Verbotene Liebe: Die versteckten iPhones bei Microsoft

15. März 2010 10:08

10.000 MitarbeiterInnen nutzen das Apple-Smartphone

Im Rahmen einer Versammlung der Microsoft-MitarbeiterInnen in einem Sportstadion in Seattle soll sich vor einigen Monaten ein Vorfall ereignet haben, der wohl recht unmissverständlich darlegt, wie das Verhältnis der Firmenoberen zu Konkurrenzprodukten aus dem Hause Apple ist: Als Steve Ballmer einen Mitarbeiter dabei "erwischte", wie er ihn mit einem iPhone fotografierte, nahm ihm der Microsoft-Boss das Smartphone aus der Hand, legte es auf den Boden und tat so als würde er es zertreten - ein Zwischenfall typischer Ballmerscher Prägung, der aber wohl auch ein klares Signal an die MitarbeiterInnen des Konzerns aussenden sollte.

iPhones

Denn die Nutzung des iPhones ist bei Microsoft alles andere als gern gesehen, bereits vor einigen Monaten hatte der Konzern die Übernahme der Mobiltelefonkosten auf Geräte mit Windows Mobile beschränkt. Trotzdem ist das Konkurrenzprodukt noch immer allgegenwärtig am Microsoft-Campus, wie das Wall Street Journal in einem aktuellen Artikel attestiert: An die 10.000 Microsoft-MitarbeiterInnen - und damit rund 10 Prozent aller Angestellten - hätten ihre Firmenmails im vergangenen Jahr per iPhone abgefragt, berichtet der Artikel in Berufung auf interne Quellen.

Versteckspiel

Eine Wahl, die sich aber immer mehr zu einer Art "verbotenen Liebe" entwickelt, nur wenige MitarbeiterInnen trauen sich so offen zur Nutzung des iPhones zu stehen, wie J Allard, Mitbegründer der Xbox. Als Top-Manager im Konzern hat dieser freilich eine etwas andere Ausgangsposition als die breite Masse der Angestellten. Diese geben sich in solchen Fragen eher vorsichtig, so zitiert das WSJ einen ungenannt bleiben wollenden Mitarbeiter, der sein iPhone vor Vorgesetzten lieber versteckt hält: "Wenn ich einmal in einem Meeting mit Steve Ballmer bin, gehe ich einfach nicht ans Telefon - egal wer anruft".

Signale

Dass die iPhone-Nutzung nicht erwünscht ist, wurde auch bei einer internen Fragerunde im März 2009 deutlich, bei der sich Microsoft-Angestellte bei den Top-Managern des Unternehmens erkundigt hatten, ob die Verwendung von Apples Smartphone mit der Firmenpolitik vereinbar sei. In der Beantwortung riet Chief Operating Office Kevin Turner - unter Beistimmung von Steve Ballmer - deutlich davon ab, immerhin sei für Microsoft nur das gut, was auch gut für den eigenen Verkauf sei. (red, derStandard.at, 15.03.10)

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saoTan
21.03.2010 17:46
In der Computerspielbranche ist es gang und gäbe

...dass Mitarbeiter und die Führungsebene eines Studios die Produkte der Konkurrenz spielen. Die Idee zu World of Warcraft (mWn ja eines der erfolgreichsten Computerspiele aller Zeiten) ist entstanden, weil Blizzard-Mitarbeiter beim Café immer wieder darüber diskutiert haben, was für ein geniales Spiel Everquest nicht wäre, wenn es nur ein bisschen raffinierter ausgestaltet wäre...

Außerirdischer
18.03.2010 12:18
In einer intelligenten Welt würde der Ballmer seine Mitarbeiter dazu ermuntern Konkurenzprodukte zu verwenden und sie nach ihren Erfahrungen befragen!

Das kindische Handy-Verbot ist weder sinnvoll noch sympathisch!

Und wegen dieser und anderer Begebenheiten: ist es wirklich sinnvoll wenn die Wissenschaft, speziell die Grundlagenforschung, nur noch von solchen ''Gönnern' abhängen soll?

Blick Winkel
16.03.2010 11:14
Das macht schon Sinn, nur die Message ist schlecht formuliert

"Verwenden wir unsere eigenen Produkte! Dann entsteht auch automatisch der Druck jene Schwachstellen zu optimieren, die das IPhone nicht hat. Im Endeffekt haben wir dann ein geniales Produkt, dass 10% der Apple Mitarbeiter einsetzen werden."

Wenn 10% der Microsoft Mitarbeiter trotz Konzernvorgaben ein Iphone haben, dann zeigt das ja deutlich, dass Windows Mobile "Schrott" ist.

The Real Zet
 
17.03.2010 22:26

Sehr ansprechend, Applaus! Wieso verhält sich ein selbstherrlicher Monopolist bloß nicht so vernünftig? : )))

Andreas Prucha
16.03.2010 11:39

Beides trifft irgendwie zu: Die Verwendung von Konkurrenzprodukten hilft den Entwicklern rauszufinden, wo man unter Umständen irgendwas besser machen könnte (Bei der Verwendung der eigenen Software umgeht man die Schwachstellen ziemlich automatisch). Umgekehrt wird man bei dauernder Verwendung doch eher mal Bugs entdecken als in irgendeinem simplen Test-Szenario.

nachtflug71
16.03.2010 11:12
also...

... wenn ich balmer wäre, ich würde allen win-mobile entwickler ein iphone VERORDNEN.
würde dem eigenen produkt vermutlich sehr gut tun...

Kugelmugel
16.03.2010 11:04
aha...

ich kenne einen hersteller für baumaschinen... wenn im hause dieses herstellers etwas gebaut oder renoviert wird so wird von den bauunternehmern verlangt, nur maschinen dieses herstellers zu verwenden... mit anderen fabrikaten muss der unternehmer gar nicht auftauchen.

und, muss das auch verteufelt werden? die ms mitarbeiter wissen woran sie sind und können sich entscheiden...

Andrian Susu
16.03.2010 10:27
kindischer artikel

ich glaube, dass nichtmal microsoft so kindisch ist um ihren mitarbeiter ein iphone zu verbieten.

kann doch nicht schaden sich mit dem mitbewerb zu beschäftigen.

Kluger Hans
16.03.2010 09:33
konkurrenzprodukt?

ach so, os. das wissens aber eh selber auch, dass ihres fürn hugo ist.

hp12c
16.03.2010 08:40
ich finde zwar schon

wirklich arg, dass jeder 10te bei ms ein iphone hat, das ist wirklich eine hohe quote, für die Konkurrenz jetzt in diesem Fall.

aber:
“Maybe once a year I’m in a meeting with Steve Ballmer,” said this employee. “It doesn’t matter who’s calling, I’m not answering my phone.”

ich hatte einmal das vergnügen Ballmer persönlich zu treffen, da hätte ich auch nicht telefoniert, oder sonst was... ist schon beeindruckend so jemand kennen zu lernen. Aber wenn ich mitten in einem Meeting mit dem Boss einer Weltfirma nicht einer Firma mit 3 Angestellten. Anfange zu telefonieren, dann hab ich ja sowieso eine locker...


Aber Microsoft ist immer noch der größte Softwarehersteller nach Apple für Macs, die haben eine Mac Business Unit, wer sonst noch?

MSIE6
16.03.2010 08:11
Whow!

Der Typ verzichtet während dem Meeting mit dem CEO tatsächlich aufs Telefonieren!

martinx27
16.03.2010 08:09
pfffff

ich halte diesen Artikel für völligen Schwachsinn.
Microsoft hält ANTEILE an Apple. ohne diesen wäre Apple in den 90ern pleitegegangen.
Microsoft entwickelt Software für Apple (Outlook, Word, Excel etc.) und Microsoft hat Applikationen am iPhone.

the JJ
16.03.2010 15:47

Die Microsoft Anteil belaufen sich auf ca 6-12 Mio (Quelle: Financial Times 4/04)

Zum Vergleich: Der CEO Steve Jobs hält 5,5 Mio Aktien, was einen Anteil von ca. 0,64% ausmacht...Wert: ca. 1.000.000.000 €

Der Rest ist, abgesehen von den 1,48 Mio Aktien von Vizepräsident Ronald Johnson im Streubesitz...

aceFruchtsaft
16.03.2010 09:46

Geh bitte,... immer wieder werden diese 150 Mio. von 1997 herbeizitiert. Ich hätte gerne Beweise, dass MS heute noch Anteile hält, ich zweifle sehr daran.

caliban1
16.03.2010 10:37

Stimmt schon, die (nicht stimmberechtigten) Anteile von 1997 wurden längst verkauft, 2000 und 2001 wenn ich mich recht entsinne.

Es wäre allerdings nicht verwunderlich, wenn MS weiterhin ein paar Apple-Aktion besitzen würde. Ich meine sogar, das mal in einem der letzten Geschäftsberichte von MS gelesen zu haben, find's aber auf die Schnelle einfach nicht mehr.

Jedenfalls, falls dem so sein sollte, lagen die Anteile unter 1% und sagen genau gar nichts aus. Umgekehrt würde es mich auch nicht wundern, wenn Apple von MS ein paar Aktien im Portfolio hätte. Einfach so, als Investment. Pecunia non olet - an dem Satz hat sich nichts geändert.

Der Mann
24.09.2010 12:05
1%

vom größten IT konzern hätt ich auch gern.

ich glaub sie haben die verhältnismässigkeiten aus dem auge verloren.

und ewig hirschet dem troll
16.03.2010 06:38
Investigativer Schurnalismus

fördert unglaubliches zutage.
ja, es gibt noch vieles aufzudecken.
heute, oder das andere blatt wird neidisch sein.

Mad_Max86
 
16.03.2010 04:23
Die Geschichte

mit dem "Zertreten" war ein Scherz (ob gelungen oder nicht darüber lässt sich streiten), das wüsste jeder der sich über die Aktion von Balmer informiert. Scheinbar hat Journalismus nichts mehr damit zu tun, sich zu informieren.

badoli from Hell
16.03.2010 11:46

Haha, selten so gelacht...

Kluger Hans
16.03.2010 09:35

ist ja auch so dargestellt.... mmn

clemens65
16.03.2010 09:27
Zitat:

"legte es auf den Boden und tat so als würde er es zertreten "
steht ja auch da, oder?

Mad_Max86
 
19.03.2010 12:11
Ja

nur wird es so dargestellt, als ob dadurch die Abneigung Balmers gegen das IPhone ans Licht kam.

Der Mann
24.09.2010 12:07
nein

balmer hat seine zuneigung zum i-phone demonstriert.

kommens heute mal bei mir vorbei - ich demonstriere ihnen auch meine zuneigung mit einer angedeuteten watsche - mal sehen, wie SIE reagieren.

worldiscubik
16.03.2010 03:08
sommerloch

jetzt schon???

peace & love
16.03.2010 00:51
grow up, ballmer.


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