Kein Geld für neue Uni-Professoren

11. April 2003, 20:56
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Budgetkürzungen gehen in die Millionen

Wien - Den Universitäten fehlen nach eigenen Angaben heuer voraussichtlich zwischen 50 und 55 Millionen Euro. Wie der STANDARD berichtete, sind die Hochschulen von den Budgetkürzungen der Regierung für das laufende Finanzjahr besonders stark betroffen. Im Uni-Budget für 2003 ist eine fünfprozentige Bindung der Ermessensausgaben sowie eine Reduktion des Personalbudgets auf das Niveau von 2001 geplant, bestätigte der Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Georg Winck- ler nach informellen Budgetgesprächen mit dem Bildungsministerium.

Im Ministerium wollte man zu den Zahlen nichts sagen, räumte aber ein, dass den Unis erst 2004 wieder größere Spielräume zur Verfügung stünden. Dafür erhielten sie schon heuer die volle Verfügungsautonomie über ihre Mittel und könnten Rücklagen auflösen.

Nach Angaben Wincklers würden im Bereich der Sachaufwendungen aufgrund der fünfprozentigen Bindung der Ermessensausgaben 20 Millionen Euro, aufgrund der Nicht-finanzierung der Gehaltsdynamik und anderer Aufwendungen im Personalbereich mehr als 20 Millionen Euro und für die Implementierung des Universitätsgesetzes (UG) 2002 zwölf Millionen Euro fehlen. Die Budgetsituation der Unis sei als "dramatisch" zu bezeichnen, ein Aufnahmestopp unumgänglich, sagte Winckler.

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer kündigte an, dass die Universitäten 2004 neben einem Globalbudget von 1,66 Milliarden Euro zusätzlich die Kosten für die Gehaltserhöhungen und 15 Millionen Euro für die Implementierung des UG erhalten werden.

Die Hochschülerschaft kritisierte Gehrer scharf: Die versprochen Uni-Milliarde laufe auf eine Kürzung um eine Milliarde Euro hinaus. Die SPÖ warf der Ministerin vor, bei der Finanzierung der Reform gescheitert zu sein. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.4.2003)

Die Rektoren der heimischen Universitäten bekommen dieser Tage schlechte Nachricht aus dem Bildungsressort: Gürtel enger schnallen, lautet die Devise. Denn das heurige Budget wird deutlich geringer ausfallen als erwartet. Offiziell verkündet wird dies aber erst am 9. Mai.
Von Samo Kobenter und Martina Salomon
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