Googles Betriebssystem hat in den USA in einem Quartal über vier Prozent zugelegt - auch weltweit wächst Android
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona war es deutlich zu spüren: Android ist überall. Zahlreiche Hersteller wie Samsung, HTC, Sony Ericsson, LG und Motorola sind auf den Android-Zug aufgesprungen und verhelfen dem System zu rasch nach oben kletternden Marktanteilen. In den USA wuchs Android innerhalb eines Quartals um 4,3 Prozent, zeigen aktuelle Zahlen des Marktforschers ComScore.
Android wächst in den USA am stärksten
Noch ist die Verbreitung von Googles Handy-System mit 7,1 Prozent (Stand: Jänner 2010) gering. Angeführt wird der Smartphone-Markt in den USA von Blackberry-Hersteller RIM mit 43 Prozent, gefolgt von Apple mit 25,1 Prozent und Microsoft mit 15,7 Prozent. Google folgt mit Android auf Platz vier und löste damit Palm ab, das nun mit 5,7 Prozent den fünften Rang belegt. Zuwächse zwischen November 2009 und Jänner 2010 verzeichneten RIM mit 1,7 Prozent, Apple mit 0,3 Prozent und Google mit 4,3 Prozent. Microsoft verlor 4 Prozent, Palm 2,1 Prozent.
Weltweit legen Apple und Android zu
Der Smartphone-Markt der USA unterscheidet sich vom weltweiten vor allem in der Dominanz von RIM und der weitgehenden Abwesenheit von Symbian. Laut Gartner wurde der weltweite Smartphone-Markt 2009 von Symbian mit 46,9 Prozent angeführt, 2008 waren es noch 52,4 Prozent. Auf Platz zwei folgt RIM mit 19,9 Prozent (2008: 16,6 Prozent). iPhone OS wuchs von 8,2 Prozent in 2008 auf 14,4 Prozent in 2009. Platz vier belegt Windows Mobile mit 8,7 Prozent. Die Redmonder verloren seit 2008 3,1 Prozent Marktanteile. Auf Platz fünf weist Gartner Linux mit einem Anteil von 4,7 Prozent aus. Android folgt danach mit 3,9 Prozent, 2008 waren es erst 0,5 Prozent. Android und Apple wuchsen damit am weltweiten Markt am stärksten.
Android auf dem Vormarsch
Die Marktforscher gehen davon aus, dass das Android-Wachstum auch 2010 ungebremst fortgesetzt wird, da die Hersteller noch mehr Android-basierte Smartphones vorstellen werden. Cnets Matt Asay hebt als großen Vorteil von Android hervor, dass es Open Source ist und Handy-Hersteller das System sehr leicht anpassen können. Google spreche damit auch Provider an, die Apples erfolgreiches iPhone nicht anbieten können sowie Hersteller, die kein eigenes oder kein erfolgreiches Betriebssystem auf ihre Geräte aufspielen. Windows Phone 7 soll Microsofts sinkendes Smartphone-Schiff zwar Ende des Jahres wieder auf Kurs bringen und Hersteller wie HTC und LG haben sich zu Microsoft bekannt. Dennoch benötigen diese Hersteller inzwischen ein stärkeres Zugpferd, während die aktuelle Version von Windows Mobile Marktanteile einbüßt. Ob Windows Phone 7 halten kann, was Microsoft verspricht, wird sich erst zeigen. Dem weiteren Vormarsch von Android steht bis dahin nichts im Weg. (br/ derStandard.at 12. März 2010)