Neue Handys mit alten Android-Versionen

15. März 2010, 14:32
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Viele neue Smartphones werden mit alten Versionen ausgeliefert - Unklarheit über spätere Updates

Google will mit Android den Zugang zum mobilen Web so gestalten, wie auch Computer auf das Internet zugreifen können: ohne Einschränkungen durch Barrieren der Handy-Hersteller oder Mobilfunker. Doch während Nutzer ihren Computer auf neue Versionen eines Betriebssystems nach eigenem Ermessen (und Kompatibilität der Hardware) aktualisieren können, ist es bei Smartphones noch längst nicht so weit.

Alte Versionen auf neuen Handys

Das aktuellste Release von Android ist Version 2.1 "Eclair", veröffentlicht im Jänner 2010. Bislang läuft die neueste Version nur auf dem Nexus One, Googles von HTC-erbauten "Superphone". Angekündigt wurde Eclair zudem für das HTC Legend und das Desire. Alle anderen auf dem Markt befindlichen und neu angekündigten Geräte laufen mit älteren Versionen. Die vorletzte Version 2.0.1 (auch "Eclair") ist derzeit nur auf dem Motorola Droid installiert. Geräte wie etwas das angekündigte Sony Ericsson Xperia X10 laufen mit 1.6 ("Donut"). Und selbst Firmware 1.5 ("Cupcake") wird noch auf neuen Geräten wie dem HTC Eris ausgeliefert.

Neue Features vorenthalten

Zur Verwirrung vieler Kunden trägt bei, dass Hersteller in den Spezifikationen teilweise als Betriebssystem nur Android angeben, nicht aber die Version. Mit neueren Versionen haben jedoch viele Features Einzug gehalten, die durchaus ein Kaufkriterium darstellen können. So wurde mit 1.6 der Android Market beispielsweise um Screenshots der angebotenen Apps erweitert. 2.0 brachte unter anderem erweiterte Navigations-Features für Google Maps, Unterstützung für HTML5 und erweiterte Kamera-Features.

Google zu schnell?

Laut Sony Ericsson habe man lange gebraucht, die eigene Benutzeroberfläche des X10 zu entwickeln, weshalb man bis zur Präsentation des Geräts nicht auf Neuerungen eingehen konnte. Motorola liefert das Droid ohne aufgesetztes Interface aus, und konnte es daher bereits im Herbst mit 2.0 auf den Markt bringen. Einige Hersteller wie HTC und Samsung lassen durchblicken, dass ihnen die Google-Entwicklung zu schnell ist, obwohl hier HTC als Hoflieferant der Google-gebrandeten Handys einen gewissen Vorteil hat. Generell kann es bis zu fünf Monate dauern, bis Hersteller die Middleware (das Board Support Package) an eine neue Android-Version anpassen, berichtet Wired.

Updates undurchsichtig

Zum Unmut vieler Nutzer trägt auch bei, dass Hersteller nicht bekannt geben, ob und wann ein Android-Smartphone überhaupt auf eine neue Version aktualisiert werden kann. Bei der Entwicklung eines Geräts, die bis zu einem Jahr dauern kann, ist noch nicht abzuschätzen, welche Hardware-Voraussetzungen künftige Android-Versionen benötigen. Undurchsichtig ist für den User aber auch, von wem das Update kommt: vom Mobilfunker, vom Handy-Hersteller oder von Google selbst. HTC hat Berichten zufolge bestätigt, dass demnächst das Update auf Android 2.1 für das Tattoo veröffentlicht wird. Auch das Hero und Magic sollen das Update erhalten. Allerdings ist unklar welche Versionen damit gemeint sind, denn hier herrschen nicht nur Unterschiede zwischen den Länderversionen, sondern auch zwischen Google-gebrandeten und nicht-gebrandeten. Bis Google für Kunden in Zusammenarbeit mit Providern und Herstellern hier mehr Klarheit über Update-Prozess schaffen kann, werden Nutzer auch weiterhin einfach abwarten müssen, ob ihre Smartphone eine neue Verison von Android noch "erleben". (br/ derStandard.at 15. März 2010)

  • Kritik an Update-Prozess für Android
    foto: google

    Kritik an Update-Prozess für Android

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