derStandard.at-Interview

"Geht’s da nur um Überwachungsstaat?"

12. März 2010 13:35
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    Foto: initiative "pyrotechnik ist kein verbrechen"

    "Pyrotechnik"

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    "Es wird weiter brennen, wir lassen uns von unserer Fankultur nicht trennen."

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    "Glücklich das Land, das keine anderen Sorgen hat, außer Ultras zu inhaftieren und Pyrotechnik zu kriminalisieren."

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    "Wär die Fekter Innenministerin von Kanada, hätte die Olympische Fackel Einreiseverbot!

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    "Fekters Gesetze sind für uns nur Schall und Rauch"

Rapid- und Austria-Fans kämpfen vereint gegen das neue Pyrotechnikgesetz in Österreich, um das Recht auf Rauch und gegen die Kriminalisierung

derStandard.at: Das Wiener Derby steht am Sonntag auf der Tagesordnung. Werden Austria- und Rapid-Fans vereint im Protest "fackeln"?

Sebastian, Sprecher der Initiative "Pyrotechnik ist kein Verbrechen": So sehr wir uns auch hassen, was das neue Pyrotechnikgesetz betrifft, müssen wir einfach zusammenhalten. Es bringt Rapidlern, Austrianern oder Grazern ja nichts, wenn alle mit denselben Problemen zu kämpfen haben und jeder schaut nur auf sich selbst. Unsere Liebe zur Ultra- und Fan-Bewegung ist größer als der gegenseitige Hass.

derStandard.at: Seit dem das neue Pyrotechnikgesetzt im Jänner 2010 in Kraft getreten ist, brennen fast alle Fankurven noch heller, was hat sich für Euch dadurch verändert?

Sebastian: Wir lassen uns Pyrotechnik nicht so einfach verbieten. Schon gar nicht wenn ein Gesetz durch Lügen und Falschaussagen vom Innenministerium begründet wird. Deshalb brennt es jetzt aber nicht mehr oder weniger, wir machen einfach unser Ding, genau wie die letzten 20 Jahre auch schon. Wir zündeln ja nicht des Zündelns wegen, sondern weil wir damit Freude und Leidenschaft symbolisieren wollen. Seit der Bundesliga-Rückrunde infiltrieren zivile Polizisten und Beamte des BMI die Sektoren, in Graz wurde ein Fan wegen angeblichen Verstoßes gegen das neue Gesetz einfach am Klo abgepasst und abgeführt. Die Repression nimmt stark zu.

derStandard.at: Der SK Rapid hat durch seinen Klubservice-Leiter Andy Marek zu dem Thema Stellung bezogen und gemeint: "Durch ein striktes und generelles Verbot von Pyrotechnik im Stadion ist dieses Problem nicht gelöst". Marek sieht bei einem "erlaubten und zugleich kontrollierten" Gebrauch, ein geringeres Gefahrenpotenzial. Entspricht das auch euren Forderungen?

Sebastian: Absolut. Wobei ich Pyrotechnik nicht generell als "Problem" bezeichnen würde.
Wenn man Angst vor Leuten hat, die Böller auf's Spielfeld werfen, so werden sich diese nicht vom Gesetz abschrecken lassen. Als aktive Fangruppen können wir da viel mehr erreichen, indem wir Aufklärung betreiben und mit den Leuten reden. Es wurde im Vorfeld der Novellierung mit keinem einzigen Fanvertreter oder Fanbeauftragten eines Vereines gesprochen. Das Verstecken und Vermummen macht einen kontrollierten Gebrauch nicht einfacher. Man könnte viel ruhiger und gelassener zündeln, wenn man nicht Angst haben muss, eine sehr hohe Strafe zu riskieren. Der Strafrahmen sieht bis zu vier Wochen Haft vor.
Ein zusätzliches Problem bei diesem Gesetz ist die Erweiterung des "Willkür-Rahmens" für die Polizei. Es kann z.B. jeder nur auf einfachen Verdacht hin durchsucht werden, auch Autos und Wohnung dürfen ohne richterlichen Beschluss durchsucht werden. Wenn alle Gesetze in Österreich so gemacht werden, na dann gute Nacht.

derStandard.at: Warum sind die "Fackeln" so wichtig für Euch?

Sebastian: Pyrotechnik ist ein essentielles Mittel zum Ausleben unserer Fankultur. Bengalische Feuer und Rauchtöpfe transportieren einfach eine tolle Stimmung und ziehen dich in ihren Bann. Aber auch unsere Selbstbestimmung und Eigenverantwortung stehen dabei auf dem Spiel.

derStandard.at: Warum sieht Innenministerin Maria Fekter das ganz anders?

Sebastian: Fekter behauptet, "ein glühender Fan braucht keinen brennenden Knaller". Es gibt aber gar keine brennenden Knaller, dass zeigt schon wie viel Ahnung der Gesetzgeber von der ganzen Sache hat. Die halbe Regierungsbank war bei Skirennen in Kitzbühl und Schladming dabei, dort sind bei einem Rennen gezählte 116 Bengalen gezündet worden und keiner hat ein böses Wort darüber verloren. Die Medien haben sich überschlagen vor Freude über die gute Stimmung. Wenn's bei uns brennt, reden die gleichen Leute aber von Chaoten und Asozialen, die den Sport zerstören wollen. Wieso? Man nimmt uns etwas weg und wir wissen nicht warum. Geht's da nur um Überwachungsstaat?

derStandard.at: Am Feuer kann man sich auch verbrennen, ist die Gefahr kontrollierbar?

Sebastian: Am Christkindlmarkt wird auch Punsch ausgeschenkt, obwohl man genau weiß, dass danach sehr viele Leute mit dem Auto heimfahren. Da sterben jährlich tausende Menschen. Deswegen will aber keiner Punsch oder Autofahren verbieten. Uns geht es um eine differenzierte Betrachtung. Dass Pyrotechnik nicht ungefährlich ist, wissen wir natürlich auch. Die aktiven Fußballfans haben sich klar gegen Böller und Knallkörper ausgesprochen. Wir möchten nur Bengalische Feuer und bunten Rauch zur optischen Untermalung von unserem Treiben auf den Tribünen verwenden. Es gibt keinen dokumentierten Fall, wo ein Fan durch eine Fackel verletzt wurde. Man muss ja nur kurz nachdenken: Wir wollen uns selber ja nicht anzünden.

derStandard.at: Sind Pyrotechnik und Gewalt zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe?

Sebastian: Natürlich! Bengalen entfachen Stimmung während dem Match und wer sich prügeln will, braucht dazu doch keine Fackeln. Aber Fußballfans gelten ja von Haus aus als Verbrecher, da fehlt einfach die Lobby.

derStandard.at: Kann man nicht auf andere Stilmittel ausweichen, warum nicht Klopapierrollen werfen?

Sebastian: Wir werfen eh auch Klopapier. Aber es leuchtet und raucht halt nicht. Das ist so, wie wenn man einen Christen fragt, warum er jeden Sonntag in die Kirche gehen muss, anstatt sich auszuschlafen. Dafür gibt es ja auch keine pauschale Erklärung.

derStandard.at: Für was kämpft die Fan-Initiative?

Sebastian: Wir wollen den Menschen ein alternatives Bild von leidenschaftlichen Fußballfans vermitteln, ein Gegenbeispiel zu dem von Medien und Politik gezeichneten Stadionbesucher. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir als Fans sehr oft ungerecht behandelt werden. Jetzt haben wir ein Thema, bei dem es allen Fans gleich geht und deshalb sind wir stark. Wenn wir es schaffen, dass man uns von Seiten der Politik und Liga hört bzw. hören muss und mit uns über das Pyrotechnikgesetz spricht, haben wir viel erreicht. Die Pressekonferenz von Bundesligavorstand Georg Pangl, in der er alle Medien dazu aufgerufen hat, nicht über die Fanproteste zu berichten, zeigt ja schon, dass er Angst vor unseren Argumenten hat.

derStandard.at: An was für einem Punkt ist die Fankultur für Euch angekommen, wenn die letzte bengalische Flamme erloschen sein wird?

Sebastian: Wenn das sprichwörtliche Feuer aus den Kurven verschwindet, ist es nicht mehr das Gleiche, zum Fußball zu gehen. Das sagen übrigens auch viele Spieler. Der Fußball lebt von den Fans, in allen Ländern geht die Stimmung vom Fanblock aus. Wenn diese Leute bekämpft werden, wird ein kreativ, bunt und laut gestalteter Fanblock irgendwann der Vergangenheit angehören.  (sh, derStandard.at, 12. März 2010)

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Albtraum der Zensur
08.05.2010 00:00
Nur Erbsenhirne und Flachgeister brauchen Pyrotechnik auf dem Fussballplatz!

Gerade die schreien nach bengalischem Feuer, die so zurückgeblieben sind, dass sie danach nächtens ihr Bett vollbrunzen!

Fussball braucht keine Zündler!

MC Babu
05.05.2010 18:10
Pyrotechnik ist KEIN Verbrechen

Fußballfans und Pyrotechnik gehören zum Spiel, wie der Schiri und der Ball. Erhebt euch und kämpft gegen das beschissene Gesetz

achiever
05.05.2010 18:03

stimmung != bengalisches feuer

es gibt etliche sportveranstaltungen die mit immenser stimmung und ohne dem in meinen augen sinnlosen begalischen Feuer auskommen

rAt Tensch Mutz
18.03.2010 14:01

Hooligans und anderes Gesöcks raus aus dem Stadion und ab nach NordKorea- Ihr die gegen Sozialhilfebezieher, Frauen, Kinder und Homosexuelle auftretet euch geb ich nicht einmal ein Feuer für eine Zigarette, ihr seid Krank und gefährlich, zumindest eure Schlachtgesänge zeugen davon... ganz viel Krankheit- Besachwalterung ja - Pyro NEIN

Alex667
17.03.2010 21:44

PACK schlägt sich, PACK verträgt sich.

Michael P.
16.03.2010 15:03
Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss!

Würde so ein Gesetz nicht Fußballfans sondern eine andere Personengruppe betreffen, würden die Reaktionen hier im Forum wohl anders aussehen.

Ein Gesetz, dass die Polizei dazu ermächtigt aufgrund "konkreter Hinweise oder sonstiger bestimmter Tatsachen" Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss (!) vorzunehmen, halte ich für höchst problematisch!

Man muss kein Fußballfan sein, um zu erkennen, dass diese bedenkliche Ausweitung der polizeilichen Rechte alle möglichen anderen Personengruppen bzw. sozialen Bewegungen treffen kann.

TOMORROW
16.03.2010 13:06
Die Rauchwolken sollen ja nur vom jämmerlichen Nievau auf(!) dem Platz ablenken ! So schaut's aus !!!

bandenchef
15.03.2010 22:02

so sehr wir uns auch hassen...
unsere liebe... ist größer als der gegenseitige hass.

wow, was für ein dillo. hass, liebe, hass, der weiß wohl nicht welches extrem ihm am besten gefällt, hauptsache ein extrem halt. der wär in der geschlossenen wohl besser aufgehoben, als im stadion.

ExBeamter
16.03.2010 12:46
der absolute DILO, hat keine Ahnung das dass Zeug mit über 1000 Grad abbrennt.

tramezzino
15.03.2010 09:29
wie komme ich

als normaler zuschauer dazu? das zeug stinkt und außerdem nimmt es mir die sicht.

Porco Spino
06.05.2010 07:52

schon darüber nachgedacht, Fussball zu Hause vor dem Fernseher zu konsumieren - eventuell in Begleitung eines Wunderbaumes....

peter schönhofer
15.03.2010 12:12

haha

Thomas Jandl
14.03.2010 21:41

Ich war in meiner Jugend jede Woche am Platz (habe meine arme Mutter quer durch Oesterreich zu Auswaertsspielen gehetzt), und damals gab's keine Fackeln und keinen Rauch. Mir -- und den anderen Fans -- hat der Fussball gefallen, nicht die Farbspiele.

Die Fuer sind eben in -- wenn sie lang genug nimmer existieren wird sich die ganze Aufregung legen.

Woyt'sa Vadshn?
 
14.03.2010 20:50
Pyrotechnik ist ein essentielles Mittel zum Ausleben unserer Fankultur

Das Löschen der bengalischen Feuer mit einem C-Schlauch ist ein essentielles Mitel zum Durchsetzen unseres Sicherheits-Bedürfnisses!

Jedem Dillo, der mit Pyrotechnik erwischt wird, gehört Platzverbot gegeben!

roman_inho
 
14.03.2010 11:00
Bitte nur posten, der Ahnung davon hat!

Ich lese hier diverse Postings in denen Ultra Gruppierungen wie so oft ins rechte politisch Lager verlegt werden, was einfach nicht richtig ist. Für alle Gegner des "echten" Fußballs und Freunden des "modernen" Fußballs ist das zu oft ein willkommenes Argument gegen Ultra Gruppierungen Stimmung zu machen. Leute, das ist soweit von der Wahrheit entfernt, wie der Mond von der Erde! Es gibt natürlich, wie beispielsweise auch unter Kindergärtnern, Lehrern, oder Besuchern eines Salzburgspiels Menschen, deren politische Gesinnung weiter rechts ist, als die anderer. Die generelle Aussage: "Ultras sind Rechte" zeigt nur, wie ignorant manche Menschen sind und wie wenig sie sich in der Szene auskennen.
Bleibt dem Fußball fern, das ist das Beste!

HermLind
15.03.2010 12:59
@roman_inho

...nichts ist der Erde so nahe wie der Mond.

Auch ist keine andere Gruppierung dem "modernen" Fussball näher als es die Ultras sind oder wer füllt den Vereinen neuerdings die Kassen? :)

Wer so wehement gegen den modernen Fussball ist sollte vor allem zuhause bleiben, ansonsten macht er sich mitschuldig! :)

sirnicha
15.03.2010 17:19
sirnicha

was hat rauch, feuer und knaller mit (modernem) fußball zu tun?

living reef
14.03.2010 10:15
der sport rückt schon lange in den hintergrund

wichtiger ist vielmehr lärm. feuer, rauch und randale. nur dann war wirklich "action". diese ganzen exzesse sind grund dafür, dass immer mehr menschen - vor allem familien und frauen - auf den besuch eines fußballspiels verzichten. für die "fans" gibt es ja kein spiel sondern es ist alles kampf und dazu gehört eben - wie eingangs geschrieben - feuer, rauch und lärm, damit die gegner in archaischer manier eingeschüchtert werden. für die spieler ist es sicher nicht lustig, wenn sich das spielfeld mit rauch füllt. das macht das atmen wahrscheinlich unheimlich lustig. weg also mit den radaubrüdern. das verbot ist strikt zu exekutieren, damit das spiel wieder in den vordergrund rückt und nicht diese horden an selbstdarstellern!

gistof
14.03.2010 11:46
Schlicht und einfach falsch

In den letzten Jahren wurde vermehrt seitens der Fangruppierungenauf pyrotechnische Artikel zurückgegriffen, gleichzeitig ist der Zuschauerschnitt in der Bundesliga stark angestiegen.

standard.at
14.03.2010 09:36
öst fußball

die ganze zeit wird der öst fußball heruntergemacht und das wahrscheinlich von iwelchen assis die nicht einmal einen ball treffen würden.allen voran dieser prinz poldi schrumpel.

trotz allem Grünwähler
14.03.2010 09:08

Menschen die gleich zu Beginn den Hass auf den Gegner betonen will ich eigentlich keine Pyrotechnik in die Hand geben.

Poldi Schrumpl
13.03.2010 19:29
wie peinlich ist das denn ?!

redakteure einer "qualitätszeitung" - die (wahrsch.) auch noch einen reltaiv hohen bildungsstand haben - ermöglichen solchen deskruktiven gruppierungen ihr sinnloses gewäsch publik zu machen.

dass die standard-redaktion mehr als grün gefärbt ist, ist ja noch erträglich bzw. ignorierbar, aber DAS ist nur noch peinlich für den standard.

a lang!... hat heada...
14.03.2010 13:40

sie dürfen ja auch ihren diffarmierenden müll verbreiten.

Philipp B.
14.03.2010 04:36
die

gehören alle an die wand.

weiter so!

Fritz Wunderlicht
14.03.2010 01:44

peinlich ist höchstens ihr geschreibe..

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