Interesse der Parteien für Erstwähler

12. März 2010, 18:35

15.000 Junge wählen erstmals ihre Bürgermeister

Innsbruck - "Was tun die?" , fragt die 17-jährige Anna: "Außer Zettel, Kulis und Feuerzeuge verteilen?" Anna ist eine der rund 15.000 16- und 17-Jährigen, die am Sonntag erstmals ihre Stimmen bei den Gemeinderatswahlen abgeben können. Nicht nur für die dominierende VP sind diese Erstwähler durchaus "interessant" . Die grüne Landesgeschäftsführerin Ingrid Felipe hofft auch, Jugendliche mit ihrer Politik anzusprechen. Dass sich die VP-Dominanz auf Gemeindeebene - die Partei kandidiert in allen 276 Tiroler Gemeinden (die SP in 100) - knacken lässt, glaubt Felipe nicht: "Die Strukturen der Volkspartei mit ihren Vorfeldorganisationen sind in Tirol sehr ausgeprägt." Immerhin etwa 15.000 Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren sind bei den "schwarzen" Jungbauern.

"Wir versuchen den Jugendlichen aber zu sagen, dass sie bei ländlichen Vereinen sein können und trotzdem etwas anderes wählen dürfen" , erzählt Felipe von ihrer Tour durch Tirol. Immerhin sind in 36 von 276 Gemeinden, in denen grüne oder unabhängige Listen mit grüner Unterstützung sind, viele "Junge" an wählbaren Listenplätzen gereiht. In Imst etwa ist der 22-Jährige Thomas Linser Bürgermeisterkandidat. Bei den Fulpmerer Grünen kandidiert Seyma Taskiran (21) auf Platz drei.

Ob die FP, die in 60 Gemeinden antritt, ähnlich wie bei den Nationalratswahlen Jugendliche stark ansprechen kann, ist unklar. Für Politikwissenschafter Ferdinand Karlhofer gibt es in Telfs, Imst oder Kufstein "blaues Potenzial" . Dort könne die FP "sicher mit dem Thema Zuwanderung punkten" . Rund 20.000 Kandidaten bewerben sich am Sonntag um 3676 Mandate. Innsbruck wählt erst 2012 wieder. (ver, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.3.2010)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.