"Microsoft hat mit Internet Explorer viel Schaden angerichtet"

13. März 2010, 12:54
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    foto: opera

    Opera-Produktmanger Roberto Mateu

Opera-Produktmanger Roberto Mateu über den neuen Browser-Krieg

Quer durch Europa werden Windows-User dieser Tage vor die Wahl gestellt, welchen Browser sie nutzen wollen. Im Gespräch mit pressetext geht Roberto Mateu, Produktmanager Consumer Products bei Opera, auf die Vorteile dieser neuen Wahlfreiheit ein. Er spricht über Opera als schnellsten Wagen auf dem Datenhighway in einem neuen Browser-Krieg ebenso wie das Problem des Geschäftsmodells als Erfolgsfaktor im Kampf um Marktanteile.

***

Frage: Microsoft ist dabei, in Europa den Browser-Auswahlbildschirm auch als Windows Update bereitzustellen. Welchen Einfluss wird das auf die Browser-Marktanteile haben?

Mateu: Aus unserer Sicht ist das sehr wichtig, aber für uns stehen die Vorteile für User und nicht die Marktanteile im Vordergrund. Die Auswirkungen werden gewaltig sein, wenn User erkennen, wie Browser mit modernen Webtechnologien funktionieren sollten. Selbst, wenn sie beim Internet Explorer bleiben, ist der Übergang von IE6 auf IE8 ein großer Vorteil.

Frage: Stellt es nicht ein wenig den Sinn des Auswahlbildschirms in Frage, dass dort die fünf verbreitetsten Browser, darunter Opera, sichtbarer sind als sieben weitere Alternativen?

Mateu: Ich glaube nicht. Wir haben gesehen, dass die Erwähnung von Chrome in einem BBC-Bericht letztes Jahr auch mehr User angeregt hat, sich auch Alternativen wie Opera anzusehen. Ähnliches wird auch hier zutreffen.

Frage: Mit Blick auf das iPhone muss man sagen, dass Windows stets so weit offen war, dass User alternative Browser installieren konnten. Ist das im Nachhinein betrachtet nicht lobenswert?

Mateu: Nun ja, Microsoft hat den IE lange als das Feature für den Internetzugang präsentiert. Sie haben viel Schaden angerichtet, indem Entwickler effektiv gezwungen wurden, Webseiten speziell für den IE zu schreiben. Jetzt wird Microsoft endlich gezwungen sein, mehr mit anderen an Standards zusammenzuarbeiten. Das ist das Positive am neuen Browser-Krieg, es ist ein Rennen auf dem gleichen Highway. Es gibt nicht mehr zwei getrennte Spuren wie damals, als Webseiten nur vom IE oder von Netscape richtig dargestellt wurden.

Frage: Bei Opera 10.50 für Windows gab es zwei Beta-Versionen und fünf Release Clients in knapp drei Wochen. Andere würden dafür eher drei Monate brauchen. War das die große Hast, um rechtzeitig für den Windows-Auswahlbildschirm fertig zu werden?

Mateu: Nein. Die Deadline Anfang März stand, bevor wir genaues zum Auswahlbildschirm wussten. Wir haben einfach viele Entwickler an die Windows-Version gesetzt und einen sehr transparenten Testprozess. Es kam immer praktisch sofort Feedback zu Details, die korrigiert werden müssen. Die vielen Vorabversionen gab es nur wegen der Menge an Feedback.

Frage: Ein Feature, mit dem sich Opera von der Konkurrenz abhebt, ist das Komprimierungstool. Braucht ein Desktop-Browser das im Breitband-Zeitalter überhaupt?

Mateu: Außerhalb von Westeuropa und Nordamerika ist die Infrastruktur vielerorts katastrophal, mit Verbindungen allenfalls auf 3G-Niveau. Dort ist Turbo zwar kein Allheilmittel für Geschwindigkeitsprobleme, aber es hilft Browser-Nutzern.

Frage: Was sind aus Ihrer Sicht Features, mit denen sich Opera heute von der Konkurrenz abhebt oder schon früher abgehoben hat?

Mateu: Ganz groß ist bei Opera 10.50 das Thema Geschwindigkeit, nicht nur bei Benchmarks, sondern auch, wie sie der User erlebt. Ein Vorreiter waren wir mit Speed Dial. Die späteren Umsetzungen bei Chrome und Safari bevormunden User etwas, während wir völlige Freiheit bieten und außerdem eine Keyboard-Navigation unterstützen. Auch fanden es viele absurd, als wir Tabs oberhalb der Adresszeile eingeführt haben. Aber das hat allen Next-Generation-Browsern als Inspiration gedient.

Frage: Opera zeigt also immer wieder innovativ auf. Warum kann Opera das nicht recht in Nutzerzahlen umsetzen?

Mateu: Viele Statistiken sind einfach zu US-zentrisch. Wir sind vielerorts führend oder sehr stark, etwa in Russland und der Ukraine. Wir sind auch gleichzeitig mit Googles Chrome gewachsen, der nicht nur dem IE Marktanteile abnimmt, sondern mancherorts auch Firefox.

Frage: Das ändert nichts daran, dass Firefox deutlich stärker gewachsen ist als Opera. Woran liegt das?

Mateu: Als der ursprüngliche Netscape dem IE zum Opfer gefallen ist, haben wir überlebt, weil wir ein Geschäftsmodell - kostenpflichtig oder mit Werbung - hatten. Ein für Gratis-Browser tragfähiges Geschäftsmodell wurde erst mit der Google-Suchintegration ab etwa 2004 möglich und Firefox ist genau damit gestartet. Wir haben erst etwas später umgestellt. Mozilla hat ferner eine sehr starke Community, obwohl sich auch MyOpera mit vier Mio. Usern sehen lassen kann.

Frage: Bei Operas Stärke im Handy-Segment bekommt man von außen den Eindruck, dass hier das Geld verdient wird, um es in der Desktop-Entwicklung zu verpulvern. Stimmt das?

Mateu: Nein, das ist Unsinn. Desktop ist für gut ein Viertel unserer Einnahmen verantwortlich, eben durch Search Engine Revenue Sharing. Wenn unser Marktanteil steigt, wird auch dieser Anteil steigen.

(pte)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 147
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Mathias
 
00
16.3.2010, 11:21
Sie haben viel Schaden angerichtet, indem Entwickler effektiv gezwungen wurden, Webseiten speziell für den IE zu schreiben

Sind doch auch diese "Softwaredesign"-Ausbildungshorte mit schuldig, weil die sich auch so sehr darauf gestürzt haben!

Dabei weis man, was seit Mitte der 90er Jahre an Standards beschlossen wurden! Doch manche gehorchen brav dem Marketingleuten ...

m3a
00
15.3.2010, 12:35

benütze opera, bin sehr zufrieden damit.

tab-browsing, speed-dial, turbo für langsame leitungen, mouse gestures, nicht vergessen die schnellsuche in der adresszeile!!! (absolut perfekt wenn man mal draufkommt ;-)), ...
und im gegensatz zum firefox brauch ich nicht jede der applikationen extra installieren, sondern nur ein programm.

p.s.: und die google-leiste kann man auch frei einstellen für jede andere searchengine nach belieben einstellen.

knievel
00
14.3.2010, 13:11

für uns stehen die Vorteile für User und nicht die Marktanteile im Vordergrund.
---
das wird die investoren aber nicht freuen was mutter theresas sohn da erzählt...

leap in the dark
00
21.3.2010, 15:44
hey mr. economy

opera ist über einen sehr langen zeitraum in summe in vielen bereichen der innovativste browser. mit der neuen release sind sie nur mehr wenige pixel vom sptunik-bullseye entfernt. das argument bzgl. turbo ist auch zu 100% nachvollziehbar. man müsste dafür auch gar nicht den ganzen weg nach afrika denken - da reicht schon der one/3-mobile-verbindungsspeed in perchtoldsdorf, um den sinn dahinter ermessen zu können.

so gesehen wird er schon wissen was er von sich gibt.

Berta Blaukraut
22
14.3.2010, 12:04
Manche Leute sind schon selten dämlich

und behaupten einfach Sachen, ohne irgendwas davon zu verstehen, wie z.B. dass Online-Banking nicht mit anderen Browsern funktionieren würde. Schön langsam gehen mir diese Kommentare hier im Standard sowas von auf den Geist...

Lieber Standard, ich hab eine Idee: Warum bietet ihr mir nicht ein Bezahlangebot für den Online-Standard an, z.B. 10 Euro pro Monat und dafür darf ich komplett werbefrei und ohne Kommentare die Artikel lesen. So scrolle ich immer wieder nach unten und muss mich ängern...

GreyPaladin
01
16.3.2010, 13:37

Also weil du zu dämlich bist nicht zu scrollen müssen alle leiden?

Sepp Kant
00
16.3.2010, 10:39

>Manche Leute sind schon selten dämlich

>und behaupten einfach Sachen, ohne irgendwas >davon zu verstehen, wie z.B. dass Online-Banking >nicht mit anderen Browsern funktionieren würde. >Schön langsam gehen mir diese Kommentare hier im >Standard sowas von auf den Geist...

im Textmodus siehst keine Kommentare ...

Meine Wenigkeit mit viel Senf
01
15.3.2010, 07:17
Wer nach unten scrollt

und sich dann ärgert, der will sich ärgern. Der braucht das...

Nicht scrollen ist billiger, einfacher und Nerven schonender.

ernst weber1
 
00
14.3.2010, 11:53
ich mag opera...

...weil er aus norwegen kommt. so ein schönes land. und das schulsystem auch.

Kaiser Schmarren
00
14.3.2010, 10:23

ich finds schade, dass opera nicht open source ist, würde sicher niemanden schaden, die entwicklung geht schneller, unter linux würde er mehr genutzt werden, ...
alle würden davon profitieren

ernst weber1
 
01
14.3.2010, 11:51

das glaub ich nicht unbedingt. schnelle entwicklung mit open source gleichzusetzen seh ich sehr kritisch. so sehr ich auch die philosophie hinter open source auch schätze, bewundere und benutze.

Rudolf0501
00
14.3.2010, 11:44
Nein,

nur Mainstream-Amateure können von sowas profitieren.

J.J
02
14.3.2010, 10:51

als anwender ist es mir herzlich egal, ob ein browser opensource ist oder nicht.

Lukas Chen
00
14.3.2010, 14:13
Opensource ist besser, weil es gratis ist

Ein Anwender muss Software von Microsoft kaufen, um etwas anwenden zu koennen. Zum Beispiel, Microsoft Word, oder Microsoft Office. Aber es ist gratis, wenn ein Browser opensource ist. Denn viele UserInnen koennen diese Software einfach schreiben und alle Users koennen die Software frei anwenden.

leap in the dark
00
21.3.2010, 15:47

wenns nicht zu geeky wäre hier meine idee für ein simpsons-intro:

open source ist nicht gleich gratis.
open source ist nicht gleich gratis.
open source ist nicht gleich gr

name steht im ausweis
02
14.3.2010, 22:32

Opera ist nicht Open source, dennoch gratis. Wie passt das in dein Weltbild?

Berta Blaukraut
30
14.3.2010, 11:40

Das ist schön für Sie, aber offensichtlich ist es dem Vorposter nicht egal.

Selten sinnloses Posting.

Napoleon XIV.
241
14.3.2010, 01:47
Was helfen mir andere Browser?

Mein Telebanking und einige der für mich wichtigsten Seiten (u. a. BAWAG e-banking, sozvers.at, vaeb.at - also Seiten die viele andere auch verwenden) funktionieren nur mit dem IE. Was nützt mit also die große Auswahl?

Ludacris
 
01
14.3.2010, 16:09
Online Banking wird via Java Realisiert

daher kann es gut sein dass es bei Ihnen nicht geht, denn normalerweise wird im Internet Explorer ein Java Plugin installert, unter Firefox wird allerdings meißt das normale Java Runtime Package installert, welches es ermöglicht, dass anschließend Java Anwendungen in jedem Browser gehen.

Anonymous Coward
00
14.3.2010, 14:22

FUD-Alarm!

uinsel
00
14.3.2010, 14:06

ich glaube, sie haben browser missverstanden.

debian1
01
14.3.2010, 13:49

Bawag Ebanking nütze ich schon seit Jahren mit Firefox.

Arkady
10
14.3.2010, 13:23
Stimmt...

... wenn der User zu dumm ist, was anderes als den IE zu bedienen, hilft ihm die Auswahl natürlich nicht.

Bei den vom Interviewer angesprochenen anderen sieben Alternativen sind übrigens Browser dabei, die technisch gesehen IE-Ableger sind. Nur um zu unterstreichen, das es in manchen Fällen nur am User liegen kann.

Napoleon XIV.
01
15.3.2010, 00:14
Die "Dummheit", Herr Vifzack, kommt von der...

BAWAG Hotline, die mir mitteilte, dass das e-banking nur mit ie läuft.

Mathias
 
00
16.3.2010, 11:18
don't trust bawag ... or they sink you ;-)

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