Handy dient Managern zur Mitarbeiter-Kontrolle

12. März 2010 10:03
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    grafik: archiv

KDDI setzt auf Bewegungsanalyse zur totalen Überwachung - Soll feststellen können, ob Mitarbeiter wirklich aktiv sind

Der japanische Telekom-Konzern KDDI  hat eine Technologie entwickelt, die Daten von Handy-Bewegungssensoren mit hoher Präzision analysieren kann. Die Lösung soll unter anderem an Manager und Arbeitsagenturen verkauft werden, berichtet die BBC. Wenngleich es für die Technologie durchaus positives Nutzungspotenzial gäbe, droht sie somit zu einem Überwachungstool zu werden.

KDDI zufolge kann beispielsweise genau ermittelt werden, ob eine Reinigungskraft auch fleißig den Boden schrubbt, Mistkübel leert oder nur untätig herumsteht. Die Daten verschiedener Nutzer werden dabei in einem Hauptquartier zentral erfasst. Entsprechend skeptisch sehen Menschenrechtler die Entwicklung.

Mittel zur Effizienzsteigerung

Schon dieses Jahr wird Schätzungen zufolge jedes dritte Handy Bewegungssensoren haben. Die KDDI-Technologie verspricht nun die Möglichkeit, mittels solcher Geräte detailliert zu bestimmen, ob der User beispielsweise geht, läuft, den Boden kehrt oder andere komplexe Handlungen ausführt. Dazu kommt Analysesoftware auf einem Server beispielsweise in einem Unternehmenshauptsitz zum Einsatz.

"Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir Managern anbieten können, das Verhalten ihrer Mitarbeiter genauer zu analysieren", sagt Hiroyuki Yokoyama, Leiter des Bereichs Web Data Research bei KDDI. Freilich soll das System dem Unternehmen zufolge nicht nur Vorgesetzten die Überwachung erleichtern, sondern auch Mitarbeitern dazu dienen, ihre Arbeitseffizienz zu steigern. Letzteres freilich ist wohl genau das, worauf Unternehmen aus sind.

Bemutterndes Überwachungssystem

Yokoyama zufolge sieht KDDI das System als fürsorgliches, bemutterndes Werkzeug und nicht als Big-Brother-Lösung. Kritiker sehen das freilich anders. "Damit werden Menschen wie Maschinen behandelt, wie Vieh, das kontrolliert und bewacht werden muss", meint der Menschenrechtsanwalt Kazuo Hizumi. Ein derartiges Überwachungssystem sei hochgradig unverantwortlich. Allerdings würden solche Lösungen und die damit verbundenen Beschneidungen der Rechte Einzelner gerade in Japan all zu leicht hingenommen.

Auch Philip Sugai, Leiter des Mobile Consumer Lab an der International University of Japan, warnt vor den negativen Auswirkungen der Mitarbeiterüberwachung mit der KKDI-Technologie. Dabei sieht er die Entwicklung grundsätzlich sogar als sehr wertvolle Innovation. Er verweist beispielsweise auf Telemedizin als Anwendungsbereich, wo genaue Daten über die Bewegungen eines Users von großem Vorteil sein können. (pte)

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KDDI

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
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TRex30M
25.03.2010 09:14

Alles was Angestellte noch mehr ausbeuten kann, macht Manager glücklich.
Das nennt man dann Effizienzsteigerung.
Schliesslich zahlt man einer Reinigungskraft auch grosszügig zwischen 6-10 Euro/Stunde....
Da muss man doch motiviert putzen oder?
Ich finde das menschenrechtlich auch sehr bedenklich und finde solche Art Software soll Verboten werden.

Achmo Ledbid
22.03.2010 10:36
wer solche..

...mittel anwenden muss, der hat seine mitarbeiter ohnehin nicht in griff! wenn sich mitarbeiter anders beschäftigen statt zu arbeiten, dann fehlt ihnen freude an der arbeit und loyalität zum arbeitgeber. meißt ist daran der arbeitgeber selber schuld.

heri byrd
17.03.2010 15:06

dann kommt die putze halt mitsamt hund zur arbeit. bindet dem das handy um den hals und wartet auf die beförderung zur facility managerin.

Eine Kreatur
17.03.2010 11:28
wer höchst mögliche effizienz und effektivität will

soll sich roboter anschaffen ..

menschen sind und bleiben menschen ..

und wer überwacht eigentlich die überwacherInnen? wie effizient, effektiv und wertschöpfend arbeiten die denn eigentlich? DAS ist die wesentlich interessantere frage! :-))))

Stinkefinger für Pröll
14.03.2010 20:52
es sollten die manager

genauer unter die lupe genommen werden.

der Zacharias
14.03.2010 17:17
Wenn die Mitarbeiter auch die Manager überwachen und jedes Monat wählen dürfen, ob und wann sie einen feuern, ist es genehmigt.

Gegenflieger
14.03.2010 13:56
Handy aus

Einfach abschalten das Ding während der Arbeit.
Dann sehen wir mal was er ortet.

orlando
 
13.03.2010 12:23
Einfache Lösung:

Handy in den Mixer sorgt für simulierte Bewegung! System ausgetrickst!

Ihr Beitrag wird in Kürze veröffentlicht
13.03.2010 09:38
mehr privat, weniger staat!

welcher ex-kanzler hat diesen slogan erfunden, war das nicht der mit dem sprung in der schüssel?

ravenna
13.03.2010 10:23
Können Sie jetzt auch darlegen,...

....was Ihr Posting mit dem Artikel zu tun hat?

Eine Kreatur
17.03.2010 11:29
private überwachung contra staatliche überwachung?

leistungsprinzip über alles?

das wären schon einmal ein paar anknüpfungspunkte ..

Peter W1
 
13.03.2010 02:20

In Österreich machen sich Unternehmen strafbar, die so etwas einsetzen würden. Und darauf wird im Normfall auch geachtet, da gerade solche Vergehen immer wieder auffliegen, da Menschen nunmal Teil sozialer Netzwerke sind und damit natürlich auch die IT die solch ilegale Strukturen installiert (wobei die mitunter gar nicht bösartig, sondern schlicht inkompetent in Sachen Arbeitsrecht ist).

Eine Kreatur
17.03.2010 11:31
dann sollten wir alle froh sein, dass es gewerkschaften gibt ..

denn individuell ließe sich so etwas nie verhindern ..

soviel zum thema - unser unternehmen ist eine glückliche familie, wir sind alle mündig genug und können alles selber mit unseren arbeitgebern regeln usw.

helmson
13.03.2010 00:54

interessant dass gerade an genau so einem system auch an einer österr. uni gearbeitet wird

posaunist
13.03.2010 08:41
dann ist diese wohl zu langsam

Lorf
 
12.03.2010 16:42

Sollte man mal unseren Fußballern unterjubeln.

ftc
12.03.2010 15:52
ein glattes nogo

Einerseits glaube ich nicht daß man in Österreich dafür eine arbeitsrechtliche Erlaubnis erhält, andererseits zeigt das die Unfähigkeit von Führungskräften auf.

Red Cloud
13.03.2010 14:29

nach der arbeitsrechtlichen genehmigung wird wohl kaum einer fragen.

The Sailor
12.03.2010 17:50
Erlaubnis ist egal

Es sind schon Leute in Österreich gekündigt worden, obwohl die vorgebrachten Gründe durch unerlaubte Überwachung im Betrieb bewiesen wurde.
Kündigung wurde vom Arbeitsgericht bestätigt, weil die Gründe ja bewiesen waren.
Das Unternehmen hat eine Geldstrafe nach dem Datenschutzgesetz ausgefasst...

Peter W1
 
13.03.2010 02:18

Ganz falsch. Unerlaubte Beweismittel sind keine Beweismittel. Wenn das Arbeitsgericht wirklich so einen Unsinn als Urteil ausgibt, gehst zur AK oder zum ÖGB, meldest ne Berufung an und die Sache ist gegessen.

Zweimal hast du kein dem geltenden Recht wiedersprechendes Urteil.

In Österreich ist eine solche Lösung absolut uneinsetzbar.

Bildung - Basis der Demokratie
15.03.2010 22:15

wenn man als "einfacher" bürger ihr wissen hätte... sie vergessen wieviele menschen nicht ihr wissen haben

t-bonesteak
12.03.2010 12:34
herr ford macht gerade freudensprünge im himmel

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13.03.2010 09:45


glaube ich nicht, denn herr ford war auch für erhöhung der mitarbeitergehalte, damit diese dann auch die erzeugten produkte kaufen konnten. er war nicht nur erfinder des fließbandes sondern auch etwas generöser.

Ava Tar
12.03.2010 12:34
Handy bewegt sich eh

je nachdem, wo man es festbindet^^
http://www.youtube.com/watch?v=rybytNiRM3k

||||||||||||||||||||||||||||||||||
13.03.2010 09:47


und sowas finden sie witzig? aber geisteshaltung kann man nicht lernen.

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