10.000 MitarbeiterInnen nutzen das Apple-Smartphone
Im Rahmen einer Versammlung der Microsoft-MitarbeiterInnen in einem Sportstadion in Seattle soll sich vor einigen Monaten ein Vorfall ereignet haben, der wohl recht unmissverständlich darlegt, wie das Verhältnis der Firmenoberen zu Konkurrenzprodukten aus dem Hause Apple ist: Als Steve Ballmer einen Mitarbeiter dabei "erwischte", wie er ihn mit einem iPhone fotografierte, nahm ihm der Microsoft-Boss das Smartphone aus der Hand, legte es auf den Boden und tat so als würde er es zertreten - ein Zwischenfall typischer Ballmerscher Prägung, der aber wohl auch ein klares Signal an die MitarbeiterInnen des Konzerns aussenden sollte.
iPhones
Denn die Nutzung des iPhones ist bei Microsoft alles andere als gern gesehen, bereits vor einigen Monaten hatte der Konzern die Übernahme der Mobiltelefonkosten auf Geräte mit Windows Mobile beschränkt. Trotzdem ist das Konkurrenzprodukt noch immer allgegenwärtig am Microsoft-Campus, wie das Wall Street Journal in einem aktuellen Artikel attestiert: An die 10.000 Microsoft-MitarbeiterInnen - und damit rund 10 Prozent aller Angestellten - hätten ihre Firmenmails im vergangenen Jahr per iPhone abgefragt, berichtet der Artikel in Berufung auf interne Quellen.
Versteckspiel
Eine Wahl, die sich aber immer mehr zu einer Art "verbotenen Liebe" entwickelt, nur wenige MitarbeiterInnen trauen sich so offen zur Nutzung des iPhones zu stehen, wie J Allard, Mitbegründer der Xbox. Als Top-Manager im Konzern hat dieser freilich eine etwas andere Ausgangsposition als die breite Masse der Angestellten. Diese geben sich in solchen Fragen eher vorsichtig, so zitiert das WSJ einen ungenannt bleiben wollenden Mitarbeiter, der sein iPhone vor Vorgesetzten lieber versteckt hält: "Wenn ich einmal in einem Meeting mit Steve Ballmer bin, gehe ich einfach nicht ans Telefon - egal wer anruft".
Signale
Dass die iPhone-Nutzung nicht erwünscht ist, wurde auch bei einer internen Fragerunde im März 2009 deutlich, bei der sich Microsoft-Angestellte bei den Top-Managern des Unternehmens erkundigt hatten, ob die Verwendung von Apples Smartphone mit der Firmenpolitik vereinbar sei. In der Beantwortung riet Chief Operating Office Kevin Turner - unter Beistimmung von Steve Ballmer - deutlich davon ab, immerhin sei für Microsoft nur das gut, was auch gut für den eigenen Verkauf sei. (red, derStandard.at, 15.03.10)