Absturz im Juni 2009

Air France muss hohe Entschädigung zahlen

12. März 2010, 19:40

Angehörige von Opfern des Absturzes im vergangenen Jahr klagten in Brasilien erfolgreich

Rio de Janeiro - Mehr als neun Monate nach dem Absturz eines Air-France-Flugzeugs über dem Atlantik ist die Fluglinie in Brasilien zu einer Millionenentschädigung an die Angehörigen eines Todesopfers verurteilt worden.

Die französische Airline muss umgerechnet rund 840.000 Euro an die Familie des früheren Generalstaatsanwalts Marcelle Valpacos Fonseca zahlen. Die Katastrophe, so die Bundesrichter, sei auf das "fahrlässige Verhalten" von Air France zurückzuführen.

Valpacos Fonseca saß in der Unglücksmaschine, die in der Nacht auf den 1. Juni auf dem Flug AF447 von Rio nach Paris ins offene Meer gestürzt war. Dabei kamen 228 Menschen ums Leben. Die Unglücksursache ist bis heute ungeklärt, weil die Flugschreiber nicht gefunden wurden.

Inzwischen hat Air France entschieden, den Meeresgrund erneut abzusuchen. Air France und auch dem Flugzeugbauer Airbus war vorgeworfen worden, sie hätten zu lange auf außen angebrachte Geschwindigkeitsmesser vertraut, obwohl es damit schon etliche Zwischenfälle gegeben habe. Mittlerweile haben die Hinterbliebenen etlicher anderer Opfer auch Klagen eingereicht. (AFP)

Kommentar posten
16 Postings
trotz allem Grünwähler
01
14.3.2010, 10:11

Da soll noch einer sagen, Tod sind alle gleich. Selbst da sind manche mehr wert.

amused8
00
13.3.2010, 16:04
Gehirnschlag im Cockpit


Hier eine recht gute Zusammenfassung der bisherigen Untersuchungsergebnisse. Den Piloten bzw. die Airline trifft zweifelsohne eine Mitschuld. Weil das Flugzeug voll beladen war, wurde mit einer Ausnahmeregel nur die minimalst mögliche Treibstoffmenge getankt. Größere Umwege - z.B. das weitläufige Umfliegen der Sturmzone - waren damit so gut wie ausgeschlossen, denn dies hätte zu einer kostspieligen Zwischenlandung in Lissabon oder Bordeaux führen können.

http://www.spiegel.de/spiegel/0... 38,00.html

Gerhard1967
00
12.3.2010, 21:32
Was heißt "Absturzes im Juni 2009" in der Überschrift?

Habe ich eine Fallverschiebung versäumt? ^^

Liebe Grüße

GPWS GPWS
100
12.3.2010, 20:30
Recht geschieht's Ihnen

Abgesehen davon, dass man die Blackbox gar nicht finden wollte (dann haette man naemlich die Wahrheit gefunden, ...Pilots Error)....find' ich es zumindest fair fuer die Hinterbliebenen, dass Air France die Konsequenzen fuer Ihr Management uebernehmen muss.

Herzerzog Johann
10
13.3.2010, 13:34
Schön ...

... wenn man eine selbstentwickelte Verschwörungstheorie unter die Leute bringen kann.

Kopfschüttel

ravenna
03
13.3.2010, 10:27
Bitte nennen Sie mir...

...doch per Mail die Lottozahlen der morgigen Ziehung.

Club-der-dichten-Toten
04
12.3.2010, 22:17
(dann haette man naemlich die Wahrheit gefunden, ...Pilots Error)

Wow.
Sind Sie Hellseher? Oder waren Sie dabei?
Oder können Sie aus dem bis dato vorhandenen Zwischenbericht oder den anderen Informationen das heraussehen und belegen?
Bitte wenden Sie sich sofort an die Untersuchungsbehörden, die sind froh über Menschen wie Sie, die sie in ihrer Arbeit unterstützen.
Und sowohl Air France als auch Airbus sind extrem an der Unfallursache interessiert.

Zögern Sie also nicht, sich zu melden und Ihre Erkenntnisse mitzuteilen!

GPWS GPWS
11
13.3.2010, 14:39
Sie sind aber auch leicht zu ueberzeugen

Als Linienpilot einer renomierten Airline darf ich zumindest davon ausgehen, dass es sich um Pilots Error handeln kann, da statistisch gesehen 90 % aller Unfaelle auf Pilotenfehler zurueckzufuehren sind. Dieses Mal vielleicht nicht unbedingt, was das fliegerische Koennen anbelangt, jedoch die Entscheidung, nicht um eine derart "grosse Gewitterfront" herumzufliegen. Meine Kollegen flogen an diesem Tag von Sao Paolo nach Dubai und die mussten sogar 60 Nautische Meilen um diese Front herumfliegen....die Staurohre vereissen sicherlich nicht ausserhalb einer Gewitterwolke, oder sind Sie da anderer Meinung...der Unfall kommt immer in Form einer Kette zustande....es waere interessant, warum der Airbus A 330 "in" der Gewitterzone war....

Club-der-dichten-Toten
00
13.3.2010, 23:10

G'rade wenn Sie Linienpilot sind, sollten Sie wissen, dass eine Unfallaufklärung ohne Daten und ohne den beiden "Blackboxes" gar nicht möglich ist.
Und dass es auch in der Luftfahrt nie darum geht, durch einen Bericht eine Schuld zuzuweisen.

Vor und nach dem AF-Flug flogen weitere Maschinen praktisch die selbe Strecke ohne Probleme. Es gab auch schon früher (und gibt auch heute) Flüge, die direkt durch Gewitter führen, ohne dass es Probleme gibt oder gab.

Zudem ist die *genaue* Position der Maschine beim Absturz soweit ich informiert bin, nicht geklärt. Ob sie also *mitten* im Zentrum des Gewitters war, ist unbekannt.

Es gibt *nur* Spekulationen, mehr nicht. Und g'rade Sie als Pilot sollten sich dann mit Schuldzuweisungen zurückhalten.

Fred 01
00
13.3.2010, 18:26

Troll

amused8
00
13.3.2010, 16:20

Sie haben recht, siehe auch mein Posting weiter oben. Der Pilot hatte, weil das Flugzeug voll beladen war, nur die minimalst mögliche Treibstoffmenge geladen. Eine Ausnahmengenehmigung ermöglichte es ihm sogar, das nähere Bordeaux als Flugziel anzugeben. Treibstoff für größere Umwege war also nicht vorhanden. Ein Umweg hätte eine kostspielige Zwischenlandung nach sich gezogen. Deshalb die Entscheidung, durch das Unwetter zu fliegen.

Club-der-dichten-Toten
00
13.3.2010, 23:16

Bitte informieren Sie sich genau, bevor Sie solche Unterstellungen posten.

Die Treibstoffmenge war für diesen Flug berechnet und gebunkert, die Angabe eines anderen Zieles ist keine "Ausnahmegenehmigung" sondern eine praktisch bei allen Linien durchgeführte legale Berechnung des Contingency Fuel, das eine 5%ige Reserve vorschreibt. Wird diese 5%ige Reserve jetzt zu einem alternativen Flughafen berechnet, kann die Menge an Sprit verringert werden. Das hat aber nix mit der Reichweite zu tun.

http://de.wikipedia.org/wiki/Trei... berechnung ist da lesenswert.

Kein Pilot fliegt wegen "Spritmangel" durch eine Gewitterfront, zudem war zu dieser Zeit ja wohl auch noch genügend Sprit vorhanden.

amused8
00
15.3.2010, 10:02

Eigentlich habe ich nur zitiert, was im Report von Spiegel Online berichtet wird.

http://www.spiegel.de/spiegel/0... 38,00.html

Wenn der Pilot Bordeaux als Flugziel angiebt, das auf der Flugbahn rund 500 km vor Paris liegt und dafür den Treibstoff berechnet, er aber nach Paris fliegen will, dann hat er ein Problem wenn er zusätzlichen Treibstoff für ein Ausweichmanöver bereitstellen soll. Da steht er vor der Wahl, entweder eine kostspielige Zwischenlandung in Bordeaux oder durchs Gewitter fliegen. Er entschied sich fürs Gewitter.

Club-der-dichten-Toten
00
15.3.2010, 10:11
Eigentlich habe ich nur zitiert, was im Report von Spiegel Online berichtet wird.

Tja, genau. Und Sie meinen, dass die Journalisten, die das schreiben, jetzt Ahnung von der Treibstoffberechnung eines Interkontinentalfluges haben?

Haben Sie mal mit einem Piloten gesprochen? Oder sich zumindest die oben erwähnte Wikipedia-Seite angeschaut?

Die Treibstoffberechnung ist komplex und derart auf Sicherheit ausgelegt, dass Ihre Aussage Unsinn ist.

Treibstoff gibt's mal bis Paris. Zusätzlich die ganzen Reserven. Und *nur* beim Contingency Fuel (das 5% zusätzliche Reserve vorsieht) wird eine kürzere Strecke gerechnet, da man dann bei der Neuberechnung von zB. Bordeaux nach Paris diese 5% geringer ansetzen kann. Nichtsdestotrotz ist soviel Sprit im Flieger, dass er ein Gewitter locker umfliegen danach noch in Paris landen kann.

amused8
00
15.3.2010, 12:10


Der Pilot definierte den Flug als Reclearance.

Siehe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Reclearance

Im Spiegel-Artikel (Link funktioniert nicht, weiter oben funktionert er, googlen sie nach Gehirnschlag im Cockpit) wird dazu zitiert:

"Größere Umwege sind jetzt nicht mehr so ohne weiteres möglich", erläutert Gerhard Hüttig, Airbus-Pilot und Professor am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin. Schlimmstenfalls muss der Pilot in Bordeaux zwischenlanden - oder sogar schon in Lissabon. "Doch so etwas machen Piloten nur äußerst ungern", verrät Hüttig. Denn das kostet Geld, verursacht Verspätungen und wird von der Konzernleitung nicht gern gesehen.

Also, was wollen sie???? Gerhard Hüttig, ein Troll??

Club-der-dichten-Toten
10
15.3.2010, 22:15

Praktisch *jeder* Interkontinentalflug wird als Reclearance Flug durchgeführt. Das ist nichts besonderes.

Und wenn Sie meinen, dass ein Pilot dann lieber quer durch ein Gewitter fliegt, auch wenn da ein Risiko dabei ist, dann weiß ich nicht, woher Sie das nehmen.

Ich schätze mal, dass es die Konzernleitung lieber gesehen hätte, wenn der Vogel "schlimmstenfalls" in Bordeaux zwischenlanden hätte müssen.

Keine Ahnung, ob dieser Herr ein Troll ist, er macht sich jedenfalls wichtig in einem Bereich, in dem nix feststeht und trägt somit zur Verunsicherung von Menschen bei, die keine oder wenig Ahnung von der Materie haben. Und der Spiegel trägt das seine reisserische dazu bei. Wenn Sie dem allen glauben wollen, bitte. Ihre Entscheidung.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.