Mood Food

Essen das Laune macht

12. März 2010 11:43
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    Foto: apa/hermann j. knippertz

    Schokolade ist bekannt für ihre tröstende Wirkung.

Stimmungsaufhellende Nahrungsmittel sind mit Vorsicht zu genießen - Experte fordert Werbeverbot für Lebensmittel

Wien - Sogenanntes Mood Food, also Nahrungsmittel, die Einfluss auf die Stimmung eines Menschen nehmen können, ist mit Vorsicht zu genießen. Beim Verzehr sollte man umsichtig sein, warnte am Freitag Ernährungsmediziner Maximilian Ledochowski in Innsbruck beim 27. Ernährungskongress der Diaetologen Österreichs in Wien. Der Mediziner berichtete von Fällen, wo das "gesunde" Mood Food krank machen kann. Zum Schutz der Konsumenten könne sich Ledochowski durchaus ein Werbeverbot für Lebensmittel oder eine Steuer auf Lebensmittelwerbung vorstellen.

Der Wunsch der Bevölkerung nach Essen, bei dem man genießen kann und sich etwas Gutes tut, ist groß. Und diesem kommt auch die Lebensmittelindustrie mit dementsprechenden Produkten entgegen. Die Werbeaussagen legen nahe, dass die angebotenen Speisen und Getränke nicht nur tatsächlich "gesund" sind, sondern durch einen speziellen Zusatznutzen auch für ein besonderes persönliches Wohlgefühl sorgen können. "Das ist jedoch nur sehr bedingt richtig, denn de facto gibt es auch durchaus einzelne wissenschaftlich belegte Negativeffekte, etwa bei probiotischen Joghurts, die von den Leuten im guten Glauben gekauft werden, oder bei Nahrungsmitteln, die um teures Geld in den Reformhäusern erworben werden", so Ledochowski.

So mussten schon Herzklappen ausgetauscht werden, weil die probiotischen Keime, also Bakterien, diese zerstört haben. Auch bei einer ausschließlichen Ernährung durch Reformhaus-Produkte kann es vorkommen, dass Konsumenten zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom oder psychische Erkrankungen entwickelten. Und: Lebensmittel, die laut Werbeslogans "die Abwehrkräfte stärken", können durchaus entzündungsauslösend wirken, berichtete Ledochowski.

Stimmungsmacher Alkohol und Schokolade

Das bedeutendste Mood Food ist nach wie vor der Alkohol. "Alkohol verändert kurzfristig die Sichtweise; der Mensch fühlt sich vorübergehend wohler. Doch der Kater folgt gleicht danach. Da ist es nur ein kleiner Schritt zur Sucht", so der Mediziner. Auch der Genuss von Schokolade kann ebenso für kurze Stimmungsaufhellungen sorgen. "Langfristig wird sich aber auch hier der positive Effekt umkehren", sagte Ledochowski. Als unerwünschte Wirkung von Schokolade ist etwa Migräne längst bekannt.

Auch die Milch im Babyalter macht das Kind zufrieden. Doch durch einen hohen Anteil an Eiweiß in der Ernährung - speziell aus herkömmlicher (Kuh-)Milch und Milchprodukten - könnte eine Art "Stoffwechsel-Schalter" auf Gewichtszunahme "umgelegt" werden, was sich Jahre später auswirkt.

Betrogene Geschmacksnerven

"In unserer übersättigten Überflussgesellschaft haben die Menschen vergessen, auf sich selbst zu hören, zu erspüren, was ihnen gut tut", meinte Ledochowski. "Wir müssen das System Mensch möglichst wie von der Natur vorgesehen erhalten." Das würde schon allein dadurch erreicht werden, dass man sich auf die Kost rückbesinnen würde, die die Großmutter serviert und die wunderbar geschmeckt habe. "Künstliche Aromen und ebensolche Geschmacksstoffe sind ein Betrug der Geschmackssensoren", so Ledochowski. "Auch Reformhaus-Produkte sind nicht unbedingt notwendig. Ein naturbelassener Apfel aus dem Supermarkt tut es genauso".

Der Experte forderte harte Regulative. So könnte er sich beispielsweise ein Werbeverbot für Lebensmittel genauso vorstellen wie eine Steuer auf Lebensmittelwerbung. Da gesundheitliche Schäden oder unerwünschte Wirkungen, ausgelöst durch Lebensmittel, zurzeit durch den Betroffenen selbst nachgewiesen werden müssen, fordert er außerdem eine Beweislastumkehr zuungunsten der Lebensmittelindustrie: "Es kann nicht sein, dass Lebensmittel heute gefährlicher sind als Arzneimittel." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 34
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solandre
 
15.03.2010 08:36
super artikel!

bitte keine steuer auf werbung, denn diese wird auf die kunden umgelegt. nur ein werbeverbot ist zielführend.

da würden wir ja echt wieder zu obst , gemüse fleisch, käse, brot und kuchen zurückkehren. kein vitamel, m&ms-gift mehr.


umkehr der beweislast - sehr begrüssenswert.

contains sugar
14.03.2010 21:11
ein werbeverbot für alle lebensmittel wäre mehr als wünschenswert!

und bitte gleich auch ein werbeverbot für alle nicht rezeptpflichtigen arzneien einführen.

Truhe
 
14.03.2010 15:04

Wo kommen wir denn da hin wenn jeder einfach isst was er will...

leondapro
14.03.2010 13:25
lächerlich, so etwas zu fordern

werwolfi
13.03.2010 20:07

"Der Experte forderte harte Regulative."

vor allem gehört der unsinn mit "fettfrei" und "zuckerfrei" abgestellt, es ist schon längst bekannt, dass beides - v.a. in form von hochverarbeiteten industriefutter - mehr schadet als nutzt.

wolf stroh
 
13.03.2010 16:46
Ohne Beistrich vergeht mir der Appetit!!!

Zarathustra
13.03.2010 15:06
Ich glaube ohne die nach Staat und Verbote schreienden Experten...

...lebten wir in einer etwas freieren Welt.

solandre
 
15.03.2010 08:45
ich will eh schon lang legal heroin vertreiben. wir könnten eine lobby für komplette deregulierung gründen!

freie drogen, recht des stärkeren, keine pkw-haftpflichversicherung - und auch keine führerscheinpflicht. waffentragen für jeden erlaubt. keine sozialversicherung, endlich!

dann gründen wir unternehmen und behämmern die verbraucher mit werbung, sodass wir immer mehr geld verdienen. damit wir üben wir druck auf die regierung aus um gesetzt in unserm sinn zu erlassen - noch mehr geld. ohne regulierung müssen wir nicht mehr draufschreiben, was in dem essen drinn ist und können auch den grössten und giftigsten dreck verkaufen.

und wenn einmal ein paar sterben, dann klagen wir die angehörigen einfach mundtot oder wir heuern ein paar söldner an, die die sache anders erledigen. was billiger ist.

in dieser welt ohne regeln wären wir kaiser!
juhe

Zarathustra
16.03.2010 07:10

Freie Drogen - absolute Unterstützung.
Recht des Stärkeren? Dafür gibt es den Rechtsstaat. Vor dem Gesetz sollten alle gleich sein.
Keine PKW-Haftpflichtversicherung - absolute Zustimmung. Erzwungene Versicherungen sind das Letzte
Keine Führerscheinpflicht - aus liberaler Sicht ein Streitthema, da ja das Fahren eines nicht Befähigten meine Freiheit einschränkt und gefährdet.
Kein Sozialversicherungszwang. Wieder 100% Unterstützung meinerseits.
Das Verschweigen von Inhaltsstoffen ist ein Vertragsbruch. Beim Kauf eines Produktes gehe ich einen Vertrag ein. Ich bezahle um zu wissen was ich esse (Konsumententäuschung).
Was das alles mit der Verbotsschreierei von sogenannten "Experten" zu tun hat, müssen sie mir allerdings noch erklären.

solandre
 
16.03.2010 19:01

"... da ja das Fahren eines nicht Befähigten meine Freiheit einschränkt und gefährdet."

"eines nicht befähigten" - "einschränkt und gefährdet".

jemand der die tragweite seiner handlungen nicht erfasst und risiken falsch einschätzt - "einschränkt und gefährdet"

und wie stehts hiermit:
jemand der gefahren bewusst nicht erwähnt und risiken kleinredet um den gewinn zu maximieren - "einschränkt und gefährdet"

auch ersetzbar durch ...
die unreglementierte nahrungsmittelindustrie - "einschränkt und gefährdet"

wenn sie ihre begründung, warum jemand nicht ohne schein fahren dürfen soll, verallgemeinern, dann haben sie meinen grund, warum ich mehr reglements für die nahrungsmittelindustrie befürworte.

zeamount
15.03.2010 13:13

bescheuertes totschlagargument. ins extreme argumentieren kann jeder - hc strache ist größter meister. ihr vorbild?

solandre
 
15.03.2010 15:07

böse?

no left child behind
14.03.2010 17:42

Bloss viele Jahre kürzer.

Gerhard Bichler1
13.03.2010 14:44
Vorsicht Täuschung:.,.

Vorsicht Täuschung:
Aspartam wurd kürzlich auf Aminosweet umbenannt.

Fast in allen "Light"-/"Zuckerfrei"-Produkten ist der künstliche Sü0stoff Aspartam enthalten.

http://tinyurl.com/yflsd8t

Fritz Meyer
13.03.2010 19:23
Ja, die arbeiten mit allen Tricks.


Und dank der Firma dahinter ist das wesentliche verträglichere Stevia immer noch nicht als Lebensmittel in der EU zugelassen.

Dafür ist in Japan, wo Stevia seit über 30 Jahren in Lebensmitteln als Zucker-Ersatzstoff verwendet werden darf, Aspartam verboten.

Aber unsere "tapfere" EU hat sich ja lieber am "Vorbild" USA orientiert, wo die Justiz geschlossen von der Industrie gekauft war und bei der Zulassung des Naturproduktes entsprechend "Recht gesprochen" hat.

Fritz Meyer.

setarkos
13.03.2010 10:30
Herbert

trink das NICHT!

A Voice
13.03.2010 08:00
Sensoren schlagen schon viel früher an

wo das "gesunde" Mood food.
Impliziert, daß es als gesund angesehen werde - stimmt ja schon mal goar ned.
Abgesehen davon kenne ich keine einzige Werbung , die auf Mood als "Argument" setzt (aus dem unsäglichen und grauslichen Joghurt und das macht's eher indirekt)

Ich denke, das kann man ad acta legen.

Knochenmann
13.03.2010 04:40

Iss nichts für das Werbung gemacht wird!

solandre
 
15.03.2010 09:05

so einfach wie ihree anweisung klingt, so richtungweisend und ich glaube erfolgversprechend ist sie! danke! so hab ichs noch nie gesehen!

der wirklich gute
13.03.2010 00:47
deitsche sprock

vielleicht könnte man wenigstens im Titel den unabdingbaren Beistrich setzen? Von den restlichen Blödheiten rede ich ja gar nicht.

War der Standard nicht ehedem ein wirkliches Qualitä-tsmedium?

werwolfi
13.03.2010 20:09

haut nicht hin - nach einem bestrich glauben dann nämlich wahrscheinlich alle, es müsse "dass" stehen... ;o)

.MS.
12.03.2010 17:41
bei einer ausschließlichen Ernährung durch Reformhaus-Produkte kann es vorkommen, dass Konsumenten [..] psychische Erkrankungen entwickelten

Will mich da jemand für blöd verkaufen?
Psychische Erkrankungen durch Reformhausprodukte?
Ich glaub der Mann hat zu viele Buchweizenkekse gegessen...

jean-paul rastaman
12.03.2010 14:17
So mussten schon Herzklappen ausgetauscht werden, weil die probiotischen Keime, also Bakterien, diese zerstört haben.

Und das alles wegen Joghurt??? Bei solch reißerischen Ausagen hätte ich gerne gut fundierte Quellen. Vielleicht stimmts ja, aber dann kann man's auch belegen.

europabürger
13.03.2010 17:39

bei drogensüchtigen ist das problem bekannt.
wenn unsterile nadeln verwendet werden, siedeln sich keime bei den herzklappen an, die dann mit der zeit nicht mehr richtig arbeiten können und durch künstliche ersetzt werden müssen.
aber das sich jemand joghurt spritzt, schwer vorstellbar.

Zinsmeister
 
12.03.2010 15:38

ich bezweifle, dass es fuer diese gequirrlte maeusek*cke quellen gibt...

noch besser is ja:
"Auch bei einer ausschließlichen Ernährung durch Reformhaus-Produkte kann es vorkommen, dass Konsumenten ...psychische Erkrankungen entwickelten."

da brat mir einer einen storch!

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