Hintergrund: Das menschliche Erbgut

10. April 2003, 15:10
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Hamburg - Die Bausteinreihenfolge des Erbguts ist die Grundlage für den gesamten Aufbau und die Funktion des Körpers. Die Erbgut-Bausteine sind paarweise auf der DNA-Doppelhelix angeordnet. Ihre Struktur gleicht einer spiralförmig gedrehten Strickleiter.

EIN GEN besteht aus einer langen Reihe von vier verschiedenen Bausteinen mit den Basen Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). Für Genetiker beginnt ein Gen etwa folgendermaßen ATCCGCGTACTTTAGG... Gene sind Baupläne für verschiedene Eiweiße (Proteine), die Werkzeuge und Bausteine des Körpers. Ist ein Gen angeschaltet, dann erhalten die Eiweißfabriken der Zelle (Ribosomen) eine Abschrift davon und produzieren mit diesen Informationen eine entsprechende Kette aus Aminosäuren, die sich zu einem Protein faltet. Dabei kann ein Gen durch Aufspaltung und Zusammenbau beim Ablesevorgang Grundlage für mehrere verschiedene Proteine sein.

DIE CHROMOSOMEN geben dem Erbgut eine Struktur. Sie enthalten die langen Erbgutfäden und viele Struktur-Eiweißstücke. Auf diesen Trägern sind die Erbgutfäden aufgewickelt. Die Erbgutfäden - die so genannten DNA-Stränge (englisch: Deoxyribonucleic acid, deutsch: Desoxyribonukleinsäure, DNS) - bestehen nur zu einem Teil aus Genen; die Bedeutung der restlichen Bausteine ist noch nicht genau bekannt.

Die Gesamtheit der Erbinformation heißt GENOM. Mehr als 99 Prozent der Erbinformationen sind bei allen Menschen gleich.

DIE PROTEINE spielen die Hauptrolle im Stoffwechsel des Körpers. Sie zerlegen als Verdauungsenzyme die Nahrung in ihre Einzelteile, helfen beim Aufbau von Knochensubstanz und Fettpolstern oder verwandeln sich wie im Muskel selbst zu einem Teil des Körpers. Ein Gen als Bauplan zeigt nur die Reihenfolge der Proteinbausteine, nicht aber die Struktur des Proteins geschweige denn seine Funktion.

In jeder Körperzelle besitzt der Mensch nach aktuellem Wissen rund 30.000 Gene. Aus einer winzigen befruchteten Eizelle kann sich nur deshalb ein erwachsener Mensch mit all seinen verschiedenen Organen entwickeln, weil die einzelnen Gene jeweils zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Organen angeschaltet sind und die Zelle nur dann die entsprechenden Proteine produziert. So besitzt zwar auch jede Fingerzelle Gene für die Augenfarbe des Menschen, sie sind dort jedoch nicht aktiv. Generell sind die meisten Gene die meiste Zeit abgeschaltet. (APA/dpa)

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