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11. April 2003, 13:38
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Schwere Zeiten für internationale Drogenbanden - Polizeikooperation über Ländergrenzen hinweg funktioniert immer besser

Wien - Die meist international organisierten Drogenbanden sehen schwereren Zeiten entgegen. Denn die Polizeikooperation über Ländergrenzen hinweg funktioniert immer besser, wie der Chef des österreichischen Bundeskriminalamtes (BK), Herwig Haidinger, anlässlich der Präsentation des Jahresberichtes zur Suchtmittelkriminalität anmerkte.

Eurojust

Einen wesentlichen Anteil an der kommunikativen Verbesserung hat dabei die europäische Staatsanwaltschaft Eurojust. "In der Vergangenheit gab es vereinzelt Probleme bei der Zusammenarbeit mit den niederländischen Kollegen, seitdem wir über Ulrike Haberl-Schwarz, unsere Vertreterin bei Eurojust gehen können, funktioniert das reibungslos", zeigt sich Haidinger erfreut. "Sehr kooperativ" seien laut BK-Chef auch die türkischen Kollegen. Über die Türkei verläuft die wichtigste Route für den Heroinschmuggel nach Europa.

Unschärfe in den nationalen Statistiken

Die länderübergreifenden Ermittlungen sorgen übrigens teilweise für eine Unschärfe in den nationalen Statistiken. "Der Erfolg wird nicht nur in den Zahlen ausgewiesen", wie Haidinger bei der Berichtspräsentation erläuterte. So gebe es Fälle, wo man in Österreich einem Drogenring auf die Spur kommt und diese beispielsweise bis Polen zurückverfolgen kann, wo die örtlichen Sicherheitskräfte dann zuschlagen und den Erfolg verbuchen.

Recht auf Rausch Unter dem Titel "Recht auf Rausch" tagen unterdessen Gegner der Repressionsstrategie im Drogenbereich noch bis Sonntag in Wien. Mit Vorträgen und Diskussionen mit internationalen Experten will die U-N-O, die "utopische nonprohibitionistische organisation" breite Bevölkerungsschichten erreichen. (moe, DER STANDARD Printausgabe 11.4.2003)

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