Berlusconi will Friedenstruppen entsenden

10. April 2003, 18:44
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"Racheaktionen" sollen unterbunden werden

Rom - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich zur Entsendung italienischer Truppen im Rahmen einer Friedensmission in den Irak bereit erklärt, zuvor müsse die Regierung jedoch das Grüne Licht des Parlaments erhalten. Bei einer Pressekonferenz in der mittelitalienischen Stadt Pescara zeigte sich der Premierminister am Donnerstag über das baldige Ende des Irak-Konflikts zufrieden. In der Nachkriegszeit sei im Irak mit zwei Phasen zu rechnen. In der ersten würden USA und Grossbritannien die Hauptrolle spielen, danach würden die internationalen Institutionen zum Einsatz kommen, so der Regierungschef.

"Man muss bedenken, dass es im Land ein absolutes Machtvakuum gibt. Die Leute sind verängstigt, weil sie Racheaktionen befürchten", sagte Berlusconi. Italien sei weiterhin Mitglied der Anti-Terror-Koalition, die nach dem 11. September 2001 entstanden sei, auch wenn das Land dadurch der Gefahr von Terrorattacken stärker ausgeliefert sei, betonte Berlusconi. Er beteuerte, dass er während des italienischen EU-Vorsitzes ab 1. Juli für eine Harmonisierung in der Union nach den Spannungen um den Irak-Konflikt arbeiten werde.

Der italienische Regierungschef sparte nicht mit Kritik an der Opposition, die pazifistische Positionen vertreten und die stark US-freundliche Linie der Mitte-Rechts-Regierung scharf kritisiert hatte. "Die italienische Linke ist in einer tiefen Krise", betonte Berlusconi. "Die Vertreter der Linken, die auf ein Debakel wie in Vietnam gehofft hatten, haben nicht das Ziel begriffen, mit der USA und Grossbritannien den Konflikt begonnen haben: Der Aufbau eines demokratischen Systems, das für die Freiheit aller notwendig ist. Man kann die Armut ohne die Verbreitung der Demokratie nicht besiegen", so Berlusconi. (APA)

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