"Deutscher Osten 1939-1945"

12. April 2003, 11:00
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Universität Stuttgart will mit Buch zur Diskussion um deutsche Verbrechen in Osteuropa beitragen

Stuttgart - Mit zum Teil unveröffentlichten Fotos und Textstellen will die Universität Stuttgart zur Diskussion um deutsche Verbrechen in Osteuropa während des Zweiten Weltkrieges beitragen. Das Buch "Deutscher Osten 1939-1945. Der Weltanschauungskrieg in Photos und Texten" (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003) lasse einen "Blick in die Köpfe der Täter und auf ihre Motive zu", erklärte Herausgeber Klaus-Michael Mallmann von der Forschungsstelle Ludwigsburg am Donnerstag in Stuttgart.

Lange seien nur die Entscheidungsträger und die Berliner Regierungsspitze der Nationalsozialisten untersucht worden. Nun würden auch die Verbrechen in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion thematisiert. "Es sind immer mehr Historiker dabei, sich die Lage im Generalgouvernement und in der früheren Sowjetunion anzuschauen", erklärte Mallmann. Wegen der schwierigen Quellenlage und der fehlenden Sprachkenntnisse seien die Archive lange Zeit den Wissenschaftlern verschlossen gewesen.

"Auch heute gibt es im Osten noch riesige Flächen, über die ganz wenig bekannt ist", sagte der Historiker. "Das Maß gesicherten Wissens ist weitaus geringer als das Maß noch zu schaffenden Wissens." Das Buch ist nach Angaben der Forschungsstelle der erste von drei Bänden. Im zweiten Werk, das bis zum Winter erscheinen soll, werden mehr als 20 "Karrieren der Gewalt" dokumentiert. (APA/dpa)

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