Phobos-Fotos als Orientierungshilfe für spätere Landung

15. März 2010, 14:59
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Russische Mission zum Marsmond für 2011 oder 2012 geplant

Paris - Die Fotos von Phobos, die die europäische Raumsonde "Mars Express" bei ihrem jüngsten nahen Vorbeiflug aufgenommen hat, sind die bisher detailreichsten Bilder des Marsmonds, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA am Montag in Paris mit. Was auch zu einer praktischen Anwendung führen könnte: Die Bilder zeigen unter anderem Stellen, an denen die für 2011 oder 2012 geplante russische Mission "Phobos-Grunt" landen könnte. Der Plan sieht vor, Bodenproben zu entnehmen und zur Analyse zurück zur Erde zu bringen.

"Mars Express" hatte sich Anfang März in einer Nacht bis auf knapp 70 Kilometer so nah wie nie zuvor an Phobos angenähert. Die neuen Bilder entstanden auf weiteren Vorbeiflügen, die zwar nicht ganz so nah an den Trabanten herankamen - dafür aber unter Lichtverhältnissen, die Aufnahmen zuließen. Forscher erhoffen sich von den "Mars Express"-Daten auch neue Erkenntnisse über den Ursprung des derzeit mehr als 100 Millionen Kilometer entfernten Mondes. Bisher ist unklar, ob der 27 x 22 x 19 Kilometer große Phobos sich gleichzeitig mit dem Mars oder erst später gebildet hat. Forscher vermuten überdies, dass Phobos teilweise hohl sein könnten.

Der unregelmäßig geformte Phobos umkreist den Mars in weniger als 6.000 Kilometern Entfernung von der Planetenoberfläche und benötigt dafür nur gut siebeneinhalb Stunden; der kleinere äußere Mond Deimos kreist etwa dreimal soweit draußen. Der 2003 gestartete Orbiter "Mars Express" soll sich noch bis zum 26. März der Erforschung von Phobos widmen - dann gerät der Mond vorerst außer Sichtweite. (APA/red)

  • Ausschnittsvergrößerung der Region auf Phobos, in der die russische Sonde landen soll.
    foto: esa/dlr/fu berlin (g. neukum)

    Ausschnittsvergrößerung der Region auf Phobos, in der die russische Sonde landen soll.

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