EU verabschiedet Positionen für CITES-Konferenz

12. März 2010 14:29

WWF fordert EU-Stimme für weltweiten, effektiven Artenschutz

Brüssel/Wien - Die Europäische Union hat ein internationales Handelsverbot für den vom Aussterben bedrohten Blauflossen-Tunfisch (bzw. Roten Tunfisch) verlangt. Der EU-Ministerrat in Brüssel verabschiedete am Freitag ohne weitere Diskussion eine entsprechende Haltung der EU für die CITES-Konferenz von 13. bis 25. März in Doha.

Die EU sei besorgt über den schwachen Artenschutz, den der Blauflossen-Tunfisch habe, hieß es in einer Erklärung des EU-Ministerrates. Unter einer Reihe von - in der Presseerklärung nicht näher benannten - Bedingungen, die Fischern eine weitere Existenz garantieren sollen, unterstütze die EU ein internationales Handelsverbot für den Fisch. Gleichzeitig ist die EU weiterhin gegen die Wiederaufnahme des kommerziellen Elfenbeinhandels, "außer geeignete Maßnahmen garantieren, dass dies nicht zu mehr illegalen Tötungen von Elefanten führt".

Der Klimawandel und der damit verbundene Verlust an Lebensraum stellt nach Ansicht der EU die Hauptbedrohung für Eisbären dar. Angesichts dessen müssten weitere Klimaschutzmaßnahmen in den laufenden internationalen Verhandlungen angesprochen werden, verlangt die EU. Außerdem schlägt die Europäische Union vor, dass striktere Kontrollen für den Korallen-Handel mit 18 Monaten Verzögerung in Kraft treten, während gleichzeitig mögliche Folgen für Kunsthandwerker in der EU abgemildert werden sollen.

WWF-Forderungen

 

Der WWF Österreich hat am Freitag von der EU verlangt, ihr Stimmrecht im Sinne eines weltweiten, effektiven Artenschutzes einzusetzen. Die Union dürfe sich nicht durch kurzfristige, gewinnorientierte Handelsinteressen beeinflussen lassen. "Unzählige Arten, darunter Blauflossen-Tunfisch, zahlreiche Haiarten, Rote Koralle, Tiger und Elefant sind darauf angewiesen, dass die EU-Staaten für deren Schutz eintreten", so WWF-Mitarbeiter Axel Hein.

Vor allem um das Schicksal des Blauflossen-Tunfischs wird - wie berichtet - ein hartes Tauziehen erwartet. Die hohe Nachfrage des japanischen Marktes sei der Hauptgrund für den dramatischen Bestandseinbruch.

Ausdrücklich begrüßt wird von der Umweltschutzorganisation ein von den USA und der EU eingebrachter Antrag, Rote Korallen und Haie in Anhang II aufzunehmen. Damit dürften die Tiere, ihre Bestandteile und Produkte nur noch mit behördlicher Genehmigung und "nachhaltig" auf dem internationalen Markt gehandelt werden. Korallen werden vor allem als Bestandteile in Medizin- und Schmuckprodukten verwendet. (APA/red)

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