Schäuble

Wer nicht spart, fliegt aus Eurozone

12. März 2010 17:56

Berlin/Brüssel - Für Wolfgang Schäuble ist nach dem Finanzdebakel Griechenlands ein Ausschluss eines verschuldeten Mitgliedstaats aus dem Euroraum kein Tabu mehr: Wenn ein Land nicht imstande sei, seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und den Haushalt zu sanieren, sollte es als "Ultima Ratio auch aus der Währungsunion ausscheiden", schrieb der deutsche Finanzminister in der Financial Times Deutschland. Ein Verbleib in der EU wäre aber weiter möglich.

Schäubles Überlegungen sind nach Regierungsangaben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel abgestimmt. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker sieht sich hingegen "nicht bereit, derart radikale Maßnahmen" ins Auge zu fassen.

In seinem Gastbeitrag treibt Schäuble mit Detailvorschlägen die Debatte über die langfristige Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds (EWF) voran. Eine solche Institution solle Finanzhilfen an hochverschuldete Euro-staaten vergeben können - aber begrenzt auf "unvermeidbare Notfälle" und mit strikten Auflagen. Die politische Entscheidung darüber sollte in der Eurogruppe im Einvernehmen mit der Europäischen Zentralbank erfolgen.

Die Aussicht auf Nothilfen, verbunden mit harten finanz- und wirtschaftspolitischen Korrekturmaßnahmen stärkten an den Finanzmärkten das Vertrauen, beugten einer Verschärfung von Krisen vor und machten für Euroländer den Gang zum Internationalen Währungsfonds (IWF) überflüssig, argumentiert Schäuble.

Hedgefonds-Regeln

Kommenden Dienstag werden die EU-Finanzminister einen Bericht der Regierung in Athen über die jüngsten Sparmaßnahmen in Griechenland diskutieren. Die Schaffung eines EWF soll bei dem Treffen jedoch nicht auf der Tagesordnung stehen. Dafür soll eine Einigung über schärfere Regeln für Hedgefonds erreicht werden. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission sollen Fonds auch dann einer EU-Regulierung unterliegen, wenn der Manager oder das Produkt außerhalb der EU sind. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 13./14.3.2010)

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10 Postings
Settembrini
16.03.2010 11:53
Erhöhung von Steuern für jene, die es sich leisten können.

Global driften Arm und Reich kontinierlich auseinander. Jene, die mit ihrem Konsum die Weltwirtschaft ankurbeln könnten, haben immer weniger zum Ausgeben. Und Leute wie Schäuble sperren sich dann gegen Steuererhöhungen als Instrument der Politik. Cui bono? Na, erwischt, würde ich sagen. Das große Ganze bleibt außen vor. Steuererhöhungen kann man ja wieder zurücknehmen, wenn es angebracht sein wird. Ich halte das Wehklagen der Industriellen und Großunternehmer für Phantomschmerzen.

N. N.
15.03.2010 17:30
Tja, hat schon was für sich

Hätte ich halbwegs Vermögen - keinen Cent würde ich davon in der Eurozone lassen. Hier droht nichts anderes als eine Mega-Inflation. Ab mit der Kohle nach Australien, wo man nicht so dämlich ist, sich mit Hinz und Kunz in eine Währungsunion zu stürzen, ohne auch nur im Entferntesten Kontrollen, Sanktionen und alternative Szenarien anzudenken. Hier geht´s ja zu wie in der ökonomischen Baumschule. Wie soll das gut gehen? Wer hat da noch Vertrauen?

Michael Jack Dundee
 
17.03.2010 12:04

Den Schritt in den AUD flüchten hättest am Besten November 2008 gemacht, als der AUD aufgrund der Krise selbst schwach war. Für Spekulanten sind Krisen der absolute Renner, da er die Kurse so richtig ins Schwanken bringt. Schwanken, nicht kentern.

Meklon von Andromeda
15.03.2010 10:58

Bravo! Jetzt diktiert der Hegemon, wer mitmachen darf und wer nicht.

Wenn's mal nicht so toll wirtschaftlich läuft und ein Land Hilfe benötigt, dann haut man es einfach raus. So sieht also die tolle Vision eines vereinten Europa aus.

Gratulation, Herr Schäuble, Sie verhelfen den nationalen Strömungen in allen europäischen Ländern mit Ihren aberwitzigen Ideen endlich wieder zu neuen Höhenflügen.

Achja, die Propaganda "Böse, faule Griechen" wirkt ja schon ganz wunderbar. Das haben die Think Tanks, Lobbyisten, Politiker und "freie Medien" ja ausgezeichnet hinbekommen. Es gibt ja schon genug gehirngewaschene Nachplapperer der Meinungsmacher, auch hier im Forum.

derfalke
13.03.2010 21:58
Wer nicht spurt, der fliegt raus!

Bravo Herr Schäuble, diese schwäbischen Grundsätze gefallen mir sehr gut. :-)

BBSS
13.03.2010 11:13
Sehr guter Ansatz von Scheuble

Fehlverhalten, wie Lügen, Manipulieren, Betrügen usw muß Konsequenzen haben. Wie kommen die Steuerzahler der anderen EU-Länder dazu, die Korruption und Hängemattenjobs der griechischen Staatsbediensteten zu finanzieren. Davon haben wir auch zuhause genug; die brechen uns langfristig ebenfalls das Genick.
Darum ist es eine gute Idee von Minister Scheuble, die griechischen Trittbrettfahrer vor die Tür zu setzen. Allerdings wäre es noch besser, wenn das konsequent für alle gleichgearteten Fälle gelten würde.

peak oil
12.03.2010 18:11
soviel ich weiß, ist deutschland selbst über 3% des bip verschuldet,

also raus aus der eurozone!

Rodion Raskolnikow
 
12.03.2010 21:24
So ein Kommentar ist so unvermeidlich ...

... wie unnötig...

Poldi Fesch
12.03.2010 18:46
du vergleichst aber

jetzt nicht gerade D mit Gr

MUNGO1
12.03.2010 18:03
Wetten dass nicht!

Schäuble;
Wer nicht spart, fliegt aus Eurozone!

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