Carlo Janka macht alles klar

  • Erstmals auf das Podest gesprungen: Philipp Schörghofer.
    foto: apa/gindl

    Erstmals auf das Podest gesprungen: Philipp Schörghofer.

Schweizer siegt auch im RTL von Garmisch und gewinnt damit den Gesamtweltcup vor Raich - Erster Podestplatz für Schörghofer

Garmisch-Partenkirchen - Für Benjamin Raich hat es wieder nicht mit dem zweiten Gesamt-Weltcup-Sieg nach 2006 geklappt. Rivale Carlo Janka brauste am Freitag im Riesentorlauf des Weltcup-Finales in Garmisch-Partenkirchen eiskalt zum Sieg und steht aufgrund Raichs achtem Rang vorzeitig als Gewinner der großen Kristallkugel fest. Janka, der erste Schweizer Gesamt-Weltcup-Sieger seit Paul Accola 1991/92, weist vor dem abschließendem Slalom am Samstag uneinholbare 106 Punkte Vorsprung auf Raich auf.

Raich, der Faire

Zum vierten Mal in Folge bzw. zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren muss sich Raich mit Rang zwei im Gesamt-Weltcup zufriedengeben. 2005 und 2008 lag er hinter Bode Miller, 2007 und 2009 hinter Aksel Lund Svindal und nun hinter dem 23-jährigen Schweizer Senkrechtstarter Janka. Doch trotz der großen Enttäuschung präsentierte sich der 32-jährige Raich - wie immer - durch und durch als Sportsmann. "Janka hatte eine sensationelle Saison, er war der Bessere, er hat es sich verdient. Das muss man anerkennen."

Im Gegensatz zu Raich, der seinen einzigen Saisonsieg bei der Super-Kombi Mitte Dezember gefeiert hatte, fuhr der "Iceman" genannte Janka gleich sechs Saisonsiege ein. Zwei davon gelangen dem Schweizer Jungstar beim Finale in Garmisch-Partenkirchen, denn am Mittwoch hatte er mit Platz eins in der Abfahrt Raich als Gesamt-Leader abgelöst.

"Mir haben die Siege gefehlt"

Um noch am Samstag eine Chance zu haben, hätte Raich am Freitag bei Jankas Sieg zumindest Sechster werden müssen. Das verpasste Raich um 0,27 Sekunden, vor allem weil er im unteren Teil des zweiten Laufes etwas die Ideallinie verlor. "Mir haben die Siege gefehlt, deshalb muss man mit dem zweiten Platz zufrieden sein", meinte Raich, der sich keinesfalls als "ewiger Zweiter" sieht. "Ich mische jedes Jahr ganz vorne mit, das ist sehr positiv. Aber irgendwann will ich es auch einmal wieder schaffen."

Janka erlebte ein weiteres Highlight seiner noch jungen Karriere. "Das ist einfach fantastisch. Zuerst Weltmeister, dann Olympiasieger und jetzt noch der Sieg im Gesamtweltcup. Mir fehlen die Worte, das war eine perfekte Saison", erklärte der Riesentorlauf-Weltmeister 2009 und Riesentorlauf-Olympiasieger 2010. Janka hatte bereits nach dem ersten Lauf geführt, im Finale behielt er die Nerven und ließ sich nach der Zieldurchfahrt mit angeschnallten Skiern in den Schnee fallen.

Kristall an Ligety

Hinter dem großen Tagessieger Janka landete Davide Simoncelli auf Rang zwei, den dritten Platz teilten sich ex aequo der Salzburger Philipp Schörghofer und Ted Ligety. Der US-Amerikaner entschied die Gesamtwertung mit 412 Punkten souverän vor Janka (341) und Raich (331) für sich. Marcel Hirscher wurde wegen Fehlstarts im ersten Durchgang disqualifiziert. "Jeder muss Lehrgeld zahlen, anscheinend auch ich", meinte Hirscher, nachdem der erste Ärger verflogen war.

Am Samstag geht es in Garmisch-Partenkirchen um die letzten zwei Kugeln, die Slaloms der Damen und Herren stehen auf dem Programm. Und dabei könnte es für die leidgeprüften Österreicher doch noch Kristall zum Abschluss geben. Bisher steht lediglich die kleine Kugel für Raich in der Super-Kombi zu Buche. Im Herren-Slalom geht Reinfried Herbst als Leader ins Finale, sein einziger Rivale Julien Lizeroux (FRA) hat 43 Punkte Rückstand. Bei den Damen haben Maria Riesch (GER/433 Punkte), Kathrin Zettel (AUT/410) und Sandrine Aubert (FRA/361) die Chance auf Platz eins. (APA) 

 

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