Markteintritt von Multis muss Kleinen nicht schaden

10. April 2003, 14:12
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Brau-Verband: Passierte auch in Schweiz und Italien nicht

Wien - Der Brauereiverband hat keine Sorge, dass der Einstieg eines internationalen Bierriesen bei der österreichischen Brau Beteiligungs AG (BBAG) auch die kleineren Konkurrenten im Lande in Verkäufe oder Allianzen zwingt. Österreichs Brauwirtschaft sei "gut aufgestellt", anders als der fragmentierte deutsche Biermarkt. "Und es gibt kein Gesetz, dass bei einem Eintritt eines Großen die Kleinen darunter leiden müssen", sagte am Donnerstag Johann Sulzberger, Präsident des österreichischen Brauereiverbandes. Dies hätten die Schweiz oder Italien gezeigt.

Sulzberger ist Vorstand des Biermarktführers Brau Union Österreich, die in der börsenotierten BBAG-Gruppe operativ für das inländische Biergeschäft zuständig ist. Über den Stand der Partnerverhandlungen auf Eigentümerebene machte er heute bei der Verbands-Pressekonferenz keinerlei Angaben.

Eigenständigkeit verlieren

In einer Studie hatte jüngst das Beratungsunternehmens "Contrast" die Erwartung geäußert, dass in den nächsten Jahren einige weitere mittelgroße Brauunternehmen ihre Eigenständigkeit verlieren werden. Als "mittelgroß" definiert Contrast in Österreich Brauereien mit einem Ausstoß von rund 200.000 bis knapp 1 Million Hektolitern.

Beim Marktführer Brau Union selbst kommen wie berichtet 5 der 8 Konzernstandorte in Österreich auf jeweils mehr als eine Million Hektoliter.

Bierausstoß erhöht

Die gesamte österreichische Brauwirtschaft hat 2002 ihren Inlands-Bierausstoß um 1,5 Prozent auf 8,3 Millionen Hektoliter erhöht. Österreich war damit das einzige Land Westeuropas mit einem Ausstoßzuwachs. Sulzberger: "Nach einer jahrelangen Durststrecke haben die Österreicher erstmals wieder mehr Bier getrunken", der Pro-Kopf-Absatz ist von 107,4 auf rund 109 Liter angestiegen.

Geboomt haben Biermischgetränke (wie Radler), den Markt dominieren weiter Lager/Märzenbier (56,6 Prozent Marktanteil), Zuwächse gab es auch zuletzt bei Weizen- oder Weißbier. Gerade für Weizen- und Weißbier ist für die Brauer Ostösterreich ein "Hoffnungsgebiet." (APA)

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