Endergebnis Gemeinderatswahl

Vorarlberg: SPÖ stürzt ab, ÖVP sitzt fest im Sattel

14. März 2010, 19:56
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    foto: apa/stiplovsek

    Um 13 Uhr schloss in Vorarlberg bereits das letzte Wahllokal. In Lustenau verlor die FPÖ den Bürgermeister, in Hohenems konnte sie ihr Ergebnis verdoppeln.

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    grafik: apa

FPÖ verliert Bürgermeister in Lustenau und Mittelberg - SPÖ stellt nur mehr einen Bürgermeister

Bregenz -  Die Vorarlberger Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen sind geschlagen. Die ÖVP sitzt weiterhin fest im Sattel. Die FPÖ verlor die Bürgermeister in Lustenau und Mittelberg. Die SPÖ stellt mit Bürs nur mehr einen Bürgermeister.

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Die ÖVP erzielte laut Endergebnis landesweit 44,63 Prozent (-0,72). Die SPÖ kommt auf 10,75 Prozent (-4,86). Um 5,20 Prozent zulegen konnten die Bürgerlisten. Sie stehen bei 25,72 Prozent. Die meisten davon gelten als ÖVP-nahe. FPÖ und Grüne sind stabil geblieben. Die Blauen kommen auf 11,33 Prozent, die Grünen auf 7,32 Prozent. Das BZÖ blieb unter einem halben Prozent.

Bregenz: Starke ÖVP

In der Landeshauptstadt Bregenz konnte die ÖVP fast 11 Prozent zulegen und liegt bei 48,76 Prozent. Die SPÖ verlor mehr als neun Prozent und erreichte 26,29 Prozent. Die ÖVP verpasste entgegen ersten Meldungen knapp die absolute Mehrheit. Die FPÖ erreichte 8,48 Prozent (+1,20). Die Grünen, die bisher gemeinsam mit der ÖVP regierten, kamen auf 10,40 Prozent (-3,01).

In Bregenz schnitt die Volkspartei damit so stark ab, dass sie die Grünen als Koalitionspartner nicht mehr benötigt. Bürgermeister Markus Linhart muss im Gegensatz zu vor fünf Jahren auch nicht in eine Stichwahl. (Details siehe "Neuauflage von Schwarz-Grün möglich") Ebenfalls im ersten Durchgang bestätigt wurden unter anderem die Stadtchefs von Dornbirn und Feldkirch.

FPÖ legt in Hohenems zu

Bei der Bürgermeisterwahl in Hohenems hat der amtierende ÖVP-Bürgermeister Richard Amann 14,39 Prozent verloren und 51 Prozent der Stimmen erreicht. Der FPÖ-Kandidaten Horst Obwegeser konnte mit 19,17 Prozent um 9,65 Prozent mehr Stimmen erzielen als vor fünf Jahren. Bei der Gemeinderatswahl erreichte die FPÖ auf 22,6 Prozent (plus 9,8 Prozent), die ÖVP 43,7 Prozent (minus 10,79 Prozent). Die ÖVP verlor somit die absolute Mehrheit. Die SPÖ rutschte auf den vierten Platz zurück, kam auf nur noch neun Prozent und verlor ihren Stadtratssitz. Die Grünen, die gemeinsam mit den "Emsigen" antrat, kamen auf 10,2 Prozent

Bei den Landtagswahlen im Herbst kam die FPÖ in Hohenems auf 37 Prozent. Der FPÖ-Vorarlberg-Vorsitzende Dieter Egger hatte im Landtagswahlkampf im August für österreichweite Empörung gesorgt, als er im Wahlkampf zur Vorarlberger Landtagswahl den deutschen Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy, einen "Exil-Juden aus Amerika" nannte. Aufgrund der Weigerung Eggers, sich zu entschuldigen, kündigte die Vorarlberger ÖVP die Jahrzehnte währende Regierungszusammenarbeit mit den Freiheitlichen auf.

FPÖ verliert Bürgermeister in Lustenau ...

Verloren hat die FPÖ hingegen in Lustenau. Hier war sie bei der Gemeinderatswahl 2005 mit 40,4 Prozent stimmenstärkste Partei geworden, heute verlor die FPÖ 9,38 Prozent und erreichte nur mehr rund 31 Prozent. Die ÖVP konnte 13,9 Prozent zulegen und kam auf 51,11 Prozent. Auch bei der Bürgermeisterwahl konnte sich die ÖVP durchsetzen, die FPÖ verliert einen Bürgermeister: Kurt Fischer (ÖVP) kam auf 58,99 Prozent (plus 20, 24 Prozent) und konnte sich somit klar gegen den FPÖ Kandidaten Ernst Hagen durchsetzen, der mit 31,99 Prozent um 13,8 Prozent weniger Stimmen erzielte als der amtierende FPÖ-Bürgermeister Hans-Dieter Grabher. Grabher war seit 1993 Bürgermeister. Zugelegt hat die Volkspartei in Rankweil, während sie in Höchst und Lochau deutliche Verluste hinnehmen musste.

... und in Mittelberg

Auch in Mittelberg (Kleinwalsertal) erlebte Bürgermeister Werner Strohmaier (FPÖ) ein regelrechtes Desaster und kam in der Direktwahl auf gerade noch 30,9 Prozent Stimmenanteil (2005: 55,5). Neues Gemeindeoberhaupt wird ÖVP-Kandidat Andi Haid, der 56,1 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte. Auch in der Gemeindevertretung löste die Volkspartei die FPÖ-nahe Liste "Freie Walser Bürgerliste" als stärkste Fraktion ab.

Während sich die ÖVP gegenüber 2005 um über fünf Prozentpunkte auf 47,63 Prozent Stimmenanteil (2005: 42,34) verbessern konnte, büßte die FPÖ-Liste gleich mehr als zwölf Prozentpunkte ein. Für die Freiheitlichen resultieren damit noch 31,14 Prozent der Stimmen (2005: 43,82). Die "Freie Walser Bürgerliste" hat damit vier Mandate verloren, die Volkspartei hat zwei Mandate hinzugewonnen. Die neue Sitzverteilung in Mittelberg lautet demnach: ÖVP 12, FPÖ 7, Liste "Initiative Pro Kleinwalsertal" 5.

SPÖ verliert Bürgermeisterposten

Die SPÖ stellt nur noch einen Bürgermeister, und zwar in Bürs. Insgesamt stürzte die SPÖ böse ab, beispielsweise in Bregenz, der Heimatstadt von Landeschef Michael Ritsch, um 9,2 Prozentpunkte.  In der bisher roten Montafoner Gemeinde St. Gallenkirch wird Arno Salzmann vom ÖVP-Kandidaten Ewald Tschanhenz abgelöst, der zudem mit 51,4 Prozent (42,7) die absolute Mehrheit eroberte. SPÖ-Vorsitzender Michael Ritsch und SPÖ-Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner hatten im Vorfeld als Wahlziel genannt, die Bürgermeister in St. Gallenkirch und Bürs (Bezirk Bludenz) zu halten.

SPÖ nur mehr Zehn-Prozent-Partei

Die SPÖ ist in Vorarlberg zur Zehn-Prozent-Partei geschrumpft. Bei der Landtagswahl im vorigen September fiel sie mit 10,02 Prozent sogar auf den vierten Platz zurück. Die heutigen Gemeinderatswahlen brachten ihr mit landesweit 10,75 Prozent (vorläufiges, von der ÖVP berechnetes Endergebnis) nicht viel mehr - wenngleich dies für den dritten Platz vor den Grünen reicht. Die Blauen schnitten bei den Gemeinderatswahlen nicht einmal halb so gut ab wie bei der Landtagswahl.

Grüne nur teilweise erfolgreich

Teils erstaunlich gute Ergebnisse gab es für die Grünen - allerdings vor allem dort, wo man erstmals antrat wie in Lochau (23,3) und Altach (18,1). Empfindliche Verluste verzeichnete man etwa in Bregenz oder Rankweil.

BZÖ: 3 von 1.779 Mandaten

Das BZÖ musste sich bei den Vorarlberger Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen mit drei von den insgesamt landesweit vergebenen 1.779 Mandaten bescheiden. In Hörbranz (Bezirk Bregenz) - dem Heimatort von Vorarlbergs BZÖ-Obmann Christoph Hagen - erreichten die Orangen 13,20 Prozent Stimmenanteil, während sie in Bezau (Bregenzerwald) mit zwölf Stimmen Vorliebnehmen mussten. In Thüringerberg (Bezirk Bludenz) kam die Liste "Bürger für Thüringerberg" zwar auf 35,24 Prozent Stimmenanteil, Listenchef Harald Kaufmann - auf Landesebene Stellvertreter von Hagen - verzichtete aber auf das BZÖ-Kürzel im Namen seiner Liste. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 152
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littlebuddha
00
15.3.2010, 13:09
grafikfehler ?!?

ähm, entschuldigt, aber kann es sein, dass die Grafiken nicht zusammenpassen? Zum einen hat die ÖVP 44,6 % der Stimmen, aber nur 612 der 1.767 Gemeinderäte ....

hmmm.

Ingrimm
00
15.3.2010, 13:23

Es gibt viele Gemeinden, die unter "Andere" laufen (Ortslisten etc).

Der Unterschied ergibt sich, dass es in kleineren Gemeinden überproportional mehr Gemeindevertreter/Gemeindevertreter gibt als in größeren. In den größeren Gemeinden gibts es meist "ÖVP" Listen, bei vergleichsmässig weniger Sitzen.

W. Schaffenrath
01
15.3.2010, 09:44
Und wenn Wahlen noch so regional unbedeutend sind,

die SPÖ trägt auch bei Regionalwahlen überall schwer an der breiten Unpopularität, Schwäche und Unfähigkeit der sozialdemokratischen Regierungsmitglieder!

Faymann, Stöger, Darabos, Bures und Co. sind derart unpopulär, dass sie den freien Fall der Partei nicht stoppen können.

Und die verlorengeganene Sozialkompetenz der SPÖ sieht der Wähler heute bei den national-völkischen Radaubrüdern oder bei der ÖVP.

Österreich braucht aber eine starke Sozialdemokratie, denn es ist ein bedrückendes Gefühl, wenn Soziales, Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Frauenpolitik allein in den Händen der Neoliberalen und/oder der Konservativen liegt.

Die Gezeichneten
64
15.3.2010, 09:42

Gratulation an die ÖVP zum tollen Erfolg!

François Marie Arouet
51
15.3.2010, 11:10
An den Bewertungen Ihres Postings....

...erkennt man den Linksdrall der hier ansässigen Posterkommunity.
Der Standard ist ein Kryptokumministenforum geworden!

Die Gezeichneten
01
15.3.2010, 13:08

Na, da sollten Sie einmal die Bewertungen meiner PRO-katholischen-Kirche bzw. meiner ANTI-Abtreibungs-Postings sehen. Ich finde es aber gerade in einem so einseitigen Forum wichtig, zu zeigen, dass es auch andere Meinungen gibt.

P.S.: Sie hätten mir ja ein "grün" verpassen können :-)

Wie? Wo? Was? Rechtsstaat?
00
15.3.2010, 12:51

Sie sind aber noch nicht lange dabei. Die Postingcommunity beim Standard war immer links. Seit den letzten Erfolgen der Rechten bei den Wahlen tummeln sich hier immer mehr rechte und Leute die rechter als Dschingis Khan sind.

Wo sonst sollen sie auch ihre Ideologie abladen? Gibt ja kein Vergleichbares Onlineportal mit so vielen Usern. Und wer schreibt schon gerne für 4-5 hanseln wie zb. auf presse.at

Oedipus
21
15.3.2010, 11:41

Genauso ist leider auch die Berichterstattung...

W. Schaffenrath
05
15.3.2010, 09:27
Arroganz, Dummheit? Oder beides?

Bludenz, einst Hochburg der Sozialdemokraten mit dem legendären Bürgermeister Stecher, ist das Musterbeispiel des Todestriebes der SPÖ!

Vor zwei Jahren hat der amtierende ÖVP-Bürgermeister sich zum Bauansuchen eines Minaretts liberal geäußert. Die mit Blindheit beschlagene SPÖ plakatierte daraufhin im Wahlkampf "Minarett: NEIN" und "Mehr Polizei" (Bludenz ist ein verschlafenes Provinzstädtchen ohne nennenswerte Kriminalität)!

Die Ohrfeige folgte auf dem Fuß! SPÖ minus 7% (von 33,5 auf 26,7%), FPÖ von 3 auf 9 Prozent fast verdreifacht!

"Ma goht zum Schmied und net zum Schmiedle", hat sich wieder bewahrheitet! Die ehemalige Sozialkompetenz (Wohnbau, Arbeitsplätze) der SPÖ hat diese längst an die ÖVP abgetreten...

Rudolpho der I
00
15.3.2010, 09:25
Wer zieht bei den Sozialisten die Fäden????

Faymann kann es nicht sein,ich denke das der Häupl
im Hintergrund agiert,aber dabei auch zum Toten-
gräber der Spö wird.

Fritz094
 
11
15.3.2010, 07:32

Diese schwarze Dominanz gefällt mir gar nicht. Teilweise stellen die Schwarzen zwar ganz vernünftige, ja sogar liberale Kandidaten auf, die sich in der Partei hochgearbeitet haben obwohl sie nicht wirklich der Linie entsprechen.
Aber dennoch - Für Vorarlberg ist progressive Politik und mehr Offenheit nötig.

Zu erwähnen ist dass in den meisten Gemeinden im Wald und im Montafon gar nicht die Wahl zwischen mehr als einer Partei gab. Meist gibt es dort nur Bürgerlisten.

Peter Hammer 06
13
15.3.2010, 06:36
ALFRED G., bitte komm' zurück!! Und für alle...

...Schlauberger, die jetzt mit " das waren Wahlen in Vorarlberg" kommen, Alfred wäre sicher an dieser SPÖ-Niederlage "schuld" gewesen.

bacchus1at
00
15.3.2010, 18:13

sorry, diese antwort war für fritz084 gedacht....hat sich wahrscheilich ein kleiner (politischer) fehler eingeschlichen....bitte nicht gleich überreagieren....ich weiss sehr wohl, was gefasle ist, den terminus benutzen sie offenbar standardmässig, wenn man ihre lpostings verfolgt.

bacchus1at
00
15.3.2010, 13:26

genau.....einheitspartei, wie damals.....

Peter Hammer 06
10
15.3.2010, 14:37
Wovon faseln Sie?

bacchus1at
00
15.3.2010, 18:07

kleingeister sollten standardleseverbot kriegen.....die verstehen ohnehin nur bahnhof.....

Peter Hammer 06
10
16.3.2010, 07:21
Sie sollten sich entscheiden....

...WO und WAS Sie mir schreiben wollen.
PS: Gefasel passt eben zu oft, ist nicht meine Schuld wenns passt.

kalunde
 
00
15.3.2010, 13:11
HAHAHA!

Jaja, echt der HAMMER!, der Hammer!

Peter Hammer 06
10
16.3.2010, 07:35
Habn'S lang für diesen "Satz" gebraucht? .....

...Eine Aussagekraft,sagenhaft.

kalunde
 
00
16.3.2010, 09:34
ca 4 Sekunden?

Sie haben Ihren Humor noch immer nicht verloren, das freut mich für Sie!

http://derstandard.at/plink/274... pid6044673

Peter Hammer 06
10
16.3.2010, 10:54
Es bleibt dabei....

...jede sogenannte Debatte mit Ihnen ist sinnlos.
So wie anno 2007 bei Cap und sein " den Worten Straches müssen Taten folgen". Sind solche gefolgt?
Hat die SPÖ sich,ausser 4 Abgeordnete bei der Grafwahl, mit der FPÖ ins Bett gelegt?
Im Eck' stehend von "ausgekotzt" zu schreiben, wird auch heute zuwenig sein.Abgesehen davon, ich lege keinen gesteigerten Wert auf Ihre Absonderungen, egal welcher Art!.

kalunde
 
00
16.3.2010, 11:01
Ich bin einverstanden!

mmmmppffrrtt...

Peter Hammer 06
10
16.3.2010, 17:48
Vollinhaltlich hoffe ich!

François Marie Arouet
00
15.3.2010, 11:15
Ja, Gusenbauer als personalreserve der SPÖ!

Ihr Posting offenbart unfreiwillig ihr ganzes Dilemma....die nicht vorhandene Personalreserve, bedingt durch die Vetternwirtschaft und Bonzeninzuchzt innerhalb der SPÖ!

Peter Hammer 06
10
15.3.2010, 15:56
M.Voltaire rotiert bereits im Grab.....

...ob Ihres "geschliffenen" Stils.

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