Pensionskürzung: EU-Beamten wollen streiken

10. April 2003, 13:08
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Kürzung auch von Österreich gefordert - Gewerkschaften haben für Freitag zum Streik aufgerufen

Brüssel - Für den morgigen Freitag haben einige Gewerkschaften der EU-Beamten zum Streik aufgerufen. Ihr Zorn richtet sich gegen eine Kürzung der Pensionen, die von acht Mitgliedsländern, darunter Österreich, gefordert wurde.

Bisher erhalten EU-Beamte für jedes abgeleistete Dienstjahr zwei Prozent ihres letzten Gehaltes als Pension. Nach 35 Jahren kommen sie so auf einen maximalen Pensionsanspruch von 70 Prozent ihres letzten Gehaltes.

Dänemark, Deutschland, Irland, die Niederlande, Finnland, Schweden, Großbritannien und Österreich wollen nun den Pensionsanspruch pro Dienstjahr von zwei Prozent auf 1,75 Prozent absenken, erläuterte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag vor der Presse.

Erhöhung des Pensionsalters geplant

Die EU-Kommission selber habe sich dieser Forderung nicht angeschlossen. Sie wolle die Pensionsansprüche im Wesentlichen unangetastet lassen, zugleich aber sicherstellen, dass die Pensionen ihrer Mitarbeiter aus den Beiträgen der aktiven Beamten finanziert werden können. EU-Beamte haben derzeit mit 60 das Recht in Pension zu gehen und müssen mit 65 aufhören. Die acht Mitgliedsländer wollen das Pensionsantrittsalter auf 63 erhöhen.

Dabei werde aber nicht berücksichtigt, dass EU-Beamte im Schnitt erst mit 32 Jahren ihren Dienst antreten, so der Sprecher. Auch ginge sie im Schnitt später in den Ruhestand, als die Mitarbeiter nationaler Behörden. Dennoch gebe es Erklärungsbedarf, nachdem die EU-Kommission selber in ihrem am Mittwoch veröffentlichten wirtschaftspolitischen Leitlinien den Mitgliedsländern nahe gelegt hatte, das Pensionsantrittsalter zu erhöhen, räumt der Sprecher ein.(APA)

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