GP von Bahrain

Eine Zündkerze stört die Prozession

15. März 2010 12:09

Alonso und Massa sorgen für Ferrari-Doppelsieg bei WM-Auf­takt. Defekt wirft Vettel auf Platz vier zurück, Schumacher Sechster

Sakhir - Sebastian Vettel hatte fast alles unter Kontrolle auf der Formel-1-Piste des Königreichs Bahrain. Der Vizeweltmeister im Red Bull, der aus der Pole-Position in den ersten Grand Prix des Jahres gestartet war, dominierte das Rennen von Beginn an, hielt die Konkurrenz sicher auf Distanz. Doch in der 32. von 49 Runden war der Spaß für den 22-jährigen Deutschen auch schon vorbei.  Eine Zündkerze (nicht wie zunächst angenommen ein Auspuffrohr) hatte gestreikt, Vettel in der Schlussphase dramatisch an Leistung verloren.

"Ich hatte keinen Dampf mehr auf der Kette. Ich war machtlos. Ich konnte nur noch den Schaden begrenzen" , sollte Vettel nachher sagen. In der 34. Runde wurde er von Fernando Alonso überholt, eine Runde später schob sich dessen Kollege Felipe Massa vorbei, und in der 38. Runde besorgte sich Exweltmeister Lewis Hamilton im McLaren den dritten Platz auf dem Podium.

Insgesamt sieben Ausfälle und vor allem Vettels Rückfall auf den vierten Platz störten die ansonsten reibungslose Prozession auf dem 6,299 Kilometer langen Kurs. Abgesehen davon gab es nur unmittelbar nach dem Start Positionswechsel. Da schnappte sich Ferrari-Neuling Alonso den von Position zwei gestarteten Massa. Und da überholte Michael Schumacher mit seinem Mercedes den von Position sechs gestarteten Red-Bull-Piloten Mark Webber.

Da das Nachtanken heuer verboten ist, waren die Autos in der Anfangsphase, als sie mehr als 200 Liter Sprit mitschleppen mussten, um rund acht Sekunden langsamer als im Qualifying. Die schnellste Rennrunde schaffte Alsonso im 45. Umlauf - 1:58,287. Vettel kam im Training auf 1:54,101. Mit frischen Reifen allerdings.

Alonsos spezieller Tag

"Das ist ein ganz spezieller Tag" , sagte Alonso nach dem 22. GP-Sieg seiner Karriere. "Für dieses traditionsreiche Team zu gewinnen ist etwas Besonderes" , kommentierte der Spanier und widmete den Sieg allen Menschen in Italien, seinen Mechanikern und Ferrari-Präsident Luca die Montezemolo. Schließlich war der so klug, ihn, Alonso, der 2005 und 2006 im Renault gegen Michael Schumacher im Ferrari die WM gewonnen hatte, nach Maranello zu holen. "Die Erwartungen an einen Ferarri-Piloten sind immer hoch. Es ist das beste Team der Welt." Einen besseren Start der Zusammenarbeit hätte er sich nicht vorstellen können. Alonso siegte zum dritten Mal in Bahrain, die ersten beiden Triumphe gelangen in den weltmeisterlichen Jahren mit Renault.

Massas spezieller Dank

Felipe Massa machte den insgesamt 80. Doppelsieg für Ferrari perfekt, den ersten seit 22. Juni 2008 in Magny Cours. Damals hatte Massa vor Kimi Räikkönen gewonnen. "Ich danke Gott, dass ich hier sein darf" , sagte der Brasilianer, der sein Renncomeback nach der im Sommer vergangenen Jahres in Budapest erlittenen schweren Kopfverletzung gab.

Ein eher unauffälliges Comeback nach 1239 Tagen Schaffenspause gab der große Michael Schumacher. Schon in den Trainings kam der 41-Jährige an seinen 24-jährigen Teamkollegen und Landsmann Nico Rosberg nicht heran, und auch ins Rennziel raste er rund vier Sekunden hinter Rosberg. Die Kundigen trauen dem siebenfachen Weltmeister und 91-fachen GP-Sieger im Saisonverlauf natürlich noch eine Steigerung zu. "Ich habe Spaß gehabt, alles hat bestens funktioniert" , sagte Schumacher, der Kundigste von allen. "Ich habe schon früher zu Saisonbeginn so große Rückstände gehabt. Ich weiß aus Erfahrung, dass das alles noch zu machen ist. Es wäre verfrüht, jetzt schon zu sagen: Es geht nicht mehr. Es geht immer."

Konditionell habe er überhaupt keine Problem gehabt: "Es war relativ locker. Ich muss ehrlich gestehen, dass es für mich nicht besonders anstrengend war. Das liegt natürlich auch daran, dass die Reifen es nicht zulassen, schnell zu fahren. Wenn man sich die Rundenzeiten anschaut, fahren wir schon eine ganze Ecke langsamer, als wir es früher getan haben. Entsprechend weniger wird man beansprucht."

Und zum Rennverlauf nach dem Start, zur Prozession sagte Schumacher: "Danach war es ein bisschen die Odyssee, die man erwartet hat. In der ersten Runde gibt es einige Kämpfe, danach hört es irgendwo auf. Der eine Boxenstopp bringt nochmals ein bisschen Bewegung, aber danach fährt jeder hinter dem anderen her, weil man nicht überholen kann. Da hieß es nur noch, das Auto ohne Fehler nach Hause zu bringen." Nächster WM-Lauf: GP von Australien am 28. März. (bez, sid- DER STANDARD PRINTAUSGABE 15.3. 2010)

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C. J.
16.03.2010 18:13

Ist bekannt, was die Rauchschwaden von Webber erzeugt hat? Sah ja verdächtig nach Öl & Wasser aus.

Flipflop
16.03.2010 11:25

Spannung fällt tankverbot zum opfer :(

Dust von Dust
16.03.2010 09:53
zu tode gebremste häfen formel fad

man hätte die sturzräume entsprechend vergrössern müssen und nicht die autos bremsen. kein ground effect und hinter einem anderen kein abtrieb zum angreifen. keine 1000ps auf langer geraden mit highspeed und daher keine windschattenduelle, luftwiderstand wächst mit der 3ten potenz. enges verbots und vorschriftenkorsett, dadurch keine innovativen ideen, konzepte und strategien. deshalb alles einheitlich und sie fahren wie in einem zug.

http://www.racecar-engineering.com/

C. J.
16.03.2010 18:01

Mit ein paar Verben könnte man den Text leichter lesen, ich verstehe ihn zumindest nicht.
Abschaffung des Ground Effect? Dies ist die effizienteste Methode Abtrieb zu generieren, ein Verbot davon (bzw. die Einschränkungen nächste Saison auf einen "Einzel"-Diffusor) ist absolut idiotisch.

Mein Vorschlag: 1 Liter Motore inkl. Aufladung (Saugmotore sind "out"); KERS ohne Zeitbeschränkung (würde es sicherlich um einiges Interessanter machen, da man gut Vorrausplanen müsste, wenn man es ladet, damit man angreifen bzw. verteidigen kann; wenn es im falschen Moment leer ist verliert man seine Position und es gibt eines, der aktuell leider sehr seltenen, Überholmanöver.) und keine aerodynamischen Beschränkungen (ausgenommen Flügelbreite).

Dust von Dust
16.03.2010 21:10

die ground effect cars hat man leider schon vor ewigkeiten verboten, seit damals sind nur noch flache unterböden erlaubt.

die sollten den antrieb überhaupt freigeben damit sich etwas in richtung elektroauto tut. übergangsweise würden sie diverse hybridsysteme verwenden mit allradantrieb. solche innovationen bringen die ganze autobranche vorwärts. aber nein, alles verboten und strengstens limitiert, da könnte ja ein jeder kommen...

C. J.
16.03.2010 21:36

Da war meine Übersetzung (im Kopf) wohl etwas schlampig, ich dachte der Unterboden+Diffusor fällt auch noch unter Ground Effect. Wieder eine Wissenslücke geklärt (danke google^^)

Da ist die Studenten-Racing Serie schon weiter, ich glaube seit heuer gibt es auch die: Formula Student Electric.

Dust von Dust
17.03.2010 00:22
war eine arge zeit damals, sehr spannend!

macht nichts, kann passieren. ;)

im übrigen hast du eh recht. auch ohne flügelform am unterboden tritt dieser groundeffekt auf, nur nicht so stark. einen wesentlichen einfluss hat der abstand, deshalb haben die heutigen f1 auch diesen holzbalken unten, der sich nur vorgegeben abschleifen darf um einen gewissen abstand zu gewährleisten.

http://en.wikipedia.org/wiki/Brabham_BT49
die sind teilweise ohne frontflügel gefahren weil der ground effect genug abtrieb erzeugt hat!

wenn man das mit den heutigen autos vergleicht mit den riesen frontflügel und trotzdem zu wenig abtrieb zum überholen...

http://e-power.tugraz.at/
http://racing.tugraz.at/
in der klassischen formel waren die österreicher teilweise ganz gut unterwegs...

formel
15.03.2010 20:20
Was ist das für ein Rennsport...

...wenn es nicht möglich ist schnellstmöglich zu fahren?
Die neuen Regeln lassen ein "Rennen" zur Geschicklichkeitsfahrt verkommen. Gefühlvolle Materialschonung ist Siegvoraussetzung; welch Schwachsinn!
Jedes Rennen 2010 soll es regnen und stürmen, damit etwas Spannung etstehen kann.

Ich wünsche mir die Spannung und Aufregung, als es 6rädrige Gefährte, Turbinen für Unterdruck und Monsterturbos gab!

C. J.
16.03.2010 18:02

Die Toten auch?

Marcel BAUM original
15.03.2010 18:02
Jedes Jahr sagen sie

sie wollen mehr mechanischen Grip und weniger Aerodynamik damit man besser überholen kann. Und dann reduzieren diese Trottel die Reifenbreite auf Golf Prolo Dimensionen. angeblich weil das für Bridgeston billiger ist!

Die spinnen die Römer.

Der Vettel wird aus Benzinspargründen zu mager gefahren sein und das überhitzt den Kerzenfuß und da hats ihm halt eine davon geputzt. Im Teillastbereich geht sie dann zwar noch, aber bei Vollast mit der hohen Kompression zündet sie dann nicht mehr gescheit.Die dürften dann gegen Ende wieder ein fetteres Gemisch eingestellt haben und da wurden die Rundenzeiten wieder etwas besser.

C. J.
16.03.2010 18:09

265er auf einem Polo, den Proleten möchte ich sehen!
Die Reifen sind eine Neuentwicklung somit nichts mit billig.

Ein zu magerer Rennmotor erzeugt eine Überhitzung des Kerzenfußes? Interessante Theorie!

Ich kann dir garantieren, dass die Motoringenieure keine 10 Runden benötigen, bis sie ein fetteres Gemisch eingestellt hätten, höchstens 2 Kurven.

Marcel BAUM original
16.03.2010 21:11
Schlecht informiert

Es sind vorne 245er drauf.

Und von Motorenbau haben sie keine Ahnung

C. J.
16.03.2010 21:42

Man darf wohl mal die falsche Zahl im Kopf haben. ;)

El Chó
15.03.2010 16:40
Es reicht!

Dei regeln sollten so weit liberalisiert werden, dass nicht mehr lauter idente Fahrzeuge unterwegs sind.

Jeder sollte sein Auto bauen dürfen, wie es ihm gefällt- mit 3, 4 oder 6 Rädern, beliebeigem Hubraum, beliebigen Zylindern, beliebigen Reifendimensionen, beliebiger Aerodynamik, Selbstverständlich sollte auch Nachtanken, Reifenwechseln, Umbauen erlaubt (aber nicht vorgeschrieben!) sein!

DANN hätten wir wieder Action! Manche würden eher auf Topspeed setzen, andere eher auf Downforce, manche eher auf Leistung, andere eher auf Gewicht und Sparsamkeit, uns so weiter...

Natürlich würden sich gewisse Richtungen entwicklen, aber dann würde man wirklich sehen, wie man ein Auto bauen muss, damit es eine Rennstrecke am schnellsten umrundet.

Hari Ka
15.03.2010 19:38

Nope der mit der größten Börse wird gewinnen. Siehe damalige FIA GT *gähn*

Wolfgang Ullram
15.03.2010 17:15
topfen

die spannendsten rennen gibts in der indy league, ein motorenhersteller, 2 chassis hersteller und die meisten überholmannöver und engsten abstände. fahrer zählen, keine doppeldiffusoren....

auch tankstopps funktionieren dort....unbegrenzte reifen, unbegrenzter treibstoff.... maximale spannung

solange die F1 im regelwerk von hersteller und teaminteressen ist, gibts nur den kleinsten gemeinsamen nenner.

formel
15.03.2010 20:09

und die abwechslungsreichen Indy Strecken erst..... ,-)

Marcel BAUM original
15.03.2010 17:49
Naja

Zufallssieger bei den vielen cautions

Kyuss88
15.03.2010 15:14

Da hat der Raikönnen doch tatsächlich richtig entschieden und ist unter die Ralley Fahrer gegangen. Da kann er wenigstens noch Rennen fahren und das Auto am Limit bewegen. Was gerade in der Formel 1 abgeht, ist einfach untragbar. Egal ob es für die Fahrer eine Herausforderung ist oder nicht, für die Zuschauer ist es einfach nur eine Qual.
Die Formel 1 ist ein gutes Beispiel, wie der Kommerz den eigentlichen Sinn an der Sportart zerstört und das drumherum schon viel wichtiger wird. Wie der Wurz schon beim Dubai GP anspielte: Die Strecke schön und gut, aber da sind mir Kurse wie Silverstone einfach sympatischer und authentischer!

Da Chigurh Toni
15.03.2010 17:16
"Da kann er wenigstens noch Rennen fahren und das Auto am Limit bewegen."

ja, aber bislang nur bis zur 1. WP. zu mehr hat's bislang net gereicht für ihn ...

zu Hause
15.03.2010 13:29
Das Verbot der Tankstopps ist eine Schnapsidee

Keine unterschiedlichen Strategien mehr, keine riskanteren Tankstrategien, die es ermöglichen im Qualifying nach vorne zu fahren.

Sorry, aber so fad war die F1 schon seit Jahren nicht mehr. Folgerichtig werd ich mir auch erstmals seit Jahren den Melbourne GP nicht mehr live geben, sondern gemütlich ausschlafen. Alonso hat vollkommen Recht: Nach dem Qualifying und der ersten Kurve ist das Rennen entschieden. Formel Oed dank der FIA.

Bertee
15.03.2010 14:01
der Verbot der Tankstopps

geht in Ordnung, weil dadurch alles transparenter wurde.
der zuseher weiß jetzt wer schnell ist und wer nicht und muss nicht nachrechnen wieviel sprit wer im auto hat. die fadesse der letzten jahre hatt viel damit zu tun. kein zuseher wusste mehr ob jemand wirklich schnell ist...

was nicht bedacht wurde bei der regeländerung: die teams fahren lieber reifenschonend als einen boxenstopp mehr zu machen.

die FIA sollte schnell reagieren und einfach 3 Stopps Minimum vorschreiben!

Teleobjektiv1
15.03.2010 15:40
Falsch

Die F1 war früher (mit den Tankstops) ein Sport für Leute, die sich ein wenig auskannten. Für die war es aber oft unglaublich spannend! Die ersten Runden ging es zumeist darum, die Strategie zu durchschauen. Danach ging es darum, Soll - und Ist Zeiten Runde für Runde zu vergleichen.

Es war gerade auch dieser enorm ausgeklügelte Strategieaspekt, der die F1 nicht nur spannend, sondern auch ein bisschen zum Intelligenzsport machte. Remember Budapest 1998 oder Magny Cours 2004? Das waren rennstrategische Sternstunden!

Klar, für Leute, die keine Ahnung hatten oder aber zu faul, respektive zu blöd zum Rechnen waren, war das nix. Die tun sich mit der derzeitigen F1 sicherlich leichter...

Thomas Felder
16.03.2010 11:40

am spannesten war es als es noch rennstrecken gab wo man überholen konnte

STIHL 026
15.03.2010 16:57

ich für meinen teil bin sicher nicht motorsport-fan geworden, um mit stoppuhr und taschenrechner vor dem tv zu sitzen.

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