Stundenreduktion: Lehrer setzen auf Eltern und Schüler

10. April 2003, 16:04
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Resolutionen, Elternbriefe sollen Gehrer zum Umdenken bewegen

Wien - Bei ihrem Protest gegen die von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) geplanten Stundenkürzungen setzen die Lehrer nach dem Aktionstag am Mittwoch nun auf die Unterstützung von Eltern und Schülern. In den verschiedenen Resolutionen, die beim Aktionstag gefasst wurden, sowie in zahlreichen Elternbriefen an Gehrer und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hätten diese ihren Unmut über die Pläne Gehrers geäußert, meinte AHS-Gewerkschafter Helmut Jantschitsch gegenüber der APA. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Ministerin die einhellige Meinung der Basis an den Schulen ignorieren könne.

Derzeit analysiere man in der Gewerkschaft die Rückmeldungen aus den einzelnen Schulen und sichte Wege, wie man weiter gegen die Stundenkürzungen vorgehen könne, so Jantschitsch. Dabei würden auch Ideen der Basis für eventuelle "unkonventionelle gewerkschaftliche Methoden" aufgegriffen - daneben stünden aber auch die klassischen gewerkschaftlichen Instrumente zur Verfügung. Jedenfalls habe man sich nicht mit dem gestrigen Aktionstag "abreagiert" und sei nun mit allem einverstanden.

"Wir sind sehr stark überzeugt, dass wir das gemacht haben, was die Kollegen wollten", so Jantschitsch. Der Offene Brief Gehrers vom Dienstag, in dem sie sich bei allen Lehrern bedankt habe, die sich an dem Protesttag nicht beteiligten, könne "maximal an zwei oder drei handverlesene Kollegen gegangen sein - die restlichen 20.000 können nicht gemeint gewesen sein".

Zurückgewiesen wurde von Jantschitsch auch die Aussage Gehrers vom Mittwoch, wonach die Stundenkürzung bereits seit Jänner mit Lehrervertretern diskutiert worden sei. Die Gewerkschaft sei vor der "Wiedervereinigung" von ÖVP und FPÖ nie informiert worden. Das erste Gespräch in dieser Causa habe erst am 7. März stattgefunden, wobei sich die Ministerin von hohen Beamten ihres Ressorts vertreten habe lassen.

Auf die Unterstützung der Eltern und Schüler hofft man auch im berufsbildenden Schulbereich. An den BMHS finden in dieser Woche ebenfalls Dienststellenversammlungen statt - allerdings ohne einen zentralen Aktionstag und mit kürzerer Dauer. Außerdem sollen die aus Lehrern, Schülern und Eltern bestehenden Schulgemeinschaftsausschüsse (SGA) Resolutionen verabschieden, die an Ministerium und Medien versendet werden sollen. (APA)

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