Analysten: Austrian relativ "glimpflich davon gekommen"

10. April 2003, 18:30
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Airline-Aktie dennoch kein Anlegertipp - 2,3 Prozent Kursplus hauptsächlich wegen Irak-Entspannung

Wien - Die Austrian Airlines-Gruppe ist angesichts der vielfältigen Turbulenzen in der internationalen Luftfahrt bisher vergleichsweise "glimpflich davongekommen", meinen Analysten nach Präsentation der Bilanz 2002 samt ersten Aussagen zum laufenden Geschäftsjahr 2003, hat ein APA-Rundruf am Donnerstagnachmittag gezeigt. Anlass zur Sorge geben könnte allerdings der voraussichtliche Rückgang der Einheitserträge im Europageschäft.

Nach der heutigen AUA-Bilanz-Präsentation sind die zuständigen heimischen Airline-Analysten großteils mit dem Berechnen neuer Unternehmensprognosen beschäftigt. Die Vorlage der endgültigen Ziffern für das Geschäftsjahr 2002 wurde von den Analysten übereinstimmend als "Non-event" eingestuft.

Die Analysten rechnen damit, dass die Austrian Airlines-Gruppe ihr Flugangebot auch noch im Juni zurücknehmen wird. Das würde dann schon in die Hauptreisezeit hineinreichen, gab ein Airline-Analyst zu bedenken. Die Luftfahrtgruppe aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways hat für April und Mai bereits eine Kürzung des Angebots um 11 bzw. 10 Prozent angekündigt, nachdem die Produktion von Jänner bis März um 7 Prozent zurückgefahren worden war.

Auch der von zahlreichen Unsicherheiten getrübte Ausblick auf 2003 habe keine wesentlichen Aufschlüsse gegeben, wenngleich sich ein Experte überrascht über die Festlegung für ein EBIT "bestenfalls auf Niveau 2002" zeigte. Im Jahr 2002 erreichte die AUA einen Betriebserfolg (EBIT) von 41,4 Mio. Euro.

Als Folge des Irak-Krieges wird die AUA ihre Langstrecken-Frequenzen um bis zu 15 Prozent zurücknehmen, auf der Mittelstrecke wird um 10 Prozent ausgedünnt, teilte das Unternehmen mit.

Sowohl die Entwicklung des Ölpreises als auch die Währungsrelation zwischen Dollar und Euro komme derzeit der AUA-Gruppe zugute. Mit einem budgetierten Kerosinwert von 240 Dollar je Tonne sei die AUA im laufenden Jahr gut gefahren. Die Hälfte des Bedarfs wurde bis zum Jahresende bei diesem Wert abgesichert, erklärte AUA-Finanzvorstand Thomas Kleibl.

An der Wiener Börse lag die AUA-Aktie gegen 17.30 Uhr MESZ mit 6,26 Euro 2,3 Prozent im Plus, die Umsätze waren aber mit rund 13.000 Stück relativ verhalten. Diese Entwicklung sei aber mehr auf die Entspannung im Irak als auf die heutige AUA-Bilanz-PK zurückführen, meinten Marktbeobachter.

Zum Kauf empfiehlt das Papier derzeit keiner der befragten Analysten. Für hartgesottene kurzfristige Anleger mit starken Nerven und hohem Risikoprofil könnte die AUA-Aktie aber durchaus für kurzfristige Gewinne gut sein, schätzte eine Analystin. (APA)

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