Detroit - Toyota gerät wegen defekter Fahrzeuge in den USA
immer stärker unter Druck. Am Freitag reichte der Staatsanwalt des
kalifornischen Bezirks Orange County Klage gegen die US-Vertriebssparte des
japanischen Autobauers wegen der Gefährdung der Öffentlichkeit durch den Verkauf
fehlerhafter Autos und irreführender Verkaufspraktiken ein. Es ist die erste
Klage gegen Toyota von staatlicher Seite. Es laufen bereits mehrere andere
Verfahren gegen den Autobauer. Toyota wollte sich nicht zu der Klage nicht
äußern.
Toyota habe Hunderttausende Fahrzeuge in Kalifornien verkauft, obwohl der
Konzern von den Risiken über unkontrolliert beschleunigende Autos gewusst habe,
hieß es in der Klageschrift. Die Verbraucher seien nicht umfassend über die
Sicherheitsmängel aufgeklärt worden und Toyota habe sogar Schritte unternommen,
die Fehler zu vertuschen.
Toyota hat weltweit mehr als 8,5 Millionen Autos wegen ungewollter
Beschleunigung und Bremsproblemen in die Werkstätten beordert. Der US-Behörde
für Verkehrssicherheit (NHTSA) liegen Dutzende Unfallberichte vor, bei denen
technische Mängel als Ursache vermutet werden.
Der Bezirk Orange County liegt nördlich der südkalifornischen Stadt San
Diego, in deren Bezirk sich erst am Montag der jüngste Vorfall mit einem
unkontrolliert beschleunigenden Toyota ereignete. Für den 61-jährigen Fahrer
ging diese Fahrt glimpflich aus. Im August vergangenen Jahres verunglückte
unweit der Stelle ein Polizist mit seiner Familie offenbar ebenfalls wegen eines
klemmenden Gaspedals tödlich.
Einst galt Toyota als Garant für Sicherheit und Qualität. Der Autobauer
bemühte sich in den letzen Wochen verstärkt darum, das Vertrauen der Verbraucher
wiederzugewinnen, weshalb die Klage ein Rückschlag ist.
Mit massiven Kaufanreizen ist es Toyota aber offenbar in den USA doch
gelungen, seinen Absatz anzukurbeln. Vom 1. bis zum 10. März seien 40 Prozent
mehr Fahrzeuge verkauft worden als im vergleichbaren Zeitraum ein Jahr zuvor,
sagte Don Esmond, Vizepräsident des Toyota-Vertriebs in den USA am Freitag der
Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview. Er rechne damit, dass der
japanische Autobauer seine Marktanteile, die er in den vergangenen Monaten wegen
der Rückrufe verloren habe, wieder zurückgewinnen könne. (APA/Reuters)