Reaktion

Sängerknaben werden Vorwürfe prüfen

12. März 2010 12:13

Stellungnahme: "Hoffen, dass sich betroffene Personen mit uns in Verbindung setzen"

Die Wiener Sängerknaben werden die nun aufgetauchten Missbrauchsvorwürfe prüfen - und bitten die Betroffenen, sich zu melden. Vorerst seien konkrete Aussagen zu den Fällen noch nicht möglich, hieß es am Freitag. "Auch wenn wir uns daher nicht im Detail damit auseinandersetzen können, ist es uns dennoch bewusst, dass es in der Vergangenheit zu Fällen von Missbrauch gekommen sein kann", wurde betont.

Es sei in den letzten Wochen in sehr vielen Medien über verschiedenste Missbrauchsvorwürfe von ehemaligen Schülern an Instituten in Österreich und auch dem Ausland berichtet worden. "Ausgelöst durch dieses gesteigerte Interesse werden naturgemäß vermehrt Erinnerungen an eventuelle entsprechende Erlebnisse in der Kinder- und Jugendzeit wach", hieß es. Zu den Vorwürfen, die Jahrzehnte zurückliegen, könnten noch keine näheren Angaben gemacht werden.

"Mit uns in Verbindung setzen"

"Wir hoffen, dass sich allfällig betroffene Personen entweder direkt oder über eine Person ihres Vertrauens mit uns in Verbindung setzen", ersuchen die Sängerknaben die früheren Chormitglieder, die im "Standard" von sexuellen Übergriffen berichteten, um Mithilfe. Es müsse berücksichtigt werden, dass es sowohl in den 1960er als auch in den 1980er Jahren mehrere Kapellmeister und mehrere Präfekten gegeben habe. Die derzeit vorliegenden Angaben würden keine Zuordnung zu einem einzelnen Chor bzw. einer einzelnen Klasse ermöglichen.

Auf jeden Fall werden nun die alten Akten aus dem Archiv ausgehoben und nach möglichen relevanten Unterlagen geprüft. Sollten sich die Betroffenen melden, soll eruiert werden, welche Personen damals für diese Schüler zuständig waren bzw. um welche Tourneen es sich gehandelt hat.

"Können Vorfälle nicht ungeschehen machen"

"Wir können Vorfälle nicht ungeschehen machen", wird betont. Es wird jedoch auch auf aktuelle Maßnahmen verwiesen: Alle pädagogischen Vorgaben und Richtlinien der Wiener Sängerknaben würden laufend dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst, hieß es. Sämtliche mit der Betreuung der Kinder befassten Erzieher müssen laut Sängerknaben eine entsprechende (sozial-)pädagogische Ausbildung vorweisen, Supervision gehört zum "selbstverständlichen Angebot".

Die "breite aktive Kommunikation" aller Beteiligten - Eltern, Erzieher, Lehrer und Schüler - ermögliche zudem, sämtliche Anliegen offen zu besprechen. Außerdem werden die Schüler "präventiv bereits ab dem Volksschulalter altersgemäß über den sensiblen Themenbereich Sexualität und den richtigen Umgang damit informiert". Bei den "geringsten Verdachtsmomenten" auf sexuelle Annäherungen zwischen den Burschen werden zudem Fachleute - wie etwa der renommierte Kinderpsychiater Max Friedrich - konsultiert. (APA)

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Bobby W
20.03.2010 20:49
Sängerknaben nicht mit Kirche in den Top werfen

Dass die Sängerknaben hier zur Meldung aufrufen finde ich gut, denn Offenheit bring die Wahrheit ans Licht. Ich war in den 60iger Jahren selbst Sängerknabe und habe nichts von all dem mitbekommen, ich wurde nicht begrabscht und es wurde auch nicht der Versuch gemacht, dies zu tun, ich gehörte aber eher zu den aufmüpfingen, "undisziplinierten" ließ mich nicht einschüchtern und erfreute mich der Musik. Zum Thema Konzertsaal verstehe ich die Kommentare nicht, dass ist ja nicht das Thema hier, ich verstehe auch die Aufregung nicht, denn das kleine Stück Augarten ist ohnhin keine Erholungseck, der Konzertsaal soll halt nur der öffentlichen Hand nicht in der Tasche liegen sondern sich selbst erhalten.

Lappe ohne Rentier
15.03.2010 12:40
Und solch einem Gesindel baut man einen Konzertsaal!!!

Dem Matrosenanzug-Gesindel samt Matrosenanzug-"Erzieher"-Gesindel, das keiner will!
An einem der schönsten Plätze Wiens, an dem keiner einen Konzertsaal will!

Herzelichst
Ihr Lappe

SupernaturalSuperserious
17.03.2010 19:39
Gesindel

Dieses Gesindel wurde in einer bestimmten Zeit geboren, wahrscheinlich sind sie derselbe Jahrgang...
sorry, aber sie sind ja wirklich nicht ernst zu nehmen!

GRohnePunkte
15.03.2010 16:28
Tief gesunken, sehr sehr tief gesunken ...

... sind einige der Konzertsaalgegner. Es zeugt immer wieder von fehlenden sachlichen Argumenten wenn man in Foren zu schimpfen beginnt. Schauen Sie sich selbst einmal in den Spiegel bevor Sie die Kinder dort als "Gesindel" besudeln die gar nichts, aber rein gar nichts verbrochen haben.

Lappe ohne Rentier
16.03.2010 17:22
Sie wollen es nicht kapieren!

Doch nicht die Kinder sind das "Gesindel"! Sondern die, die sie missbrauchen und natürlich die, die diese herrschaftlichen-hierarchischen rigiden Strukturen geschaffen haben, in denen der Missbrauch passiert.

Herzelichst
Ihr Lappe

GRohnePunkte
18.03.2010 11:30
Dann schlagen Sie bitte diejenigen die dafür verantwortlich waren

... aber nicht diejenigen die heute dafür verantwortlich sind und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und daraus lernen wollen.

Und noch etwas: Sie instrumentalisieren die Opfer der Vergangenheit für ihre durchsichtigen Zwecke. Damit machen Sie diese Opfer von damals ein zweites Mal zu Opfern. Haben Sie diejenigen denn gefragt ob Sie deren Schicksale für ihre Zwecke missbrauchen dürfen? Nein? Dann lassen Sie das bitte und suchen Sie sich sachliche Argumente falls, Sie das können. Vielen Dank.

Tobias Kritifax
15.03.2010 15:41

Idioten wie "Lappe ohne Rentier" sollten hier nicht schreiben dürfen, aber wir werden das aushalten.

cannery row
18.03.2010 12:59
zum glück..

wird der tag, an dem typen wie sie irgendjemandem irgenwas vorschreiben können, niemals kommen.

Dositheos
15.03.2010 15:33
Da fallen mir auf Anhieb

einige auch sehr schöne Plätze in Wien ein, die ebenfalls, teils noch weitaus massiver "verbaut" wurden und werden, aus nicht minder gewinnträchtigen Gründen. Bei allem Respekt für Ihre Gefühle zu diesem Teil des Augartens, - aber "Matrosenanzug- Gesindel" ? Vielleicht sollten Sie, der Fairness halber Ihre Wertschätzung den Kindern selbst, quasi coram publico entgegenschreien. Ich empfehle hierfür aber den zaungeschützten Bereich hinter dem Joseph-Stöckl, man kann ja nie wissen, wie das Gesindel reagiert. Weniger herzlich....

Woyt'sa Vadshn?
 
15.03.2010 15:07
Zeigt Ihr EEG eigentlich noch einen Ausschlag?

Wie blöd muss man eigentlich sein, um Kindesmissbrauch mit einem lächerlichen Streit um ein paar Quadratmeter Augarten in Zusammenhang zu bringen?

Darius
13.03.2010 06:47
Der Standard sogar schon in Kalifornien zitiert, das sehr ich zum ersten Mal

Die ganzen Schweinerein in Deutschland und österreichischen Klostern, kein Mensch redet in den USA darüber.
Aber wenn jetzt die Wiener Sängerknaben gemeinsam duschen gehen springt der Funke über den Teich. http://cbs13.com/local/vie... 54193.html
Die amerikanischen Erzbischöfe sollten vielleicht vorsichtshalber gleich für ihre Pressemitarbeiter in den nächsten Wochen eine Urlaubssperre verhängen. Da könnt's ein Blutbad geben. Und das wegen einem Standard-Artikel :-)
Naja, das beweist zumindest, dass die Marke "Wiener Sängerknaben" noch funktioniert. Man muss ja immer alles positiv sehen als gelernter Österreicher :-)

Mirabeau
15.03.2010 00:40

Was hat der Chor der Wiener Sängerknaben mit den amerikanischen Erzbischöfen und deren Pressemitarbeitern zu tun?
Die Sängerknaben und ihre Schule sind kein und waren auch nie ein katholischer Verein.

Darius
13.03.2010 06:25
Zu Besuch bei Schwarzenegger

Ich seh gerade, dass sich die Sängerknaben in Kalifornien befinden.

Zu Gast bei Arnold Schwarzenegger. Sein Englisch ist wie immer furchtbar, aber die WSK sind toll. :-)

http://videos.sacbee.com/vmix_host... d=11486448

Vielleicht sollte der Standard oder sonst wer ein paar Paparazzi nachschicken.
Wer weiß was dort abgeht. Womöglich duschen die dort auch :-)

schwadronowski
12.03.2010 17:16
mäxchen friedrich wird konsultiert, ob das die sache nicht noch verschlimmert

JoeKern
 
12.03.2010 17:10
zu müde dazu

Jetzt wollt ihr mit uns sprechen, jetzt ? Damals in den 70er Jahren durfte ich nicht sprechen - über nichts. Nicht mal über Heimweh. Keine Gefühle - kein Persönlichkeitsrecht - die Brief Zensur - die psychisch wie physische Diktatur der Präfekten, darüber soll ich mit Euch jetzt sprechen ?? Dann holt meine Akte und Ihr werdet nur Schöngeschriebenes finden ! Denn so wie Ihr Euch damals belogen so belügt Ihr Euch heute noch: heile Welt mit Donauwalzer und Uniformen am Konzertpodium !
Ich bin einfach zu müde dazu um zu reden, das alles nochmals aufzurollen. Nach über 20 Jahren schwerer psychischer Störungen könnt Ihr nicht von mir verlangen, dass mir diese dunkle Zeit wieder so ins Bewusstsein dringt. Ich danke Jenen, die es können.

Angelika70
15.03.2010 15:18

Es wäre schön, wenn sie sich trauen würden!

Tobias Kritifax
13.03.2010 11:56
aus der Vergangenheit gelernt

Das Verhalten der aktuellen Leitung der WKS lässt viel Gutes hoffen! Agnes Grossmann hat als erste weibliche Direktorin 1997 einen partnerschaftlichen Stil eingeführt, damals war der Niedergang der WSK nach der zweifelhaften Ära Tauschnig sehr nah. Grossmann hat die WSK gerettet! Eltern sind nun eng eingebunden; Transparenz und Wachsamkeit sind hoch; die Erzieher (nicht mehr Präfekten genannt) haben Supervision; jeder Chor hat weibliche und männliche ErzieherInnen, die alle einen pädagogischen Abschluss haben. Mit Grossmann kehrte auch das hohe musikalische Niveau zurück. Die WSK sind hier vorbildlich, sie haben aus der tw. recht schlimmen Vergangenheit gelernt!

Tobias Kritifax
13.03.2010 00:11
trau dich

trau dich trotzdem !!!

GRohnePunkte
13.03.2010 15:39
Was Sie von ihm verlangen ist sicherlich das Allerschwierigste nach so langer Zeit

... und ich lese bei ihm zwischen den Zeilen ein "Was bringt das denn?" heraus. Er sagte ja schon dass er schon ein ungutes Gefühl bekommt wenn er nur in die Nähe des Augartens kommt. Daher wird er sicher niemals dort hin gehen wollen um zu reden, zumal die Urängste da sind und ich nachfühlen kann dass er sich dann schlechter fühlt als vorher wenn er dort wieder vor einer Art "Kommission" seine Gefühle und Erinnerungen preis geben soll. Wahrscheinlich sieht er dann virtuell sogar den Tautschnig auch dort sitzen und er bekommt dann auch heute Schweissausbrüche. Ich kann das nachfühlen und den meisten Ex-WSK würde es genauso gehen.

Die WSK sollten ein Ehemaligenforum machen, wo man untereinander, anonym,Selbsthilfe geben kann. Reden hilft!

Darius
13.03.2010 00:07
Schön gesagt

Und von wem werden sie bezahlt?

Als ehemaliger Sängerknabe von 1999 bis 2003 muss ich sagen: Entweder sie sind vollkommen wahn-sinnig oder sie waren irgendwo anders im Chor!

Meine Zeit war super und viel zu kurz. Ich habe die besten Erinnerungen an die Zeit.


GRohnePunkte
13.03.2010 15:01
Ich glaube ihm seine subjektiven Eindrücke ...

... und tw. sind sie nachvollziehbar. Ich bin sehr glücklich dass heute alles sicher viel besser ist als damals. Der Name Grossmann bürgt wohl wieder für Qualität, denn er bürgte auch - zu Lebzeiten des Vaters Grossmann - jedenfalls für die musikalische und die damals einzige menschliche Qualität in einem sonst menschlich der Leichenstarre ähnlichen Klima einer Art "Internierungslager". Daher glaube ich Ihnen gerne dass es nach der bitteren Vater/Sohn Tautschnig Ära zu menschlichen Verbesserungen gekommen sein MUSSTE, denn menschlich schlechter konnte das Klima ja gar nicht mehr werden.

Trotzdem: Pädophilie gab es nicht, und wenn, dann nur in wenigen Einzelfällen und/oder im voyeuristischen Rahmen. Die wurden immer sofort rausgeworfen!

Tobias Kritifax
13.03.2010 00:16
verdrängen bring nix

Darius, das wird schon stimmen, was JoeKern da schreibt...man muss die zeit von 1997 sehen und die danach. Agnes Grossmann kam damals als Direktorin und hat die WSK in letzter Sekunde gerettet. Sie hat Erziehungsstil geändert und es kehrte Professionalität ein. Seither ist auch das musikalische Niveau (wieder) top. Das ist schon alles sehr ernst, was da aus der Vergangenheit zu Tage kommt.

KHG - die reine Unschuldsvermutung
12.03.2010 19:36
traurig, mich rührt, was du schreibst

so wie dich, wird es leider vielen bei den sängerknaben und in zahlreichen anderen internaten geben, die diese verbrechen ein leben lang tragen

GRohnePunkte
12.03.2010 15:56
Nachhilfe

Akten 1968/69 ausheben. Genau in diese Zeit fällt wohl die Aussage des heute 55-jährigen.

Also:
Wie hiess der Haydnchor bevor er Haydnchor hiess?
Wer war damals Volksschullehrer?

Das sind zwei einfache Fragen die auf Grund der Akten - sollten sie noch vorhanden sein - leicht zu beantworten sind. Es ist so einfach, dafür ist man fast zu "beneyden" ...
Man muss dafür auch nicht in den "Bergen angeln" und das Stück "Holz" lag auch schon einmal näher als jetzt.

Das Reinemachen fand an exakt jenem sonnigen Tag offiziell statt, an dem die Chöre die Namen der vier Komponisten bekamen. Da ich annehme dass dieses Datum bekannt ist, wird man die entsprechenden Akten rasch finden, falls die noch da sind.

OK, das reicht jetzt aber.

KHG - die reine Unschuldsvermutung
12.03.2010 13:53
wenn die alle singen, wird das ein grosser chor

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