Schiefe Optik

Politologe Filzmaier bis auf weiteres nicht mehr ORF-TV-Analyst

15. März 2010 16:46

Wegen angeblicher Beratertätigkeiten für SPÖ und ÖVP - ORF will schiefe Optik vermeiden

Der Politologe Peter Filzmaier wird nach seinen kolportierten Beratertätigkeiten für die SPÖ und die ÖVP vorerst nicht mehr als politischer Analyst im ORF vorkommen. Wie ORF-Kommunikationschef Pius Strobl bestätigte, wird Filzmaier bis auf weiteres "nicht mehr zu Themen befragt, wo der Eindruck entstehen könnte, dass es eine Parteilichkeit geben könnte". Zwar gehe man davon aus, dass Filzmaier sich korrekt verhalten habe, allerdings wolle man den Zweifel an der Unparteilichkeit von ORF-Experten grundsätzlich vermeiden, sagte Strobl.

Deutlicher ausgedrückt: "Wir wollen keine Experten, die Aufträge von politischen Parteien entgegennehmen", so der Kommunikationschef, der sich auf eine Entscheidung des TV-Chefredakteurs Karl Amon berief. Um sich nicht der Diskussion über eine angebliche mangelnde Distanz zu einer oder der anderen Partei nicht ausliefern zu müssen, werde man Filzmaier als Experte zu den anstehenden Wahlen nicht zum Einsatz kommen lassen.

Vorwürfe klären

Wie berichtet soll Filzmaier im Herbst 2008 die burgenländische SPÖ beraten haben, auch ein Engagement für die Kärntner SPÖ und Tiroler ÖVP wurde genannt, was Filzmaier jedoch nicht bestätigte, da er als Politikberater seine Auftragnehmer nicht nenne. Für die Bundespräsidentenwahl und die Landtagswahl im Burgenland soll Filzmaier offenbar nicht mehr im ORF zum Einsatz kommen. Fraglich wäre nach dieser Logik auch eine Analyse der Wien-Wahl im Herbst.

Laut TV-Chefredakteur Amon wird Filzmaier erst wieder als unabhängiger Analyst im ORF-Fernsehen vorkommen, wenn die Vorwürfe geklärt wurden, wie er sagte. "Glaubwürdigkeit ist ein unteilbares Gut und wir bewegen uns hier in einem sehr sensiblen Bereich." Konkret beziehe sich die Sperre nur auf die Funktion des "unabhängigen Kommentators", in Beiträgen, wo "klar ausgeschildert" werde, wie der Interviewpartner einzuordnen ist, könne vorkommen, wen der jeweilige Redakteur für richtig hält.

Filzmaier selbst kommentierte die ORF-Entscheidung am Montag nur knapp: "Man kann mich wie jeden anderen interviewen oder eben nicht. Das war nie anders und wird nie anders sein." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 56
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gwfak
31.03.2010 22:15
Politiknähe unabdingbar

Vermutlich jeder, der in den letzten Jahren für den ORF als Kommentatoren tätigen Politilogen, hat in irgend einer Form für politische Parteien Analysen, Umfragen etc. erstellt. Die sind neben Medien nun einmal Hauptauftraggeber der Branche. Das muss im übrigen ihre Fähigkeit zur Beurteilung von Wahlergebnissen nicht mindern.

Bergi Landi
31.03.2010 15:41

Und schwupps, analysiert er für ATV. Die sind do net so haklich.

Staatsfreund No1
 
31.03.2010 09:01
Analysen

ich glaube ohnehin nur jenen Umfragen, welche ich selbst gefälscht habe.
Ganz im Ernst: Glaubt ihr Meinungsforscher wirklich noch daran, dass ihr mit ein paar Fragen und Kontrollfragen die Meinung der Wähler erhält? Die meissten geben im Freundeskreis ohnehin bekannt, dass sie bewusst falsche Antworten machen um das System zukippen. Ich denke es ist ihnen gelungen, wenn man sich anschaut, wie die Wahlprognosen mit den Ergebnissen nicht zusammenpassen.

p. langstrumpf
Stefanie Klamuth
21.03.2010 09:58

auf filzmaier kann die politikwissenschaftliche welt gerne verzichten.
ich weiß, wovon ich spreche.

PMM
07.04.2010 22:06

Wenn Ihre Argumentation nicht überzeugt, na dann weiss ich nicht welche überzeugt....

Rofllol
20.03.2010 12:01

Die orf nachrichten sendungen sind sowieso sowas von subjektiv, das man sich manchmal fremdschämen muss! Da ist der filzmaier meist noch aufgrund seiner ruhigen sachlichkeit aufgefalllen! Werde ihn allerdings trotzdem nicht vermissen, da ich ihn meist sehr langweilig und wenig mutig fand!

che guevara1
20.03.2010 08:47
erstens sollten berater

nicht als politikwissenschafter verkauft werden,
zweitens sind die analysen sowas von oberflächlich, wenn sich politikwissenschaft in wählerstromanalysen erschöpft ist das das langweiligste wo gibt.
drittens ist es natürlich ein problem immer von objektivität zu sprechen. wissenschaft und analysen sind nie vollkommen objektiv. ist man in der parteienforschung tätig muss man beziehungen zu den parteien haben ansonsten hat man nur schwer entry option ins feld

einer von den gscheiten leuten
19.03.2010 23:45
naja, wenn er die kärntner spö beraten hat...

... würd ich ihn wegen völliger harmlosigkeit behalten.

immer schön freundlich
19.03.2010 16:41

Danke Danke Danke Danke!! für diese Meldung.

Mike McCready
19.03.2010 11:54
schod

ich mocht seine analysen. und seine rhetorik war sowieso sehr fein.

freilife
19.03.2010 13:24
finde ich auch

und, was hat der ORF gedacht womit der Herr Filzmaier sein Geld verdient, mit einem Gemüsestandl am Brunnenmarkt - dann wäre er wohl kaum der passende Experte.

woidviadla
19.03.2010 12:08
denk ich mir auch

Warum ein Politikberater "seine Auftraggeber nicht nennt" (nennen sollte) verstehe ich auch nicht.

Johann Rauscher
 
16.03.2010 20:15

Wenn man den Filzmaier raushaut, müsste man eigentlich auch eine Thurnherr, einen Armin Wolf usw raushauen.

taratata
21.03.2010 00:31

das sind aber reporterd, die (hoffentlich) auch eine eigene meinung haben, und keine "unabhängigen experten" (soweit es so etwas überhaupt gibt)

Bernout
 
19.03.2010 15:07

... und gleich durch ein paar Narbengesichter ersetzen, verstehe ich Sie da richtig?

saka jamahatsu
16.03.2010 19:12

wie lang hat den der ulram sein nase in die kamara halten dürfen?

auf der anderen Seite auch bedenklich, dass sich Filzmeier nicht einmal traut, seine Auftraggeber zu nennen. Hat er denn früher nicht immer mehr Transparenz für das politische System gepredigt?

Heimwerkerkönig
 
16.03.2010 18:16
Filzmaier musste sicher nicht wegen seinen Tätigkeiten für die SPÖ gehen...

... sondern wegen denen für die ÖVP...

Und was ist eigentlich aus dem Haus und Hof-Politologen Anton Pelinka geworden?
Auch ein Erz-Roter, den der ORF dem Publikum über Jahre als objektiven August vom Dienst verkaufen wollte.

Gruppenbild mit Dame
31.03.2010 19:18
Pelinka war nie Politikberater

Zu glauben, es gehe um Leute, die nicht klar für Demokratie Stellung beziehen, wäre zu einfach. Es geht nur um Unvereinbarkeiten. Pelinka ist ein international renommierter Wissenschaftler. Filzmaier ist Politikberater in Österreich.

4321
16.03.2010 13:32

nachdem die vp ganz offensichtlich dem aktuellen dienst eh schon diktieren kann was der bringen darf, und vor allem, was nicht (bsp nö wohnbaugelder ), ist das auch nicht mehr notwendig, da man eh schon die komplettkontrolle haben dürfte. ein armutszeugnis. löst ihn auf.

herrholle
16.03.2010 12:57
Unvereinbarkeit? Dass ich nicht lache!

Bei der Politik übersensibel, aber in anderen Bereichen nicht so zimperlich.
Manfred Zsak, Co-Trainer des ÖFB-A-Teams analysiert die Bundesliga im ORF. Zugegebenermaßen, er VERSUCHT zu analysieren.
Wirkt auf mich trotzdem so als ob Pepi Cap versucht die Politiklandschaft für den ORF zu analysieren.

Bruno Flex
16.03.2010 12:49
Bitte weniger "Experten"

und qualitativ bessere, nüchterne Nachrichten.

Der Große von Gegenüber
16.03.2010 10:52

Schade. Bedeutet das, daß man noch öfter diesen Hofer sehen muß. Der ist ja inzwischen in jedem Kanal ...

Wolfgang Leitner3
16.03.2010 10:46
Schade ...

Ich habe die Analysen von Filzmaier eigentlich immer sehr gut und vor allem objektiv empfunden :-(

Raphae1
19.03.2010 02:03
thinkingplaces
16.03.2010 10:41

Der Filzmaier ist eh unnötig wie ein Kropf... würde mich freuen, Leute wie Fritz Plasser oder Ferdinand Karlhofer öfter zu sehen.

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