Mehr Tote und Verletzte in Wien

10. April 2003, 14:08
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Von den 45 Toten waren 30 Fußgänger - nach Verkehrsunfallbilanz 2002 kündigt Polizei Null-Toleranz bei Geschwindigkeitsübertretungen an

Wien - Auf Wiens Straßen hat es im Jahr 2002 einen deutlichen Anstieg der Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden gegeben. Insgesamt 5.281 Mal "krachte" es, dabei wurden 6.716 Menschen verletzt und 45 getötet (2001: 5.018 Unfälle, 6.383 Verletzte, 42 Tote).

Die Schulwegunfälle stiegen von 65 auf 82. Auch die Zahl der verunglückten Radfahrer erhöhte sich: Nach 452 Unfallopfern im Jahr 2001 wurden nun 604 registriert, fünf von ihnen starben.

Neue Berechnungsmethode

Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) betonte bei der Präsentation der Zahlen am Donnerstag, dass der Anstieg großteils auf eine neue Berechnungsmethode bei der Statistik zurückzuführen sei: Nachträglich gemeldete Personenschäden seien erstmals verstärkt berücksichtigt worden. Ohne diese Unfälle seien die Zahlen generell etwa gleich geblieben. Außerdem sei der Radverkehr generell gestiegen.

45 Tote

Zu Schaden kamen vor allem die schwächsten Verkehrsteilnehmer: Von den 45 Getöteten waren 30 Fußgänger.

Oberst Franz Stockinger von der Bundespolizeidirektion Wien kündigte deshalb an, dass künftig bei Geschwindigkeitskontrollen die Toleranz auf "Null-Level" gesenkt werde. Lediglich die Messungenauigkeit der Geräte von plus/minus 5 Stundenkilometern werde den Fahrern zu Gute gehalten. Denn, so der Polizeioberst: "10 km/h schneller bedeutet beim Anhalteweg für einen älteren Menschen den Tod oder schwerste Verletzungen."

Neues digitalesb Radarmessgerät

Erstmals zum Einsatz kommt heuer auch ein digitales Radarmessgerät, das die Daten direkt in Roßauer Kaserne übermittelt. Im Kaisermühlentunnel der Donauuferautobahn wird außerdem die "Section Control" eingeführt - eine neue Überwachungsmöglichkeit der Durchschnittsgeschwindigkeit durch Messungen an der Tunnelein- und ausfahrt. Auch Alkohol- und Drogentests werden laut Stockinger verstärkt.

Lichtoffensive

Zusätzlich sollen weitere Maßnahmen zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten gesetzt werden. Geplant ist auch eine Lichtoffensive, bei der schneepflugsichere Fahrbahnrückstrahler auf Bodenmarkierungen sowie LED-Leuchten an Bordsteinen und Verkehrsinseln zum Einsatz kommen sollen. Für Volksschüler wird verstärkt die Radfahrprüfung angeboten, und auch die Erstellung von Schulwegplänen wird forciert.

Verlegung des Ring-Radwegs in die Nebenfahrbahnen

Mehr Sicherheit für Radfahrer forderte am Donnerstag der Klubobmann der Wiener Grünen, Christoph Chorherr. Er forderte vor Journalisten die Verlegung des Ring-Radwegs in die Nebenfahrbahnen. Im Bereich Oper müsse dies kurzfristig stattfinden, um die ärgsten Gefahrenstellen rasch zu entschärfen. (APA)

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