die SOZIALISTISCHEN KONZEPTE der Vergangenheit FUNKTIONIEREN NICHT MEHR. Die Sachzwänge sind übermächtig, der Sozialstaat bis an die Grenzen ausgereizt, die Kassen leer, Vermögens- und Reichensteuern ökonomisch nicht machbar.

Es wäre an der Zeit den Menschen die Reatät zu erklären. Der sonst unumgängliche Bruch der Versprechen, verteibt die Wähler auf Dauer. Zeit für die Wahrheit!

Tom93
10
16.3.2010, 13:12
das sind die üblichen aureden ...

...aller leute, die nix tun wollen, außer dem, was raiffeisen&övp ihnen gnädig gestatten. wieso sollte z.B. eine höhere besteuerung von vermögen "ökonomisch nicht machbar sein"? in andern ländern ist sie machbar, und die oecd, nicht die sj, hat auf die vergleichsweise niedrige vermögensbesteuerung in ö hingewiesen.

außer phrasen also nichts da in ihrem posting. sagen sie, dass sie vermögende nicht besteuern, aber bei kleinstpensionisten und sozialhilfebezieher natürlich kürzen wollen, aber bitte reden sie sich nicht auf "sachzwänge" aus.

hurchzua
01
16.3.2010, 20:06
es hat eben einen Grund, warum Lacina die Vermögenssteuern abgeschafft hat

Vermögenssteuern erzielen in kleinen Ländern keinen Effekt. Was sie bringen wird durch die Kapitalflucht ins Ausland mehr als vernichtet.

Das ist nicht nur in Österreich so. Oder wem geht es besser?

The Dark
01
16.3.2010, 12:30
Viel interessanter die Tatsache

dass es scheinbar keinen Wähleraustausch zwischen Rot und Grün mehr gibt. Sprich nur wenige frustrierte SPÖ Wähler wählen aus Frust oder Protest Grün.

Franz Stefan
01
16.3.2010, 22:14
Wähleraustausch zwischen Rot und Grün ?

Den hat es in nennenswertem Ausmaß wahrscheinlich nie gegeben, ausser in den Köpfen der intellektuelleren Roten und jenen der linkeren Grünen.

In den Wählerstromanalysen der letzten Jahre ist jedenfalls ein solcher Austausch kaum erkennbar.

Bauschutz
01
16.3.2010, 13:21
frustrierte SPÖ Wähler

haben nie Grün sondern immer
FPÖ
gewählt.

So schauts aus !

Tom93
01
16.3.2010, 12:20
bundespolitisch also ein aufwärtstrend?

so wie bei der eu-wahl wahrscheinlich, wo die spö bundesweit auf 23 % gekommen ist. das nenn ich aufwärtstrend!

nur für rudas persönlich geht es aufwärts, für die spö aber unter ihrer mitwirkung rapide abwärts. aber was kümmert eine laura wenn die spö in den ländern und gemeinden vor die hunde geht? wenn sie nur bis 2013 weiter ihr gehalt beziehen darf, genügts. und dann vielleicht zu frank stronach? oder gleich zur övp?

meineMeinung
20
16.3.2010, 12:05

Potenzielle SPÖ Wähler sind kritischer und verpassen gleich mal einen Denkzettel. Das Dumme ist halt nur, dass sie damit den anderen Parteien in die Hände spielen und dadurch die Partei, die sie eigentlich vertritt, schwächen. ÖVP Wähler sind Herdentiere.

Adolf Eckenberger
00
22.3.2010, 08:56

Der SPÖ fehlen die vielen Herdentiere.
Die guten alten SPÖler werden weniger,
und die jungen aus dieser Generation
sind kritischer und wählen nicht mehr
was Opa und Papa gewählt haben.

tramezzino
00
16.3.2010, 12:28

die DENKzettel der letzten jahre sind in der partei scheinbar noch nicht angekommen.

Fonoti
00
16.3.2010, 12:01
Rudas spürt Aufwind ...

ist sie noch zu retten?

Tom93
00
16.3.2010, 12:24
laura gehts blendend

sie persönlich hat ja auch kein problem. alles bestens, alles super.

Miss Spock
00
16.3.2010, 11:38
Der Bürgermeister am Land ...

Es stimmt schon. Der Bürgermeister vom Land den ich kenne heißt " Anton". Er ist so gut er kann für alle da, nebenbei ist er bei der Feuerwehr, Zivilschutzbeauftragter und da oder dort in Gasthäuser zu finden wo man dsikutiert. Diese Naheverhältnis ist etwas das keiner der Bundespoltisch engagierten erreicht. Man denke da an Laura Rudas, oder an andere eher arrogante und gestresste Parlaments-Gähner, die nicht so wie mein Bürgermeister bei meiner Abwesenheit auf die Idee kommen, den Müllcontainer auf die Strasse zustellen. Nebenbei hat der Bürgermeister des Dorfes meinen Haustorschlüssel, aber ohne besser befreundet zu sein. Schon klar! In Wien geht das nicht, aber in Wien könnten das viele andere im Auftrag der Politik schaffen!

Wasmichstört
02
16.3.2010, 11:25
Fr. Rudas und Herr Cap...

...drängen von Sieg zu Sieg! - Wir können schon gespannt sein auf die nächsten Wahlen... sicherlich alles erklärbar!

Tom93
00
16.3.2010, 12:56
schuld sind immer die anderen

diese bürgermeister, diese lokalen/regionalen gegebenheiten, der jeweilige spitzenkandidat, diese gemeine övp, die wahlkampf macht....die sind schuld an wahldesastern, nicht die bundespartei.

auch super diese ausrede: wahlen in "övp-kernländern" kann man nicht gewinnen. die in spö-kernländern" allerdings auch nicht, weil dort startet man ja von so einem hohen niveau, hui! überhaupt der "europäische trend", die wirtschaftskrise... im finden von gründen, warum die spö alle wahlen mit karacho verliert ist rudas weltmeister. nur sich selbst und ihren faymann nimmt sie aus der fehleranalyse aus.

Leser der Zeitung für politische Randgruppen
42
16.3.2010, 11:02
Die SPÖ ist zu linkslastig für den Arbeiter!

Die FPÖ ist die neue SPÖ

Bauschutz
00
16.3.2010, 13:24
Richtig erkannt

werter Leser !

Unzufriedene/frustierte/enttäuschte SPÖ Wähler
haben immer und werden immer FPÖ wählen !

So schaus aus !

schlitzohr2
01
16.3.2010, 10:30
Alles is paletti und is es auch noch so ein Gfretti…

du hattest deine chance.
26
16.3.2010, 09:45
es ist an der zeit, dass sich die spö endlich mit ihrem schicksal abfindet.

wieso ersparen sich die roten nicht noch mehr enttäuschte bzw. verärgerte wähler und räumen einfach das feld? sie sollten endlich platz machen für die vielen jungen parteien die sich momentan bilden - die haben ideen, konzepte und persönlichkeiten! mit ihrem verbissenen festhalten am futtertrog, blockiert die spö diese parteien nur unnötig.

wie roterbruder so schön schrieb: "mangels schlüssiger angebote der spö" - das ist genau der punkt, deshalb wird's die spö auch bei den nächsten in ihre bestandteile zerlegen.

also warum das leiden unnötig in die länge ziehen...

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