"Gefährdung der Öffentlichkeit"

Kalifornischer Bezirk reicht Klage gegen Toyota ein

12. März 2010, 19:56

Detroit - Toyota gerät wegen defekter Fahrzeuge in den USA immer stärker unter Druck. Am Freitag reichte der Staatsanwalt des kalifornischen Bezirks Orange County Klage gegen die US-Vertriebssparte des japanischen Autobauers wegen der Gefährdung der Öffentlichkeit durch den Verkauf fehlerhafter Autos und irreführender Verkaufspraktiken ein. Es ist die erste Klage gegen Toyota von staatlicher Seite. Es laufen bereits mehrere andere Verfahren gegen den Autobauer. Toyota wollte sich nicht zu der Klage nicht äußern.

Toyota habe Hunderttausende Fahrzeuge in Kalifornien verkauft, obwohl der Konzern von den Risiken über unkontrolliert beschleunigende Autos gewusst habe, hieß es in der Klageschrift. Die Verbraucher seien nicht umfassend über die Sicherheitsmängel aufgeklärt worden und Toyota habe sogar Schritte unternommen, die Fehler zu vertuschen.

Toyota hat weltweit mehr als 8,5 Millionen Autos wegen ungewollter Beschleunigung und Bremsproblemen in die Werkstätten beordert. Der US-Behörde für Verkehrssicherheit (NHTSA) liegen Dutzende Unfallberichte vor, bei denen technische Mängel als Ursache vermutet werden.

Der Bezirk Orange County liegt nördlich der südkalifornischen Stadt San Diego, in deren Bezirk sich erst am Montag der jüngste Vorfall mit einem unkontrolliert beschleunigenden Toyota ereignete. Für den 61-jährigen Fahrer ging diese Fahrt glimpflich aus. Im August vergangenen Jahres verunglückte unweit der Stelle ein Polizist mit seiner Familie offenbar ebenfalls wegen eines klemmenden Gaspedals tödlich.

Einst galt Toyota als Garant für Sicherheit und Qualität. Der Autobauer bemühte sich in den letzen Wochen verstärkt darum, das Vertrauen der Verbraucher wiederzugewinnen, weshalb die Klage ein Rückschlag ist.

Mit massiven Kaufanreizen ist es Toyota aber offenbar in den USA doch gelungen, seinen Absatz anzukurbeln. Vom 1. bis zum 10. März seien 40 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft worden als im vergleichbaren Zeitraum ein Jahr zuvor, sagte Don Esmond, Vizepräsident des Toyota-Vertriebs in den USA am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview. Er rechne damit, dass der japanische Autobauer seine Marktanteile, die er in den vergangenen Monaten wegen der Rückrufe verloren habe, wieder zurückgewinnen könne. (APA/Reuters)

Bergdolm
13
12.3.2010, 23:35
Krisenfester Job

Die einzigen, die sich um Jobs keine Sorgen machen müssen, sind Anwälte.

Ich würde jedem jungen Menschen bei uns raten: Studiere Jus - pferche dich halt ein Jahrzehnt in der Uni, aber dann bist du ein King (oder eine Queen - zwecks Gender...).

Da wir den Amis alles nachäffen, wird irgend wann auch bei uns wegen jeden Scha. eine Prozesslawine losgetreten.

Einwende gegen "jeden Scha." sind vorprogrammiert, weil es doch Tote gab.

Unnötige Tote gibt es jeden Tag zuhauf, wegen irgend welcher Fehler - und sei es nur ein fehlgeleitetes Raketerl in Afghanistan.

Aber beim Match USA-GM gegen Japan-Toyota wird in der Champions League der Wirtschaftskriege gespielt.

Wenn Anwälte in dieser Liga spielen, gibt es wirklich fette Kohle!

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