
Reuters hat Guidelines für
Twitter und Co erstellt.
Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte diese Woche Robert Gibbs, den Sprecher des Weißen Hauses, den Blogger Yoani Sanchez in einer Geschichte über einen kubanischen Dissidenten oder den früheren Late-Night-Host Conan O'Brien mit deren Twitter-Kurzmeldungen. Von Berührungsängsten kann also keine Rede sein. Trotzdem hat Reuters nun strenge Regeln für den Umgang mit sozialen Netzwerken aufgestellt.
Wichtigste Regel: Zuerst wird die Nachricht an die Kunden geschickt, dann erst getwittert. Nach dem Grundsatz: "Don't scoop the wire!" Und selbst für 140 Zeichen auf Twitter gibt es Vorgaben: Erst lesen, wenn möglich gegenlesen lassen, dann posten. Und wer twittern will, muss sich das von Vorgesetzten absegnen lassen.
Reuters erinnert auch an den digitalen Fußabdruck. Berufliches und Privates sei im Netz kaum zu trennen. Wem gefolgt wird, wessen Freund man ist, könnte Zweifel an der journalistischen Objektivität aufkommen lassen. Und nicht zuletzt: Quellen, Kollegen oder Konkurrenten lesen mit.
Auch wenn es strenge, teilweise zu strenge, Regeln und Einschränkungen sind, ist es doch bemerkenswert, dass Social Media im "Handbook of Journalism" angekommen ist.
PS: Dieser Beitrag beruht auf dem Sechs-Augen-Prinzip ;-)
Medienkooperation mit geheimen Dokumenten zum Afghanistan-Krieg - Kritik an Spiegel Online
Magazin schließt Website und teilt den Werbekunden mit: "Wir sind da, wo unsere Leser sind"
"Sun Chronicle" will Geld für's Kommentieren und Kreditskartendaten - Damit will der Verlag auch gegen die Anonymität im Netz vorgehen
Mathias Müller von Blumencron und Frank Schirrmacher über die "Sehnsucht nach Simplifizierung" und die "Antwort auf die Überforderung"
23 Prozent wären prinzipiell bereit, für Web-Inhalte zu zahlen - Mehrheit bleibt aber skeptisch
Das Kuratorium für Journalistenausbildung hat - mit geringer Stichprobe - ermittelt, was Journalisten und PR-Beauftragte vom Web 2.0 halten
Der Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten und die Blogosphäre
Über das Verhältnis von APA-Texten und Eigengeschichten auf derStandard.at
warum soll das auch nur "teilweise" zu streng sein? wenn reuters etwas tweetet wird es zwangsläufig wie eine reuters-meldung wahrgenommen. was nun wenn da ein fehler drin ist oder die twitter-nachricht von der ursprünglichen abweicht? das schadet der reputation und letztlich dem geschäft.
beruhte in der vergangenheit vor allem auf dem verbreitungsmonopol. zu den nachrichtentickern hatten im großen und ganzen in der vor-internetzeit nur die agenturgenossenschafter zugang, der "erfolg" war also mehr oder weniger auf die technische monopolstellung zurückzuführen - was nicht heißt, dass sie ihre arbeit schlecht gemacht hätten.
dass das allein im internetzeitalter nicht mehr funktioniert, müssen derzeit beispielsweise AP oder dpa derzeit leidvoll efahren, deren kundenstamm wegschmilzt wie schnee in der frühlingssonne. und auch die apa wäre ohne ihre töchter, die nur mehr im weitesten sinne etwas mit journalismus zu tun haben, seit jahrzehnten massiv defizitär.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.