Nach Krankenhausangaben mehr als 50 Verletzte - Zahl der Todesopfer in Lahore auf mindestens 57 gestiegen - Mit Video
Peshawar - Die Anschlagsserie in Pakistan dauert an: Bei einem Selbstmordangriff in
Mingora, der größten Stadt des Swat-Tals, wurden am Samstag nach Militärangaben
mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt. In anderen
Berichten war unter Berufung auf die Polizei von mindestens zehn Toten und mehr
als 35 Verletzten die Rede. Es war der zweite schwere Anschlag innerhalb von 24
Stunden. Erst am Freitag waren in Lahore bei Selbstmordanschlägen mindestens 55
Menschen getötet worden.
Der Selbstmordattentäter brachte seinen Sprengsatz am Samstag zur Explosion,
nachdem Sicherheitskräfte ihn stoppen wollten, wie die Polizei mitteilte. Der
Attentäter, der zu Fuß unterwegs war, hatte offenbar vor, in ein
Regierungsgebäude einzudringen. Regierungstruppen hatten das Swat-Tal im
vergangenen Jahr in einer mehrere Monate dauernden Großoffensive von
Aufständischen zurückerobert, dennoch kommt es dort immer wieder zu Gewalttaten.
Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort weiträumig ab, Geschäfte und
Marktstände wurden geschlossen. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich
zu der Tat. Ein Sprecher kündigte weitere Anschläge an. Der Militärbefehlshaber
in der Region, Generalmajor Ashfaq Nadeem, sagte, unter den 13 Toten seien zwei
Soldaten und zwei Polizisten. "Solche Taten können uns nicht demoralisieren",
sagte er. "Ich will der Bevölkerung versichern, dass wir den Kampf fortsetzen,
bis der letzte Taliban eliminiert ist."
Lahore: Zahl der Opfer auf 57 gestiegen
Erst am Freitag hatten sich zwei Selbstmordattentäter in Lahore im Osten
Pakistans in die Luft gesprengt. In der Nacht zum Samstag starben zwölf
Schwerverletzte in Krankenhäusern, wie ein Polizeivertreter sagte. Die Zahl der
Todesopfer stieg damit auf 57. Nach dem Anschlag hatten Vertreter der
Sicherheitskräfte zunächst von 45 Toten gesprochen. Mehr als 130 weitere wurden
verletzt, als die Attentäter ihre Sprengsätze in der Nähe eines belebten Marktes
zündeten. Ziel des Anschlags war ein Konvoi von Armeefahrzeugen.
In Pakistan wurden seit Mitte 2007 über 3.000 Menschen bei Anschlägen
getötet. Die meisten waren von pakistanischen Taliban-Kämpfern verübte
Selbstmordattentate. Ziel waren meist Soldaten, Polizisten oder öffentliche
Gebäude. Zunehmend sind aber auch Zivilisten von den Anschlägen betroffen. (APA)