Ubuntu: "Wir stehen nicht in Konkurrenz zu Red Hat"

12. März 2010, 11:47
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Canonical mittlerweile mit rund 320 Angestellten - CEO Jane Silber setzt auf Cloud-Computing als Wachstumshoffnung

Von Beginn an hatte Mark Shuttleworth das hinter Ubuntu stehende Unternehmen Canonical geleitet, eine Rolle, die er mit Anfang März nun aber abgegeben hat: Während sich Shuttleworth fortan vor allem um Produkt-Design und Entwicklung kümmern will, ist Jane Silber zur CEO von Canonical aufgestiegen. Silber ist dabei bei weitem keine Quereinsteigerin, war sie doch bereits im Juni 2004 - zwei Monate nach der Gründung - zu dem Unternehmen gestoßen und zuletzt als Chief Operating Officer (COO) tätig.

Wachstum

Seitdem hat sich bei Canonical einiges verändert, so ist der Linux-Distributor mittlerweile auf rund 320 Angestellte angewachsen. Doch obwohl Ubuntu unumstritten die am Desktop am weitesten verbreitete Linux-Distribution ist, ist man von der Profitabilität weiterhin deutlich entfernt. Der alltägliche Betrieb wird aus der Tasche von Shuttleworth persönlich finanziert, der Südafrikaner war zu Zeiten des IT-Booms über den Verkauf des Sicherheitszertifikatspezialisten Thawte zum Milliardär geworden.

Profitabel?

Trotz dieses geruhsamen Polsters will man die Profitabilität weiter anvisieren, wie Silber betont, dabei sieht sie das Unternehmen durchaus auf gutem Weg, wie sie in einem Interview mit CNET betont. In den vergangenen Jahren habe man sich primär auf die Schaffung einer ausreichend großen Community konzentriert, nun da diese da ist, sehe man zahlreiche Chancen für Canonical, vor allem über Support und Services will man Einnahmen lukrieren.

Cloud

Dabei wähnt sich Silber aber nicht in einer direkten Konkurrenzsituation mit dem im Enterprise-Bereich dominanten Red Hat, viel mehr ziele man auf neue Bereich ab wie etwa Cloud-Computing. So biete man etwa mit der Ubuntu Enterprise Cloud eine private Cloud-Lösung hinter der Firmen-Firewall an. Durch die unterschiedliche Ausrichtung habe man auch keinerlei Pläne Red Hat gezielt KundInnen abspenstig zu machen.

Einnahmen

Als weitere Einnahmequellen verweist Silber auf die Administrations-Lösung Landscape sowie auf den Online-Service Ubuntu One, der neben kostenlosen Accounts auch umfangreicheren Storage-Platz für eine monatliche Gebühr anbietet. Außerdem werde mit der nächsten Release der Ubuntu One Music Store hinzukommen, an dessen Einnahmen man beteiligt werde. (red, derStandard.at, 12.03.10)

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    Seit Anfang März die Chefin bei Canonical: Jane Silber

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