BayernLB drohen neue Auflagen der EU

12. März 2010 13:38

Ex-Mehrheitseigentümer der Kärntner Hypo könnte bei Trennung von der Tochter zu gut weggekommen sein

München/Brüssel - Der BayernLB drohen nach dem Notverkauf der maroden Hypo Group Alpe Adria (HGAA) möglicherweise neue Auflagen der EU-Kommission. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten bereits im Dezember das seit Mai laufende Beihilfeverfahren gegen die Münchner Landesbank ausgeweitet, um zu prüfen, ob die selbst angeschlagene BayernLB bei der Trennung von der Tochter HGAA zu gut weggekommen ist. Dabei könnte es sich um eine möglicherweise unrechtmäßige staatliche Beihilfe handeln. Die BayernLB bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" (Freitag).

Im Zuge der Untersuchung müssten BayernLB und HGAA "überzeugende und fundierte" Umstrukturierungspläne vorlegen, "um den sich im Zuge dieser Rettungsaktion ergebenden Herausforderungen zu begegnen und die Beihilfemaßnahmen voll und ganz mit dem EU-Beihilferecht in Einklang zu bringen", hatte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes einen Tag vor Weihnachten 2009 erklärt. Das ausführliche Schreiben an Deutschland und Österreich hatte die Kommission am Donnerstag im Internet veröffentlicht. Die EU-Kommission prüft seit Mai vergangenen Jahres die Hilfen des Freistaats an die Landesbank. Bayern hatte die Bank im vergangenen Jahr mit 10 Mrd. Euro Eigenkapital und milliardenschweren Garantien gerettet.

"Konstruktive Gespräche"

Ein Sprecher der BayernLB sagte am Freitag, der überarbeitete Plan sei mittlerweile übergeben worden. Nun führten Bank und Kommission "konstruktive Gespräche". Er gehe davon aus, dass das Verfahren in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein könnte. Die BayernLB musste ihre frühere Tochter HGAA kurz vor Weihnachten 2009 notgedrungen zum symbolischen Preis von einem Euro an Österreich abtreten. Dabei verzichtete sie auf Forderungen von 825 Mio. Euro, außerdem muss der Wert der Beteiligung in Höhe von 2,3 Mrd. Euro komplett abgeschrieben werden. Den Steuerzahler hat das HGAA-Abenteuer insgesamt 3,7 Mrd. Euro gekostet. Die Umstände des Einstiegs 2007 beschäftigt in Bayern und Österreich Untersuchungsausschüsse und Staatsanwälte.

Nach dem Eklat bei der Aufarbeitung des BayernLB-Debakels pocht der Landtag darauf, dass der vom ihm bestellte Gutachter ungehindert seine Arbeit machen kann. Die Arbeit der Anwaltskanzlei "Flick Gocke Schaumburg" dürfe nicht "durch unsachgemäße Eingriffe Dritter" verfälscht werden, sagte der Vorsitzende der BayernLB-Kontrollkommission des Landtags in einer Sondersitzung des Gremiums am Freitag in München. Sei das nicht möglich, müsse man "Maßnahmen ergreifen, die das sicherstellen".

Brandbrief an den Landtag

Die Kanzlei, die im Auftrag der Kommission Schadensersatzansprüche gegen frühere Verantwortliche der Bank prüfen soll, hatte zuletzt einen Brandbrief an den Landtag geschrieben. Darin beklagte sie eine heimlich Weitergabe eigener Akten, Mails und Protokolle an eine zweite Kanzlei, die im Auftrag Fahrenschons und der BayernLB-Generalversammlung ein eigenes Haftungsgutachten schreiben soll.

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) und Vertreter der BayernLB sicherten zu, für eine Gleichbehandlung der beiden Kanzleien zu sorgen. Im vergangenen Jahr war dies über einige Monate hinweg nicht der Fall, weil die Bank zwar Unterlagen des Landtags-Gutachters an die zweite Kanzlei "Hegeler Müller" weitergab - aber nicht umgekehrt. Fahrenschon betonte, er habe ein großes Interesse daran, dass die vom Parlament bestellte Anwaltskanzlei ihr Gutachten "ohne Behinderung und ohne jegliche Beeinflussung" erstellen könne. "Ich sehe deshalb hier kein Gegeneinander, sondern ich sehe ein Miteinander." (APA)

Bayer50
13.03.2010 09:27
Zum Brandbrief an den Landtag

Die von Fahrenschon eingesetzte zweite Kanzlei beriet die BayernLB beim HGAA-Kauf, ist also bestens mit der gefährlichen Unfähigkeit der BayernLB-Vorstände und CSUler im Verwaltungsrat vertraut. Dass dieser Kanzlei heimlich Akten, Mails und Protokolle der Anwaltskanzlei zugespielt wurden, die aufklären soll, ist doch klar. Es soll deren Aufklärungsarbeit möglichst stark behindert und dazu die entsprechenden Maßnahmen hinten herum eingeleitet werden.

Der bereits als Vertuscher auffällig gewordene G. Fahrenschon will ganz offensichtlich von der Anwaltskanzlei Hegelen Müller an das im Nachhinein entschärfte Linner-Gutachten ein weiteres Blendwerk anbauen lassen, um seine total versagenden Parteifreunde zu schonen und die Wähler zu täuschen.

Dirty_Harry
13.03.2010 08:35


"Die BayernLB ist gut weggekommen"

Und wer bezahlt das? Die österreichischen Steuerzahler/innen! Warum? Weil wir eine bescheuerte Bundesregierung haben!

BBSS
13.03.2010 10:45
Bescheuert ??

Ich vermute, dass die Bundesregierung nicht bescheuert ist, sondern erpressbar. Die Bayern haben wahrscheinlich sehr viel Munition; wahrscheinlich auch noch aus dem Eurofighterverkauf.
Eine Krähe kratzt der anderen deshalb kein Auge aus, weil sie nicht kann; weil sie selbst zu viele Leichen im Keller hat.
Dazu z.B. 2004, das Jahr der abrupten Kaufentscheidung

http://www.spiegel.de/spiegel/p... 65568.html

Es war RWE, die die 137 Millionen Kaliumjodid-Tabletten bei der Bartenstein-Firma gekauft hat. Der Rohertrag dieses Produktes liegt bei ca 98%. Ein Schelm ist, wer da denkt, dass man so Schmiergelder elegant verteilen kann; auch ohne Werbeagentur.
Und jetzt sitzt unser Ex-Kanzler Schüssel im Aufsichtsrat genau jenes Unternehmen

Boetius
12.03.2010 19:48
Motto: Braun werden unter dem blauen Himmel!!!

Schnapphahn
12.03.2010 13:50
An alle Bayern

macht doch mal Urlaub in Kärnten.
Euer Geld ist schon da ;)

rorschach
14.03.2010 19:01
naja das geld ist ja eigentlich verbrannt

also wo auch immer es ist in kärnten ist es nicht

korruptes österreich
14.03.2010 14:36

wie geht das ?

kärnten urlaub bei freunden.....

oder kärnten is a wahnsinn..


rofl

Boetius
12.03.2010 19:49
Warum ist mir das nicht eingefallen! Brilliant!!!!

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