EU-Hilfskonvoi für Griechenland im Anrollen

15. März 2010 10:26

Letzte Details für ein EU-Maßnahmenpaket werden vereinbart - Schäuble und Lagarde dämpfen die Erwartungen an das Treffen der Euro-Finanzminister

Berlin/Brüssel - Das Katz-und-Maus-Spiel rund um ein EU-Hilfspaket für Griechenland dauerte auch über das Wochenende an. Meldungen, wonach die Rettungsaktion fix vereinbart sei, wurden zwar dementiert. Dennoch rechnen Eingeweihte damit, dass die Euro-Finanzminister den Sack bei ihrem Treffen am heutigen Montag oder spätestens am Dienstag in der erweiterten Runde aller EU-Ressortchefs zumachen werden.

Anleihe der Kommission möglich

Auf dem Tisch liegen technische Vorarbeiten, die bilaterale Kredite und/oder Haftungen vorsehen ebenso wie eine Anleihe der EU-Kommission. Bei Letzterer würde die Brüsseler Institution Geld am Kapitalmarkt aufnehmen und dieses an die Mitgliedsstaaten weiterreichen. Der auf dem Markt wegen des hohen Risikos von Athen verlangte Zinsaufschlag für Staatsanleihen würde dadurch geglättet. Stabile Länder wie Deutschland, Frankreich oder Österreich müssten hingegen mehr Geld für die Verschuldung zahlen. Finanzminister Josef Pröll hat am Samstag von Haftungen für Kredite gesprochen, die auch von Österreich zu übernehmen seien. Voraussetzung dafür sei, dass sich auch andere Euro-Staaten solidarisch an der Aktion beteiligten.

Über Volumina sickerte noch nichts Konkretes durch. Immer wieder genannt werden die 20 Milliarden Euro, die Athen in den nächsten Wochen refinanzieren muss. Heuer benötigt Griechenland insgesamt 50 Mrd. Euro. Dem Vernehmen nach wurden auch bei der Vorbereitung der Stützung keine Ziffern genannt.

Berlin ziert sich

Viel dürfte in den nächsten Tagen von der Position Deutschlands abhängen. Kanzlerin Angela Merkel hatte beim EU-Sondergipfel vor einem Monat eine Grundsatzeinigung der Finanzminister über Hilfen für Griechenland zu Fall gebracht. Auch jetzt sei ihre Linie noch nicht abschätzbar, heißt es aus Diplomatenkreisen.

In Deutschland gilt eine Unterstützung Griechenlands als besonders unpopulär, zumal Berlin rund die Hälfte der Last stemmen müsste. Beobachter halten es für nicht ausgeschlossen, dass Merkel sich in letzter Minute neuerlich querlege und damit nur noch ein Hilfsansuchen an den Internationalen Währungsfonds bliebe. Die Teilnahme von Finanzminister Wolfgang Schäuble, der bereits in der Frage eines Europäischen Währungsfonds eine andere Linie verfolgt hat als seine Parteichefin, am Treffen in Brüssel ist wegen einer Operation unsicher. Ein IWF-Einsatz in einem Euro-Land ist höchst umstritten. Viele Spitzenpolitiker sind der Ansicht, dass die zweitstärkste Währungszone der Welt selbst mit ihren Problemen fertig werden müsse. Währungskommissar Olli Rehn hat die Lösung des griechischen Problems als "unsere Herausforderung" bezeichnet.

Griechenland hat ein Sparpaket im Volumen von 4,8 Mrd. Euro geschnürt, das auf heftige Proteste im eigenen Land und auf großes Lob der EU-Partner stieß. Im Zentrum der Maßnahmen stehen die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Kürzungen beim öffentlichen Dienst. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.3.2010)

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Functio Laesa
15.03.2010 13:49
Wieso müssen die Deutschen die HÄLFTE stemmen?

werden die immer noch mit ihrer Vergangenheit in Geiselhaft genommen? Wenn die Merkel darauf eingeht muss sie ihren eigenen Leuten die Luft abschnüren - irgendwo her muß das Geld ja kommen - das eigentlich gar nicht vorhanden ist. Die haben ja selbst Schulden. Der Wahnsinn hört nicht auf. Die Kinder der jetzigen Generationen werden für die Zukunft in die Sklaverei verkauft. Und wird sich in Griechenland was ändern? Jetzt erwartet man von einem Regierungschef der selber zum korrupten Establishment gehörte dass er alles reformiert. Ob da die griechischen Oligarchen mitzahlen oder nur das Volk ausgepreßt wird wird sich zeigen. Eigentlich müßten das griech. Volk den Oligarchen die Bude anzünden. Eine Revolution wäre da durchaus angebracht.

also dann ...
15.03.2010 16:16
hmhm ... eine einfache erklärung : wer h o h e schulden hat (GR, GB, USA usw)

hat eine klar stärkere verhandlungsposition...
als der gläubiger, d.h. D...
- exportiert hohe summen an rüstungsgütern nach GR
(wenn diese nicht bezahlten ... muss die regierung wohl die exporteure mit steuergeldern "retten"...)
- die deutschen banken haben ca. 40 mrd an schulden GR... in ihren büchern !

d.h. D ... genauso wie F
(wo die banken 70 mrd an schulden von GR haben)
retten nicht GR
sondern ihre eigenen banken + rüstungskonzerne !

(intern.) wirtschaft ist eben ein NULLSUMMEN-SPIEL !

evolution2011
 
24.03.2010 22:25

das Ganze wird in die Hose gehen: Heißt der dzt. gr. Verteidigungsminister nicht Evangelos Venizelos??? Jener Herr, welcher bei der Korruption anlässlich der Olympiade 2004 die Fäden zog (an die Aussagen des gr. Siemens Chefs Christofarakos sei erinnert)???

Merkel hat vollkommen Recht, wenn sie bei dieser Klientel auf Sicherheit baut. ;o)

N. N.
15.03.2010 17:07

Erklärt halt noch immer nicht, warum Deutschland die Hälfte stemmt. Warum nicht etwa Frankreich, wenn französische Banken offenbar noch stärker engangiert sind? Ich verstehe diese Form von Journalismus nicht - ist es nicht Aufgabe des Journalismus, hinter die Kulissen zu blicken? Für obige Meldung tut´s auch "Österreich" oder ein x-beliebiger Radiosender. Ich will wissen, wie man auf diesen Schlüssel kommt. Kann ja nicht so schwer sein ...

also dann ...
15.03.2010 19:04
stimmt - ich denke (siehe bilder 4-8) dies ist die erklärung !

http://www.spiegel.de/fotostrec... 797-7.html

D hat sich aufkosten der anderen länder
aussenhandelsvorteile (aufkosten der l ö h n e !) erkauft - und nun ist es auch nur gerecht, dass sie eben mehr (wieviel auch immer ?) blechen.

sinnvoll ist es natürlich, dass die aussenhandels-UNGLEICH-gewichte abgebaut werden.
dies ginge sehr einfach :
D... bräuchte nur grössere l o h n e r h ö h u n g e n
(wie dies F, GR, S, DK, GB und dúe USA taten...)
im eigenen land durchführen
= mehr importen = weniger überschüss
= hilfe für die exporte v. GR, F. usw usw.

Functio Laesa
15.03.2010 16:26
Klingt ziemlich einleuchtend

Dadurch ist Deutschland ziemlich erpressbar. Und wir sind es wahrscheinlich auch. Klingt aber nach einer ziemlich aussichtslosen Situation. Unser Wohlstand ist ohne Außenhandel nicht möglich also müssen wir diese ganzen Handelspartner mit dem durch sie erwirtschafteten Geld retten ob wir wollen oder nicht. Wer kauft sonst noch unserer Produkte. Nur die wenigen die übrig bleiben? Obwohl diese Abhängigkeit der "Geldnehmer" Länder müßte wiederrum die Position Deutschlands auch auf irgendeine Art und Weise stärken, sind sie doch eine der Lokomotiven des Wohlstandes. Wenn die mal Njet sagen bröselt doch alles. Also müßten sie in anderen Bereichen auch Forderungen durchsetzen können.

also dann ...
15.03.2010 19:19
diese website ist einer der besten für vwl. analysen !

http://www.jjahnke.net/rundbr68.html#1929

siehe insbes. grafik :
15046 - D versus F
14890 - Lohnentwicklung / Gewinnentw. in D !!!
13444 - bankschulden der GR (F,D)
und 16041 Mrd schulden von GR, Port, Spanien
D - 331 mrd, F 301, GB 156
dann ist klar, dass es nicht um die länder geht - sondern un die RETTUNG DER EIGENEN BANKEN !

interssant auch die 04004 :
wie sich das BIP in D zusammensetzt
und
alle anderen (bildung etc.) auch.

viel spass.

N. N.
15.03.2010 13:28
Darf man fragen, warum Deutschland die Hälfte der Kosten übernehmen muss?

Wär nett, wenn einmal jemand recherchieren könnte, wie solche Dinge in Brüssel kalkuliert werden.

Alles hat seine Zeit.
 
15.03.2010 13:07
Ich glaub, wenn ich ein Deutscher wäre,

ich würde derzeit lieber eine mildtätige Spende an die Regierung von Nordkorea überweisen als auch nur einen Cent nach Griechenland.

Schaumermal.

Brunzhilde
15.03.2010 13:05

Schmeißen die das wenigstens dirket vom Konvoi in die jubelnde Menge?

Sag' zum Abschied leise "Euro"
 
15.03.2010 12:29
Jetzt entscheidet sich,

ob nur die PIGS abstürzen- oder etwas später ganz Europa.

Toni Meister
15.03.2010 11:53
Da kommt er aber spät drauf:" Nie wieder derart hinters Licht führen lassen"

Deutschlands Finanzminister Schäuble will schärfere Sanktionsmöglichkeiten gegen Staaten ohne Haushaltsdisziplin – bis hin zum Ausschluss aus der Eurozone. Hat sein eigenes Land Haushaltsdisziplin ?.

Der Waehlerwille
 
15.03.2010 14:58
ja hat es

1116er
15.03.2010 11:40
finanzielle hilfen für länder wie griechenland sind doch keine einbahnstrasse!

am beispiel eu-nettozahler /empfänger:

wer schon mal über eine kürzlich fertiggestellte und hauptsächlich mit eu-geld bezahlte gr-autobahn gefahren ist, hat garantiert die schilder mit den logos der am bau beteiligten firmen gesehen: das who-is-who der europäischen baubranche. auch ö-firmen finden sich darunter und verdienen daran.
die baumaschinen und lkw wurden (auch) in nettozahlerstaaten gekauft, deren einzelteile auch in ö produziert.

griechen profitieren natürlich auch. wofür geben sie ihr geld aus? die einen kaufen sich einen porsche-cayenne, die anderen pilgern zu lidl und aldi (wo es im wesentlichen das in den nettozahlerstaaten produzierte warenangebot gibt).

diese gelder sind keine geschenke, sie fließen wieder zurück!

Kontrahent1
15.03.2010 11:54
Bevor Griechenland nicht eine Steuermoral

zumindest wie in den anderen, nördlichen EU-Ländern herrscht, kann man gleich anfangen, für die Haftungen Rückstellungen zu bilden und unsere Steuern ein wenig mehr zu erhöhen. Jeder, der schon einmal in Griechenland war weiß, daß nur für maximal jeden 5. Verkauf ein Beleg gedruckt wird.

John Nevas
15.03.2010 11:12
Versteckte Subventionen der Waffenlobby

Dieses Land hat in den letzten 10 Jahren ueber 120 Mrd. fuer Waffen ausgegeben. Davon ueber 50 an die Deutschen.

Letzte Woche hat Athen weitere U-Boote unter Deutschem Druck bestellt und derzeit werden weitere Leopard Panzer ausgeliefert. Wozu eigentlich?

Sollen nun die Steuerzahler Europas Griechenland oder die Deutsche Waffenindustrie subventionieren?

Dieses Land hat ein einziges riesen Problem, was alle Totschweigen.

Es muss mit den Waffenkaeufen aufhoeren.

Bei 271 Mrd. Staatsschulden, 120 Mrd. fuer Waffen - es wird klar wo das Problem liegt.

Es leiden schon 10 Millionen Griechen darunter und jetzt soll sich auch der Rest der Buerger Europas daran beteiligen um die Deutsch-Franzoesische Waffenindustrie reicher zu machen.

so ises
15.03.2010 14:42
und am 10. Februar (!!) hat Griechenland angekündigt

was mit dem geschenkten Geld gemacht wird:

http://bit.ly/bkfVdG

Der Wahnsinn muss endlich aufhören!

jeff5
15.03.2010 10:39
diese schiebereien widersprechen eu-recht.

wenigstens fällt der eu-beitritt der türken.


jetzt begebe ich mich auf das nichtniveau von dick und doof, ich hoffe, dass hc viele stimmen macht, obwohl ich ihn nicht wähle.










MUNGO1
15.03.2010 11:20
Raus, bevor es endgültig zu spät sein wird!

ob du ihn wählst oder doch nicht, wird nicht ausschlaggebend sein, er wird sicher zulegen!

ob man sich das auch wünscht, bleibt jedem einzelnen überlassen.

das fass ohne boden (eu) kann man nicht füllen, die nächsten lecks warten schon darauf mit milliarden gestopft zu werden, die löcher sind Italien, spanien usw...

auf der anderen seite wird die geduld der zahlenden mitgliedsstaaten auf eine arge probe gestellt und das ende ist bereits jetzt abzusehen, nämlich; PLEITE!

grisu00
 
15.03.2010 10:12
Bleibt nur die Frage...

... wer denn die Gläubiger von GR sind? Und warum plötzlich ganz Europa einspringt. Der Run auf die GR Staatsanleihen bei der letzten Ausschreibung scheint schon durch Insider getätigt worden zu sein - wäre auch interessant wer da zum Zug gekommen ist.

Mich würde nicht wundern, wenn eine ganze Reihe von Banken, Versicherern, etc. da drinnen stecken und die Hilfszahlungen an GR somit wieder nur ein Bail-Out ist. Umverteilung pur.

Dafür können aber endlich die lästigen öffentlichen Leistungen wie Gesundheitsvorsorge, Wasserversorgung, Straßen, Bahn, etc. privatisiert werden und an der Börse verzockt werden.

Barry aus DC
15.03.2010 09:14
Um die Auswirkungen für Ö jetzt zusammenfassen:

nicht nur dass wir den Griechen jetzt unter die Arme greifen werden - das Glätten des Zinsaufschlages bedeutet natürlich damit dass Ö höhere Zinsen zahlen muss. Und da dicke Pröll lacht noch dazu und schmeisst da das Geld raus dass er bei uns (Bevölkerung) einsparen will und wird.

Unsere Politiker sind durch die Bank zum sch... und zeigen ständig Rückgrat wie ein Gummibaum.

Sollen endlich zeigen dass sie zum Sparen bereit sind!!!!

evolution2011
 
15.03.2010 08:29

bilaterale Kredite sind in der EU wohl kaum gesetzeskonform. Würden die Griechen unterstützt, hätten wir ein 5:0 für Betrug und Korruption. Der Dominoeffekt wäre gar nicht abschätzbar.

Peter_23
15.03.2010 09:45
Geanu das wird aber heute (sehr wahrscheinlich) vereinbart

und in Folge passieren.

Ein schwarzer Montag für den Euro und die EU als Ganzes.

Nomade
15.03.2010 00:05
Das ist erst der Anfang

In Spanien und Portugal tickt die nächste Zeitbombe, und ich hoffe sie explodiert. So wäre der Beitritt der Türkei für ein und alle mal gestorben. Die würden uns noch mehr am Kopf herum tanzen. Die Nettozahler wären wieder die Dummen. Glaubt den jemand die arroganten, nationalistischen Türken wollen Europäer werden, die wollen doch nur etwas vom EU-Kuchen ab haben. Je weiter weg von Brüssel, desto mehr wird gelogen und betrogen. Ich kenne das von Spanien, meine Frau kommt von Andalusien. Ich habe schon öfters in Andalusien gehört, dass Brüssel und die arroganten reichen Europäer die Nase ja nicht in Spanien hineinstecken soll, sogar von meinen spanischen Verwanden.

estewe
15.03.2010 13:36
Wohne auch in Andalusien...

...und ich höre da ganz andere Sachen. Die meisten Andalusier (die ich kenne) sind sehr froh über die EU.

Verallgemeinerung sind nicht angebracht! Vielleicht haben Sie sich einfach die falsche Familie ausgesucht?

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