Maria Fekter im Interview

"Eberau war mir eine Lehre"

12. März 2010, 19:00
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    foto: der standard/matthias cremer

    Holocaust-Gedenkstätten mit Videokameras zu überwachen hält Innenministerin Maria Fekter für keine gute Idee

Für die Innenministerin trägt Burgenlands Landespolitik die Schuld für das Desaster von Eberau - Barbara Rosenkranz hält sie für "unwählbar"

Standard: Wie kriminell sind Asylwerber?

Fekter: In den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres wurden 1328 tatverdächtige Asylwerber ermittelt, im gleichen Zeitraum im Vorjahr waren es 1636 Asylwerber, die wegen einer Straftat angezeigt wurden. Wir haben also einen Rückgang, wie überhaupt die Asylzahlen generell rückläufig sind. Die angezeigten Strafsachen sind hauptsächlich Eigentumsdelikte. Insgesamt sind 28 Prozent aller ermittelten Strafverdächtigen ausländische Staatsbürger. In einzelnen Deliktsparten ist der Fremdenanteil wesentlich höher, bei Einbruchsdiebstählen kommt jeder zweite Tatverdächtige aus dem Ausland, bei Wohnungseinbrüchen sind wir schon bei einem Ausländeranteil von 71 Prozent.

Standard: Vergangenen Oktober haben Sie bei einer Raiffeisen-Veranstaltung gesagt, dass der Großteil der kriminellen Energie von Fremden ausgeht. Jetzt haben Sie einen Anteil von 28 Prozent angegeben. Das ist zwar nicht wenig, aber nicht der Großteil.

Fekter: Aber bei den erwähnten Deliktsparten wie Wohnungs- und Hauseinbrüchen stimmt es sehr wohl.

Standard: Wie sich in der Diskussion um das geplatzte Asylzentrum Eberau zeigte, ist die Trennung zwischen Fremden und Asylwerbern oft sehr unscharf.

Fekter: Touristen sind auch Fremde. Und wir haben ungefähr 460.000 Fremde bei uns im Land beschäftigt. Davon sind Asylwerber nur ein kleiner Teil. Damit möchte ich sagen, dass ich sehr wohl genau trenne.

Standard: Welche Lehren ziehen Sie aus Eberau?

Fekter: Mit einem Zentrum für Asylwerber kann man politisch keine Lorbeeren verdienen. Aber aus staatspolitischer Sicht war es eine klare Vorgabe aus dem Koalitionsabkommen. Was mich sehr überrascht hat, war, dass von keiner Seite Unterstützung kam. Auch nicht von Caritas, Diakonie oder anderen Organisationen, die sich sonst intensiv mit Asylfragen beschäftigen. Alle haben sich unisono in die Loge zurückgezogen. Das war mir eine große Lehre.

Standard: Aber letztendlich ist das Projekt politisch gescheitert.

Fekter: Ja, und zwar auf Landesebene im Burgenland. Die Steiermark hat auch Wahlen, und dennoch ist das Schubhaftzentrum Vordernberg kein Problem. Im Burgenland hingegen gab es eine massive Verhinderungsmaschinerie.

Standard: Der Rechnungshof hat den Assistenzeinsatz des Bundesheeres zur Grenzraumsicherung massiv kritisiert. Ist die Zeit des Einsatzes nicht längst abgelaufen?

Fekter: Die Verordnung gilt dieses Jahr. Die Soldaten sind von der Bevölkerung enorm gewünscht, die Landeshauptleute von Niederösterreich und dem Burgenland sind dafür, der Bundeskanzler ist dafür, und der Verteidigungsminister, der dafür zahlt, ist dafür. Warum sollte ich also ablehnen?

Standard: Rechtsradikale Delikte steigen stark. 1998 wurden 392 Anzeigen nach dem Verbotsgesetz erstattet, 2008 waren es 835. Hat die Polizei die Neonazi-Szene nicht mehr im Griff?

Fekter: Wir wissen über dieses Szene sehr wohl gut Bescheid, derzeit ist keine Eskalation zu erkennen. Das Plus bei den Anzeigen hat auch damit zu tun, dass die Öffentlichkeit durch mediale Berichterstattung sensibler geworden ist und mehr Fälle bekannt werden.

Standard: In Oberösterreich scheint es ein Dunkelfeld zu geben. Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen wird häufig geschändet. Zuletzt auch mit eindeutig rechtsradikalen Inhalten.

Fekter: Ja, das war Provokation aus dem rechten Eck. Bei diesen Delikten gehen wir mit aller strafrechtlicher Konsequenz vor.

Standard: Warum lassen Sie Holocaust-Gedenkstätten nicht mit Videokameras überwachen, um Störaktionen vorzubeugen?

Fekter: Da muss man sehr sensibel vorgehen. Für viele Besucher sind die Gedenkstätten auch eine Art Friedhof. Hier mit Videokameras alle zu überwachen halte ich, ehrlich gesagt, nicht für eine ideale Lösung.

Standard: Die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz hat eidesstattlich erklärt, dass sie das Verbotsgesetz nicht infrage stellt und sich von den Verbrechen des Nationalsozialismus distanziert. Ist sie damit die bürgerliche Alternative zu Heinz Fischer?

Fekter: Etwas, was demokratie- politisch selbstverständlich ist, muss ich nicht eidesstattlich erklären. Für mich ist Frau Rosenkranz nicht bürgerlich, sondern rechts außen. Ich glaube, dass es am rechten politischen Rand niemanden gibt, der noch weiter rechts steht. Ich bin praktizierende Christin, und für mich ist jemand, der seine Kinder nicht taufen lässt und selber aus der Kirche ausgetreten ist, nicht wählbar. (Michael Möseneder und Michael Simoner/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14. März 2010)

Zur Person

Maria Fekter, Jahrgang 1956, ist seit Juli 2008 Innenministerin. Davor war die ÖVP-Politikerin Volksanwältin. Sie ist verheiratet und Mutter einer Tochter.

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rollie63
00

Ich bin praktizierende Christin, und für mich ist jemand, der seine Kinder nicht taufen lässt und selber aus der Kirche ausgetreten ist, nicht wählbar

spinnt die total?!

Aluc4rd
00

Man ist in ihren Augen also unwählbar wenn man nicht die Märchen glaubt die sich Menschen vor über 2000 Jahren erzhält haben?

Naja würden sich alle Institutionen die Katholische Kirche zum Vorbild nehmen wären SIE, Frau Fekter, wenigstens nicht Innenministerin geworden.
Oder schonmal einen Priester mit Ti**en gesehen?

donaquijote
00

"Hier mit Videokameras alle zu überwachen halte ich, ehrlich gesagt, nicht für eine ideale Lösung." was soll denn d a s heißen?
soll man da d'rauf sagen: so weit sind wir schon?

da dreht's einem wieder einmal den magen um.

ÄäÖöÜüß
00
27.3.2010, 09:48
Mutige und klare Aussagen einer Politikerin

im Gegensatz zu einer SPÖ mit einem LH Niessl und einem BK Werner Faymann der aus Feigheit seine Koalitionsvereinbarung bricht.
(wo ja ein 3. Zentrum vereinbart war)

Gogo Hagi
10
19.3.2010, 10:58
Fettnäpfchenhüpfen ?

Diese Frau lässt wirklich keine Peinlichkeit aus ! Wie lange wird sich Pröll noch mit diesem Papiertieger noch herumärgern müssen ?

jakov
10
17.3.2010, 20:53
In einen Topf werfen

In der Antwort auf die Frage "Wie kriminell sind Asylwerber?" behauptet Fekter, dass die Tatverdachte (nicht Verutreilungen) wegen der geringeren Asylzahlen zurückgehen. Anschließend betont sie, dass 28% der Tatverdächtigen (nicht Beschuldigten, nicht Verurteilten; wo ist hier die Unschuldsvermutung, wo der Anteil, bei dem sich die Tatverdachte später erhärten?) ausländische Staatsbürger sind: inwieweit hier aber ein Zusammenhang besteht wird verschwiegen! Wieviele dieser "kriminellen Ausländer" sind auch Asylwerber? Wieviele der 28% sind Asylwerber? Wieviele der 71% sind Asylwerber?

Fekters Aussagen zielen augenscheinlich darauf ab, das Menschenrecht Asyl zu untergraben!

pepperminta
 
10
16.3.2010, 22:03

wie schon so oft uebertrifft sich frau fekter wieder selbst, diesmal zeichnet sie sich mit unwissenheit( das ist hoeflich ausgedrueckt), diskriminierung und inkompetenz aus.
nicht der rechtsnationale hintergrund und inhalt von fr. rosenkranz macht diese fuer fr. fekter unwaehlbar , sondern ihre konfessionslosigkeit??
das sagt eine innenministerin?
hat sie die verfassung gelesen?
ich schlussfolgere, DASS ICH ALS KONFESSIONSLOSE UND MIT MIR SAEMTLICHE ANDERSGLAUEBIGE OESTERREICHER SOMIT AUCH ALS WAEHLER FUER DIE OEVP INAKZEPTABEL sind....
leider haben weder spoe noch die gruenen den mut und das rueckgrat dieser unperson rosenkranz etwas engegen zu setzen. weder mit eigenem kandidaten noch wahlempfehlung. so unterstuetzt man faschismus.

Chibisan
33
14.3.2010, 15:19
UNGLAUBLICH!!!!!

Wir leben in einem laizistischen Staat in dem unsere Innenministerin sagen kann das jemand unwählbar sei der seine Kinder nicht taufen lässt??? Das ist ein Skandal!!! Ich bin kein Freund der Rosenkranz, für mich ist sie eine der schlimmsten K*llerna*s!!
Aber das ist ja wohl schlimmster religiöser Wahn den diese Frau da von sich gibt!! Und die will Christin sein? Liebe Deinen Nächsten! Lass Ihm jede mögliche Hilfe zuteil werden! Was die macht bringt sie wenn sie schon gläubig ist unter Garantie in die Hölle!!! (;-)) Ich glaub ja nicht dran aber SIe scheints zu tun?!?
Und: Tatverdächtige mit Tätern gleichzusetzten ist abgesehen davon das es unzulässig ist da ja di Unschuldsvermutung gilt eine FRECHHEIT!!! BUÄH mir ist schlecht!! UNTRAGBAR

Mr. Bubbles
15
14.3.2010, 13:01

was sagt uns der letzte satz über religöse fanatiker?

living reef
10
14.3.2010, 10:50
schottermitzi lernfähig? ich kanns nicht glauben...

A Voice
10
15.3.2010, 09:40
eh ned

wenn, dann lernt sie das Falsche.

A Voice
13
14.3.2010, 10:31
Sie vermischt schon

in der ersten Antwort Asylwerber und Fremde.

Ad fehlende Unterstützung: Vielleicht, nur so eine Idee, hätte sie das Projekt mit ihnen abstimmen sollen, wenn sie deren Unterstützung will?
WIE unfähig ist diese Frau eigentlich?

KlassenfeindIn
18
14.3.2010, 10:28
Warum sinkt die Asylwerberkriminalität?

Weil solche Typen
http://www.krone.at/krone/S15... 471/hxcms/
in Österreich in grosser Zahl den Flüchtlingsstatus bekommen, dann sind sie keine kriminellen Asylwerber mehr.

Joe_Chip
00
18.3.2010, 16:43
na bravo

und ich depp lese auch noch die kommentare.
für alle die sich das nciht antun möchten; da werden Menschen als Tiere bezeichnet, es wird gefordert die Justiz selbst in die Hand zu nehmen, Menschen sollen in Waggons abgeschoben werden etc etc
das ganze Programm - man könnte kotzen!
mich wundert dass es erlaubt ist sowas auf einer öffentlich zugänglichen I-netseite stehen zu lassen.

Scriff
12
14.3.2010, 10:01

wann schafft es fekter endlich zwischen asylwerbern (die nicht aus purem vergnügen zu uns kommen, sondern meistens aus menschenverachtenden kriegsgegenden) und kriminellen (die schneller wieder weg sind, als fekter mäh sagen kann) zu unterscheiden?

asylwerber brauchen unsere hilfe!

kriminalität und asylwerber haben grundsätzlich nichts miteinander zu tun!

wahrer schutz vor kriminellen bietet nur eine gut ausgebildete, nicht zu Tode gesparte (nochmals dank an ernst strasser) polizei (und nicht einige bundesheerhanseln)

Chien de Pique
02
14.3.2010, 21:10

"meistens aus menschenverachtenden kriegsgegenden". Das stimmt nicht - und das wissen Sie. Es trifft eher auf jene zu, die Asyl dann tatsächlich erhalten, nicht jene, die darum werben (und es vielfach gerade nicht erhalten, aus diesem Grund) .

Sponge Bob
34
14.3.2010, 07:55
wieder mal eine kleine Umfrage:

wer einen oder mehr Flüchtlinge auf seine privaten Kosten bei sich aufgenommen hat, bitt ein grünes Stricherl.
Alle die Asylanten nicht mögen und auch keine bei sich aufgenommen haben, bitte ein rotes Stricherl.

maj jong
23
13.3.2010, 21:12
Wir kennen den Unterschied!


Frau Fekter ist höchstens praktizierende Katholikin, aber damit hat es sich wohl!

Bei konsequenter Ehrlichkeit müßte die ÖVP ja auch katholisch - unsozial heißen....

Alter Knacker
12
14.3.2010, 02:44

ausgesprochen unsozial ist gar keine Partei, sie sind halt mehr oder weniger sozial und die ÖVP ist ja nicht der verlängerte Arm der Kirche, sondern sie ist eine Volkspartei, die auf Wählerstimmen aus ist. Eher wäre die Christliche Partei Österr. CPÖ eine christliche Partei, aber sie hat nicht viele Anhänger und daher kann man nichts wissen über die Probleme, die das mit sich bringt. Erstens gibts verschiedene Glaubensrichtungen des Christentums und zweitens soll eine Trennung von Politik und Christentum sein, weil sonst die Moral darunter leidet. Z.B. was ist, wenn sie zu Fragen der Landesverteidigung etwas sagen sollen ?

Pefo
11
14.3.2010, 15:17

Also, Knacker,

1.) eigentlich wollte sich die ÖVP weiterhin "Christlichsoziale Partei" nennen.
2.) Schauen Sie sich mal die Lehre an und was über den "gerechten Krieg" steht!

Dann werden Sie wohl sehen, daß Ihr Posting vollkommen inhaltsleer war.

0815-Kommentar
25
13.3.2010, 21:01
die dame wird es nie verstehen

1.) in vordernberg ist offen über vor- und nachteile diskutiert worden. während in eberau fekter und der schwarze bürgermeister die bevölkerung schlicht belogen haben und zudem am rande der legalität unterwegs waren. lehre: die bevölkerung ist nicht so dumm, wie fekter glaubt.
2.) rosenkranz ist wegen ihres kirchenaustritts nicht wählbar. folgerichtig ist dann aber auch fekter wegen ihrer politik für katholiken nicht wählbar.

Foromat
01
14.3.2010, 01:10

Vordernberg war auch deshalv kein problem weil es eine geschlossene anstalt also ein gefaengnis ist, fuer die dortife bevoelkerung aendert sich nichts ausser das in einer strukturschwachen region geld investiert wird und arbeitsplaetze geschaffen werden

der vergleich hinkt sowohl von fekter als auch von ihnen

wenn ich jeden ort - bevor man dort ueberhaupt ein projekt hat - beginne mit der bevoelkerung zu diskutieren,dann kriegen sie das projekt am suedpol durch.
Was machen wir eigrntlich wenn talhsm und traiskirchen eine volksbefragung durchfuehrt ??

Gailous
02
13.3.2010, 23:49

Welche Nachteile bringt ein Schubhaftzentrum?
Ich wohne 3 Minuten vom Schubhaftzentrum Hernalser Gürtel entfernt. Die können daneben nochmals ein doppelt so grosses Schubhaftzentrum hinbauen, das wäre mir völlig egal.
Ich fand es erstaunlich, dass bei der Abstimmung in Vordernberg 30% dagegen gestimmt haben.

viridisdens
112
13.3.2010, 20:20
was fekter an rosenkranz stört:

dass sie den einen freien millimeter rechts von ihr besetzt!

und interessant: dass frau rosenkranz wegen ihrer kirchlichen postion nicht wählbar ist. da fiele mir noch eine andere ein.

Chibisan
11
14.3.2010, 18:06
Wo bitte ...

....ist da noch ein freier Millimeter?
Ah ja - die is ja aus der Kirche ausgetreten!!! So eine böse - des geht ned in Österreich! KEINE ÖFFENTLICHEN ÄMTER FÜR NICHTKATHOLIKEN!!! Auch wenn die Katholiken so unchristlich sind das es zum Himmel stinkt! Katholiken müssens sein! War scho immer so bei uns!!

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