EU-Währungskommissar

Griechenland als Wendepunkt für die EU

12. März 2010 17:45

Am Umgang mit dem größten Schuldner der Währungsunion werde sich entscheiden, ob die Staaten zu einem engeren politischen Zusammenrücken bereit seien

Berlin - Die Europäische Union (EU) steht wegen der Griechenland-Krise nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Olli Rehn an einem Wendepunkt. "Wenn Griechenland zusammenbricht und die Europäische Union das nicht verhindert, werden wir ernsthaft und langfristig unsere internationale Glaubwürdigkeit verlieren", sagte Rehn der "Süddeutschen Zeitung".

Die Währungsunion sei "das entscheidende politische Projekt der Europäischen Union". Am Umgang mit dem größten Schuldner der Währungsunion werde sich entscheiden, ob die Staaten zu einem engeren politischen Zusammenrücken bereit seien, sagte er laut Vorabbericht. "Griechenland ist unsere direkte Herausforderung."

Rehn unterstützt die Anregung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, einen Europäischen Währungsfonds (EWF) zu gründen, der in "unvermeidbaren Notfällen" hoch verschuldeten Euro-Ländern unter strengen Auflagen helfen soll. Der Minister habe seinen EU-Amtskollegen am Mittwoch konkretisierte Vorschläge zugeleitet, sagte der Währungskommissar. Anders als Schäuble will Rehn den EWF jedoch nicht bei der Eurogruppe ansiedeln, sondern in der EU-Kommission. Potenzielle Sünder dürften nicht über aktuelle Sünder richten, begründete er seine Haltung.

BIP geschrumpft

Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands ging unterdessen im letzten Quartal des Jahres um 2,5 Prozent zurück, wie die nationale Statistikbehörde am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosigkeit lag im Dezember bei 10,2 Prozent. Das waren etwas weniger als die 10,6 Prozent im November, aber deutlich mehr als vor Jahresfrist (8,9 Prozent).

Die griechische Regierung hat in der vergangenen Woche ein Sparprogramm im Umfang von 4,8 Mrd. Euro verkündet, mit dem sie das hohe Haushaltsdefizit in den Griff bekommen will. Es sieht unter anderem Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst von rund acht Prozent sowie eine Erhöhung der Verbrauchssteuern vor. (APA/apn/Reuters)

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18 Postings
also dann ...
14.03.2010 11:15
welcher wendepunkt ?

von den schulden GR...
haben die französichen banken mehr als 60 mrd
und die deutschen über 40 mrd ... in den büchern.

wieso..
berade beide reg.chefs für eine rettung eintreten ist nun auch klar - o d r ?

es ist eine bankenrettung - schon w i e d e r !!!

Josip Popovic
13.03.2010 19:36
Falsch lieber Herr Rehn!

Wenn Griechenland für seine Gaunerein nicht bezahlen muss, wenn man dieses verlotterte Land unverdienterweise rettet, ist das das falsche Signal. Weil das heißt ja dann wohl, wer sich gehen lässt wird immer von jenen aufgefangen, die Selbstdisziplin wahren.

Otsch1
 
25.03.2010 14:34
Das Wort dafür auf allen Ebenen ist längst bekannt:

Solidarität! Es wird von allen bemüht, die von einem anderen etwas wollen.

jesus mohammed
13.03.2010 13:55
500 Mrd. griechische Euro versteckt!

-in 12000 ausländischen Briefkastenfirmen, z.t. durch Staatsgelder, die zur Beschäftigungsförderung in Betriebe gesteckt wurden, aufgebaut.
-auf Banken im Ausland
Die großen Betriebe zahlen nur noch 20% Steuer, anstatt wie früher 40%
Es geht hier nicht um "Sparmaßnahmen", es geht um Umverteilung und Disziplinierung der Arbeiter, zur billigeren Ausbeutung. Klappt das, kommt Resteuropa an die Kandare. Klappt das nicht, verschwinden sie mit ihren Fabriken und Armeen nach Afrika und der Rest, der keinen (normalen) Bauernhof mehr hat, verhungert.
Also, das Geld ist in den Bordellen der Kredithaie: Banken. Niemand braucht Kredite geben, niemand braucht Reparation bezahlen. Holt die Regierung nicht das Geld der Reichen, wird sie gestürzt.

zensur passiert
13.03.2010 11:03
unverschuldet oder durch Lug und Trug? das ist wohl die Frage!

natürlich ist solidarische Hilfe angesagt, jedoch wird oder soll sich die auch kräftig nach den Gründen des Desasters richten. Durch Lug und Trug Mitglied der Gemeinschaftswährung werden und dann zu erwarten dass die Korruptions- und Vetternwirtschaft weiterhin von den blöden im Norden finanziert wird, ist wohl ein extrastarkes Stück. Wie man an den laufenden Demos aber sieht, allgemein erwartet.

Griechenland hat die weltweit einmalige Ägäis, nirgendwo gibt es sonst dieses Blau, also für Tourismus zu nützen, mit etwas weniger Nepp. Kaum Industrie, aber eine der größten Handelsflotten, vielleicht zahlen die Reeder auch einen kleinen Obulus, obwohl das derzeit sicher nicht gerne gehört wird.

Johann Klawatsch
 
13.03.2010 08:29
Gesellschaft|Finanzen

Meine fiskalpolitischen Vorstellungen sind unter www.mitwirken.eu / Leben leben ... zum Download abrufbar ...
JOHANN KLAWATSCH als Bundespräsident.
LEBEN-MENSCHSEIN-DEMOKRATIE

monkeyboy
13.03.2010 13:26
Wieviel Einfluss hat denn der BP auf die Steuerpolitik?

Johann Klawatsch
 
13.03.2010 13:50
monkeyboy

Denke, wir sollten die Kraft des Wortes nicht unterschätzen, vorallem, wenn dem Wort ein schlüssiges Konzept zugrunde liegt - es geht um Überzeugnug, welcher sich verantwortungsbewusste Politiker nicht entziehen können ...

Cyber Motzer
13.03.2010 06:52
was uns die Gewerkschaften bringen

haben wir ja nun gesehen. Anarchie...Nichts Arbeiten und voll Abzocken, das sind Gewerkschaften, nicht nur in Kriechenland, sondern auch in Oeschireich. Aber alle verlangen....und nichts liefern...

proto
12.03.2010 22:14

"zu einem engeren politischen Zusammenrücken bereit seien"

..und somit wird Griechenland von Solidarisierungsfall zum Sozialfall.

17+4
12.03.2010 21:14
man sollte nicht über Gebühr dramatisieren:

wenn in Kalifornien die Staatsfinanzen zusammenbrechen, was ja viele Zeitungen mit (Schaden)freude Schwarzenegger vorgeworfen haben, dann gefährdet das den Dollar überhaupt nicht, Griechenland in in diesem Vergleich ein Zwerg gegen das übrige Europa.
Ungeachtet dessen gehörten sie ordentlich gebeutelt, gerührt und geschüttelt.

Reinhold Loecker
12.03.2010 19:19
Strukturschwäche

Zu tausenden liegen jeden Sommer Teutonen und Österreicher an Griechenlands Stränden und schwärmen von der so gesunden griechischen Lebensart.

Die Kehrseite der Medaille jedoch ist, daß den Griechen eben nichts anderes übrigbleibt, als gesund und bescheiden zu leben, da ihnen das Einkommen keine andere Wahl läßt.

Schöne Landschaften und romantische Berge kann man leider nicht essen und Griechenlands Wirtschaft bietet neben Billigjobs in der Landwirtschaft und im Tourismus keine nennenswerten Alternativen.

Kurzum die Krise in Griechenland ist strukturbedingt.

heiko_s
12.03.2010 18:54
Die Lösung heißt Steuerzahler

Wenn Politik und Bankmanager versagt haben, dann soll der "dumme" Steuerzahler das Problem lösen und mehr Steuern zahlen. Das kommt davon, wenn man als Finanzminister hat, der keinerlei wirtschaftliche Ausbildung hat.

Otsch1
 
25.03.2010 14:41

Ein Finanzminister braucht Hausverstand. Die finanztechnische Ausbildung müssten seine Beamten haben!

wer wenn nicht er
15.03.2010 16:46
Die Politiker verwalten bekanntlich nicht ihr eigenes Geld, sondern das der Steuerzahler

Wenn die Griechen (wie übrigens auch die Kärntner) eine Regierung wählen, die hohe Staatsausgaben bei extrem niedriger Abgabenquote Jahre hindurch "aus dem Hut zaubert", indem sie massiv Schulden aufbaut, dann ist allerdings schon der Steuerzahler=Wähler selbst verantwortlich dafür.

Diese Schulden kamen schließlich Jahre lang dem Steuerzahler zu gute, weil er eben sehr geringe Steuern zu zahlen hatte.
Hätten die Griechen die selbe Abgabenquote wie Österreich, hätte das einen StaatsÜBERSCHUSS!!

Was also sonst sollte man tun, als die Steuern zu erhöhen - auf europäisches Normalmaß?!?

Marcus Maccabaeus
12.03.2010 18:43

Immer dasselbe: Die Lösung lautet: Mehr von dem, was bisher schon geschadet hat!

abdul al calafatti
12.03.2010 18:47
walter schwinger
12.03.2010 17:57
So sehr ich die Griechen mag,

aber irgendwie glauben Sie wirklich ijr Staat hat dukatenauswerfende Esel.............

siehe:

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 82,00.html

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