Unbekannte Bakterien im Schwarzen Meer entdeckt

12. April 2003, 19:30
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Sie wandeln Ammonium ohne Sauerstoff in atmosphärischen Stickstoff um

Bremen - Forscher des Bremer Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie haben in Kooperation mit Forschern der niederländischen Delft Universität bisher unbekannte Bakterien im Schwarzen Meer entdeckt. Die in Sedimenten unter dem Meeresboden entdeckten Bakterien besitzen die Fähigkeit, das für das Algenwachstum lebenswichtige Ammonium in atmosphärischen Stickstoff umzuwandeln und damit als Nährstoff unzugänglich zu machen. Der neu entdeckte Prozess läuft ohne Sauerstoff ab. Die Bedingungen, unter denen diese Bakterien leben, sind im Boden von Ozeanen weit verbreitet. Die Forscher weisen ihnen eine wesentliche Bedeutung für den globalen Stickstoffkreislauf, das Algenwachstum und letzten Endes auch für das Klima zu.

Meeresforscher vermuteten bereits vor mehr als 30 Jahren, dass Ammonium auch unter sauerstofffreien Bedingungen konsumiert wird. Erst vor wenigen Jahren aber entdeckte man Lebewesen, die dieses Kunststück tatsächlich fertig bringen - in Kläranlagen. Dass es aber marine Verwandte geben könnte, die sogar das Klima und das Ökosystem Meer in nachhaltiger Weise beeinflussen können, hat niemand geglaubt. Denn die Kläranlagen-Bakterien wachsen nur sehr langsam und schienen damit im Meer keine tragende Rolle zu spielen. Forscher konnten aber die DNA dieser im Meer lebenden Bakterien isolieren und eindeutig beweisen, dass die Organismen mit den Kläranlagen-Bakterien nahe verwandt sind. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature veröffentlicht. (pte)

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