"Be Part" heißt das Motto der heurigen Auflage des Medienkunst-Festivals "Basics" in Salzburg
Dieses versteht sich seit seiner Etablierung 2004 als ein Forum an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft mit dem Ziel, kritische Diskussionen anzuregen. Ab Montag geht es um Partizipation und Gemeinschaft, um Individualismus im Zeichen von Web 2.0 oder interaktive Selbstverständigung der Öffentlichkeit.
Oder darum, inwieweit Communitys Anpassung und Normierung fordern und fördern. Zur Eröffnung stellen die Herausgeber Hildegard Fraueneder und Gianni Stiletto ihr Buch Was tun. Figuren des Protests. Taktiken des Widerstands (Müry Salzmann Verlag) über Rolle und Aufgabe der Kunst vor. Wenn Lenin in seiner berühmten gleichnamigen Schrift von 1902 eine Theorie der Avantgarde des Proletariats formulierte und Kommunisten als Elite der Arbeiterbewegung betrachtete, stellt Basics-Organisatorin und Galerie-5020-Leiterin Fraueneder heute die dringende Frage nach Handlungsmöglichkeiten einer (tendenziell prekarisierten) Kunstelite. Nach der Gemeinschaft heißt Gerald Raunigs anschließender Vortrag. Danach setzt sich das Performance-Duo United Sorry mit "einfacher" Kunst auseinander. Am Dienstag startet in der FH Urstein ein Symposion, u.a. mit dem Berliner Musiker Alexander Hacke, bekannt als Bassist der Einstürzenden Neubauten.
Um 17 Uhr resümiert Autor Robert Misik den Zustand des Kulturkapitalismus: In Wie Kreativität zum Standortfaktor wurde und warum heute jeder Turnschuh schon Kultur hat konstatiert er eine zunehmende Annäherung von Hoch- und Subkultur sowie die Ökonomisierung von Kunst ("Kreativwirtschaft" ). Der Salzburger Künstler und "Theaterallergiker" Peter Haas präsentiert am Mittwoch die Ausdauerperformance des Theater im Bahnhof Alles was der Fall ist. Traumprotokolle. Be Part! (dog, DER STANDARD/Printausgabe, 13./14.03.2010)