Mattersburg trotz Höhenflug am Boden

10. April 2003, 19:21
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Die Burgenländer dürfen nach dem Halbfinaleinzug mit dem internationalen Geschäft spekulieren, Trainer Gregoritsch stapelt tief

Mattersburg - Im Mattersburger Pappel-Stadion wachsen die Bäume auch nach dem sensationellen 1:0-Sieg am Mittwoch im Fußball-Cup-Viertelfinale über Titelverteidiger GAK nicht in den Himmel. Erstmals in der Vereinsgeschichte zog die Gregoritsch-Elf als zweiter Klub (nach Kittsee 1980) des jüngsten Bundeslandes ins Semifinale ein und stellte dabei mit 17.600 Besuchern einen neuen Zuschauerrekord auf burgenländischem Boden auf.

Tiefstapler Gregoritsch

Und jetzt dürfen die Mattersburger, die in der Red Zac-Ersten Liga dem Titel und damit dem Aufstieg entgegenstürmen, sogar auch mit dem Europacup liebäugeln. Dennoch übt sich der Erfolgscoach im Tiefstapeln. "Wir haben noch nie über ungelegte Eier geredet und werden weiter auf dem Boden bleiben. Das gilt für Cup und Meisterschaft", meinte Trainer Werner Gregoritsch, der früher 17 Jahre für die Grazer tätig gewesen war.

Stolzer Gregoritsch

Der Schlüssel zum Erfolg gegen den Tabellen-Dritten der Bundesliga, der durch das Tor seines Ex-Stürmers Herfried Sabitzer die erste Niederlage im Frühjahr kassierte, lag für den Steirer in der höheren Einsatzbereitschaft seiner Kicker. "Wir waren kampfkräftiger und hatten den unbedingten Willen, dem Gegner keinen Raum zu lassen. Ich freue mich, dass wir als kleiner Klub mit der momentan besten Mannschaft Österreichs mitgehalten haben", erklärte Gregoritsch nicht ohne Stolz.

Emotionaler Gregoritsch

Schadenfreude habe er nach dem Triumph über seinen früheren Verein allerdings nicht verspürt. "Es ist ein besonderes Gefühl, eine emotionale Geschichte, aber Genugtuung habe ich nicht empfunden", sagte Gregoritsch, dessen Team bei günstigem Verlauf des Cup-Bewerbs in der kommenden Saison sogar international spielen könnte, sollte die praktisch als Meister feststehende Wiener Austria in Salzburg gewinnen und die Burgenländer in Kärnten siegen. "Darüber haben wir aber überhaupt noch nicht nachgedacht", betonte Gregoritsch.

Gegen den FC Kärnten treten die Burgenländer wieder als "Underdog" an. "Die Klagenfurter sind klarer Favorit und normalerweise eine Nummer zu groß für uns. Aber wir haben dort nichts zu verlieren", erklärte Gregoritsch, der einem weiteren Cup-Heimspiel nachtrauerte. "Das wäre nicht nur für uns, sondern für ganz Fußball-Österreich ein Hit gewesen, denn da hätten wir wieder eine Rekord-Kulisse gehabt." (APA)

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    Coach Walter Schachner wandte sich entsetzt ab. Für seine Grazer Rotjacken ist das Abenteuer Cup erledigt.

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    Auf der anderen Seite kam Freude auf: Werner Gregoritsch (li) gratulierte dem Torschützen Herfried Sabitzer.

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