Regierung bleibt trotz "Blutprotests" hart

16. März 2010 17:36

Thaksin-Anhänger schütteten ihr Blut auf die Straße - Ministerpräsident Abhisit will dem Aktionismus der Rothemden nicht nachgeben und im Amt bleiben

Am Dienstag ebbten die Proteste der Anhänger des im Exil lebenden Ex-Premiers Thaksin bereits etwas ab.

*****

Kanisterweise wurde das Blut herangetragen. Unter Gejohle wurde es dann verschüttet, dem Premierminister Thailands quasi vor die Füße. "Für unser Land, für die Demokratie" dröhnte es aus den Kehlen tausender Demonstranten. Langsam breitete sich eine große rote Lache vor dem Regierungsgebäude in der Bangkoker Rachdamnoen-Straße aus. Dass das Blut in der warmen Abendsonne nicht sofort gerann, dafür sorgten chemische Zusätze.

Veera Musikapong, einer der Anführer der "Rothemden", hatte sich bereits am frühen Morgen die Kanüle anlegen lassen für die Blutabnahme. Hunderte Frauen und Männer, in rotes Gewand gehüllt und mit roten Binden um den Kopf, taten es ihm gleich. Sie alle waren gestern überzeugt, ihre Sache - die Regierung zu Neuwahlen zu zwingen - einen Schritt weit vorangetrieben zu haben. Einige hundert Liter sollen gesammelt worden sein.

Auch vor dem Hauptquartier der Demokratischen Partei wurde Blut aus Plastikkanistern verschüttet. Es war dies eine direkte Antwort auf den Demokraten Abhisit, der wiederholt den Ruf nach einem Machtwechsel im Land zurückgewiesen hatte. Abhisit tat den Demonstranten allerdings nicht den Gefallen, durch ihr Blut zu waten.

Mit diesem Akt haben die jüngsten Demonstrationen in Bangkok einen makabren Höhepunkt erreicht. Begonnen hatte alles am Sonntag mit einer Sternfahrt Richtung Hauptstadt. Seither belagern die Anhänger der "Union für Demokratie und gegen Diktatur" (UDD), besser bekannt als in Rot gekleidete Gegner der Regierung Thailands, das Regierungsviertel.

Es sind Bauern, Handwerker, Tagelöhner, die aus dem Norden des Landes hierhergekommen sind, um für ein wenig Taggeld hier auszuharren. Michael Nelson, der als Gastdozent an der Chulalongkorn-Universität forscht, bezeichnet sie "als normale Bürger, die Wut im Bauch haben" . Sie hätten es satt, als "die Dummen" zu gelten, deren Anliegen so oft übergangen werden.

Die Blutaktion hält Nelson aber für kontraproduktiv. Sie erscheine vielen Bürgern als unangemessen. Das könne die Stimmung selbst unter den Demonstranten kippen lassen. Er sieht die UDD isoliert, weil sie keine nennenswerte Unterstützung auf hoher politischer Ebene hätte.

Premier Abhisit Vejjajivas Regierungskoalition ist ein fragiles Bündnis; es ist aber einig darin, den Einfluss der UDD gering zu halten. Es wird den Konflikt aussitzen können. Die Hälfte der rund 100.000 Demonstranten soll bereits wieder in ihre Heimatdörfer unterwegs sein.

Das Königreich in Südostasien leidet seit Jahren unter den zerstrittenen Lagern. Einerseits fühlt sich das intellektuelle Establishment Bangkoks berufen, die Geschicke des Landes zu steuern. Die Rothemden wollen ihren Anteil und haben in Thaksin Shinawatra, dem ins Exil geflüchteten Ex-Premier, ihren Helden. (Andrea Waldbrunner aus Bangkok/DER STANDARD, Printausgabe, 17.3.2010)

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Phuean
17.03.2010 09:00
Was wollen die Roten Teil4

In den kommenden Monaten wird das Establishment alle Möglichkeiten die ihm zur Verfügung steht gegen uns einsetzen, darunter Lügen und Propaganda, Bedrohungen, durch die Justiz, Einschüchterungen und Gewalt. Dies ist ein Gegner, der die Besetzung unserer Flughäfen unterstützte und militärische Gewalt anwandte um uns und eine gewählte Regierung zu zerschlagen und die öffentliche von ihrer abweichenden Meinung zu unterdrücken. Aber egal was sie gegen uns anwenden werden, wir werden dem widerstehen, und wir werden erfolgreich sein.

h 90
17.03.2010 09:21

Wo, welche Einschuechterung, welche Gewalt, welche militaerische Gewalt???
Die Gelbhemden haben den Flughafen besetzt. Deren New Politik Party ist aber NICHT in der Regierung und eigentlich in Konkurrenz mit den Demokraten.

Phuean
17.03.2010 09:47
Wieder nicht richtig

Die Partei "New Politik Party" hat es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gegeben und sie wird bei der nächsten Wahl 2011, sofern sie den stattfinden wird, zum ersten Mal kandidieren. Diese Partei ist daher nicht in der Regierung und aber auch nicht im Parlament. H90, sie sollten nicht die Tatsachen verdrehen.
Der jetztige Aussenminister ist erklärter Sympatisant der "Gelben" und hat die Flughafenbesetzung ausdrücklich gutgeheißen.

h 90
17.03.2010 10:31

Und was stimmt da jetzt nicht an meinem Posting???
Die Gelben sind nicht in der Regierung.
Ja der jetztige Aussenminister war ein erklaerter Sympatisant der Gelben und???
Andere in der Regierung waren erklaerte Feinde der Gelben (alle Koalitionspartner zb).
Also bleibts dabei, die Gelben sind nicht in der Regierung und waren es auch nicht.

Phuean
17.03.2010 08:59
Was wollen die Roten Teil3

5) Wir vereinigen Thailänder die Demokratie lieben, Gleichheit und Gleichheit vor dem Gesetz für alle Teile der Gesellschaft, in einer gemeinsamen Anstrengunge das System der Amartyatikppatai (Aristokratie) zu beenden und zu überwinden.

6) Wir verwenden ausschließlich gewaltlose Mittel um diese Ziele zu erreichen. Wir sind eine friedliche Bewegung, während die Aristokratie ihre Herrschaft durch Gewehre aufrecht erhält. Wir wissen, dass der kommende Kampf lange und schmerzvoll sein wird. Aber unser Anliegen ist rechtschaffen, ebenso wie der Status Quo inakzeptabel ist.

thailandpeter2
23.03.2010 12:54

ad 5.) sobald die rothemden thaksin fallenlassen und ohne ihn/sein geld weitermachen, glaube ich das vielleicht eher...

ad 6.) wie war das mit der gewaltlosigkeit im april 2009? zu songkrahn?

(uebrigens: die gelbhemden waren 2008 genauso schlimm!)

Flash Gordon
18.03.2010 10:19

Selten so gelacht wie über Punkt 6.

Sagen Sie einmal, glauben Sie eigentlich selber was Sie da schreiben ???

h 90
17.03.2010 09:26

Ja vor allem lange wird er sein, weil die Thais eigentlich den Koenig sehr gerne haben.

Phuean
17.03.2010 08:58
Was wollen die Roten Teil2

2) Die Ungültigerklärung der Verfassung von 2007 und die Widereinsetzung der Verfassung von 1997, die danach durch eine transparente, demokratische und alle Teile der Gesellschaft umfassende beratende Phase geändert werden kann, ist ein Ziel.

3) Wir wollen alle Thailänder zusammen bringen in einer Bemühung unsere politischen und sozio-ökonomischen Probleme zu erkennen und betonen, dass solche Anstrengungen zur ihrer Beseitigung aus der Macht des Volkes erwachsen müssen.

4) Die Einrichtung des Rechtsstaates ist notwendig, mit ordentlichen Prozesse und einem System in dem jeder Gerechtigkeit erfährt, frei von Behinderungen oder doppelten Standards.

h 90
17.03.2010 09:04

5) Pardon der Verbrechen und Einstellung aller Verfahren fuer ihren Fuehrer Thaksin.

Die 1997 Verfassung wurde nur vom Parliament beschlossen. Die 2007 wurde unter Buergerbeteiligung vorgeschlagen und dann per Referendum mit Mehrheit der Gesamtbevoelkerung angenommen.
Bisserl undemokratisch oder?

Phuean
17.03.2010 09:30
Wieder so eine Halbwahrheit.

Die Verfassung 2007 wurde von der Miltärjunta vorgeschlagen. Gegnern der Verfassung war es unter Androhung hoher Strafen untersagt, dagegen Werbung zu machen. Trotzdem bekam sie nur lächerliche 54%.
Es ist billig und auch nicht richtig, alles auf Takdsin zu reduzieren. Er ist paradoxerweise zur Gallionsfigur der Demokratiebewegung aufgestiegen, da er der letzte mit großer Mehrheit gewählte Ministerpräsident der 1979er Verfassung war. Der Putsch von 2006 hat ihn zu dem gemacht, was er eigentlich nie war, nämlich zum Demokraten.
Empfehle ihnen das Buch von Jiles Ji Ungpakorn "A Coup For the Rich". Wegen dieses Buches mußte er übrigens Thailand verlassen, da ihm deswegen eine Mejestätsbeleidungsklage droht.

h 90
17.03.2010 09:45

Gegner war nichts untersagt. PPP+Thaksin haben sich sehr wohl oeffentlich gegen die Verfassung ausgesprochen.
54 % ist mehr als keine Abstimmung bei der 1997er.
Bei seiner letzten Wahl hat Thaksin massiv betrogen und deshalb haben ALLE (ohne Ausnahme) anderen Parteien die Wahl boykotiert und er konnte trotzdem das Parliament nicht fuellen (man kann in Thailand NEIN waehlen) und hat einfach das Parliament mit zuwenigen Parliamentariern eroeffnet.
Ausserdem war seine 3 Monate "care-taker" Zeit schon abgelaufen.
Er hat damit die 1997 Verfassung gebrochen.

Phuean
17.03.2010 08:56
Was wollen die "Roten" Teil 1

Presseerklärung der UDD vom 15.02.2010:
In den kommenden Monaten werden wir eine Kampagne starten mit dem Ziel die thailändischen Menschen in der Opposition gegen diese Junta zu vereinen und freie und faire Wahlen zu erreichen. Diese Kampagne wird auf 6 Prinzipien beruhen.

1) Wir wollen das Ziel erreichen, dass echte Demokratie mit dem König als Staatsoberhaupt gewährt wird, in der die politische Macht ausschließlich dem Volk gehört. Wir weisen jeden Versuch zurück, aus der Vergangenheit oder der Zukunft, die Monarchie zu missbrauchen um Dissidenten zum Schweigen zu bringen oder eine bestimmte Agenda zu verfolgen.

Phuean
17.03.2010 10:26
Was stand wirklich zur Abstimmung?

Zur Abstimmung stand nicht die alte Verfassung gegen die Neue. Zur Abstimmung stand, "Annahme der vom Miltär ausgearbeiteten Verfassung und Rückkehr zu halbwegs demokratischen Verhältnissen" oder Fortsetzung der Mitlitärregierung.
Wie würden sie da abstimmen?

h 90
17.03.2010 09:24

Also in Punkt 5 schreiben Sie das sie die Aristokratie beenden wollen und hier wollens den Koenig als Staatsoberhaupt.....Also was jetzt??

Die naechsten Wahlen sind 2011 glaub ich. Aber die Roten wollen halt vorher waehlen....Grund??

aufrecht gehendes schwein
17.03.2010 05:21
"...fuer ein wenig taggeld..."

angeblich sollen ja 4k fuer das WE ausgezahlt worden sein.

-> das ist die haelfte von dem einkommen dass z.b. ein bauarbeiter verdient.

das als "ein wenig taggeld" zu bezeichnen zeugt von (journalistischer) ignoranz.

Phuean
17.03.2010 09:09
Wo bleiben die anderen 3 Teile der Presseerklärung?

h 90
17.03.2010 09:06

Zuerst warens 2000 Baht, dann gings mit den Preisen rauf weil zuwenige Leute kamen.
Jetzt sind nur noch 30.000 Leute da, aber Thaksin hat versprochen es kommen mehr, also zahlt er wieder.

Phuean
17.03.2010 09:15
Durch Wiederholung dieser permanenten Lüge wird sie auch nicht wahrer.

Es wird kein Geld fürs Demonstrieren bezahlt. Es wird lediglich den Fahrern der Pickups, Busse und Autos eine Aufwandsentschädigung für den Treibstoff gezahlt. Das Geld kommt nicht wie immer wieder kolportiert von Taksin, sondern wurde in verschiedenen Events gesammelt. Die UDD finanziert sich ausschließlich aus Spenden.

Flash Gordon
18.03.2010 10:24

Wollen Sie uns hier erklären das jeder einzelne Thai der 2000 Bath als Aufwandsentschädigung erhält alleine mit seinem eigenen Auto nach Bangkok fährt ?

In Wahrheit fahren sie mit dem Bus um 100 Bath nach Bangkok oder mit einem voll besetzten Pickup (15 bis 20 Personen) in dem jeder 2000 Bath erhält.

aufrecht gehendes schwein
17.03.2010 10:53

ehm...spenden von thaksin?

wieviele ohne die "aufwandtsentschaedigung" kommen wuerden kann man sich auch denken.

also wenn sie (so wie viele redshirts sagen) NICHT wegen thaksin kommen - dann sollten sie auch kein geld von ihm annehmen.
dass sein geld das ganze finanziert ist wohl unbestritten.

oder wars doch das geld des fahrers/kochs? ;-)

wie gesagt, ich halte das ganze fuer eine ziemliche farce.

h 90
17.03.2010 12:34

Da waren eh Demonstrationen ohne Aufwandsentschaedigung.
Da kommen zwischen 500-1500 Leute. Die aktiven Kommunisten von denen es halt nicht viele gibt.

Stefan Weilhartner
 
17.03.2010 03:48
war vorgestern bei den demonstrationen

bin eher zufaellig dort vorbei gekommen. das erste mal haben sie mir gleich eine flasche wasser geschenkt, und abends bei den kundgebungen, wo es schon etwas lauter war, bin ich mit einem chang in der hand auch mal durch marschiert. alle recht freundlich dort.

Mazzesinsulaner
 
17.03.2010 07:49

was ist ein chang?

Ist das was zum trinken ??? :-)

h 90
17.03.2010 09:26

Changbeer, das am meisten verkaufte Bier daneben gibts Singha, Leo und noch ein paar.
Ueber die Qualitaet kann man streiten.

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