Juncker notfalls für EU-Alleingang bei Finanzregeln

12. März 2010 17:39

Falls gemeinsame Maßnahmen scheitern, muss Europa eigene Wege gehen

Köngiswinter - Der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hat sich notfalls für einen Alleingang der EU bei strengeren Finanzmarktregeln ausgesprochen. Globale Probleme verlangten zwar nach globalen Lösungen, sagte Juncker am Freitag in Königswinter bei Bonn beim NRW-Zukunftskongress "Petersberger Convention". Falls gemeinsame Maßnahmen aber an mangelnder Einsicht der Partner scheiterten, müsse Europa eigene Wege gehen.

"Ich denke, dass Leute, die Geld haben, also Anleger sind, auch großen Wert auf die Sicherheit der von ihnen getätigten Anlagen legen, und ich denke, dass viele Anleger in einem geregelten, transparenten Markt eher bereit sind aktiv zu werden als im Wilden Westen."

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), Gastgeber des Kongresses, mahnte schnell Regeln für die Finanzmärkte an: "Wir wären im Moment nicht in der Lage, wenn die nächste Krise käme, noch einmal die Kraft und das Geld aufzubringen, um sie so zu beherrschen, wie uns das in den vergangenen Monaten gemeinsam gelungen ist." Auf der "Petersberger Convention" ging es diesmal um die Frage, wie unsere Gesellschaft zugleich soziale Sicherheit und Freiheit garantieren und für Zusammenhalt in der Vielfalt sorgen kann. Zu den Prominenten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport, die diskutierten, zählten auch Deutsche-Telekom-Chef Rene Obermann, Degenfechterin Britta Heidemann und der Regisseur Jürgen Flimm. (APA)

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