Rot verliert, Schwarz und Blau gewinnen

14. März 2010, 20:18
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SPÖ hält Absolute in Wiener Neustadt knapp - Grüne bleiben stabil

St. Pölten - Nach den Niederösterreich-Kommunalwahlen zeigen sich Verluste für die SPÖ und Gewinne für die ÖVP und die FPÖ. Die Grünen blieben stabil.

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Das Endergebnis stand am Sonntagabend fest: Die ÖVP kam auf 51,62 Prozent (+2,80), die SPÖ verlor 5,14 Prozent und liegt bei 33,77 Prozent. Die Grünen kamen auf 3,43 Prozent (-0,34). Die FPÖ erreichte 5,96 Prozent (+2,65). Sonstige Listen kamen auf 5,22 Prozent (+0,03).

Für die SPÖ besonders spannend war, ob sie in Wiener Neustadt - der einwohnerstärksten der heute wählenden Gemeinden - ihre absolute Mehrheit behalten kann. Das ging sich, trotz Verlusten, haarscharf aus.

Vormachtstellung der ÖVP

Die anderen ausgezählten Gemeinden zeigen eine weitere Stärkung der Vormachtstellung der ÖVP und Zugewinne der Freiheitlichen, die angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftskandidatur von Landesobfrau Barbara Rosenkranz besonders im Blickfeld standen. In ihrer Heimatgemeinde Harmannsdorf verdoppelten sich die Freiheitlichen fast auf über 13 Prozent. Die SPÖ muss Verluste hinnehmen - etwa in Schwechat fast minus elf Prozentpunkte - kann sich aber zumindest über starke Einzelergebnisse wie in St. Valentin und Pottendorf freuen, wo die ohnehin schon vorhandene absolute Mehrheit weiter ausgebaut wurde. In Amstetten wurde der Vorsprung auf die ÖVP vergrößert. Weitgehend stabil dürften die Grünen bleiben. 

SPÖ-interne Gegenkandidaten

Eine spezielle Eigenheit der Niederösterreich-Wahl war, dass zwei ehemalige Landesräte der SPÖ diesmal gegen die eigene Partei kandidierten - und das durchaus erfolgreich. Emil Schabl hat mit seinem "Team Schabl-Für Hirtenberg" in der Gemeinde im Bezirk Baden 30,44 Prozent bzw. sechs Mandate geholt. Die Sozialdemokraten verloren im Gegenzug 33,14 Prozentpunkte bzw. sieben ihrer bisher 16 Sitze und damit die absolute Mehrheit. Die ehemalige Staatssekretärin Christa Kranzl schaffte mit ihrer "Liste Christa Kranzl und Unabhängige" in Persenbeug-Gottsdorf (Bezirk Melk) 17,75 Prozent der Stimmen und sorgte damit ebenfalls für roten Einbußen.

Nach Auszählung von 43,55 Prozent der Stimmen lag die ÖVP mit 2,65 Prozentpunkten im Plus, die FPÖ mit 2,08. Für die SPÖ standen zu diesem Zeitpunkt minus 4,39 Prozentpunkte zu Buche. Grüne (minus 0,42) und sonstige Listen (plus 0,09) waren in etwa stabil.

Landeshauptstadt wählt nicht

St. Pölten, Krems und Waidhofen a.d. Ybbs wählen traditionell zu anderen Terminen. Ebenfalls keine Urnengänge finden am Sonntag in Deutsch-Wagram und Obersiebenbrunn statt. In den Gemeinden im Bezirk Gänserndorf wurde erst am 20. September 2009 gewählt. (red, APA)

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