Sicherheit versus Gewicht

15. März 2010, 16:52
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Das Sicherheitsplus, welches durch Helme und Gurte entstand, kann man heute nicht mehr so einfach holen

Die Forderung nach leichteren Autos, um den Energieverbrauch zu verringern, hat immer auch eine Sicherheitsdiskussion zur Folge. Tatsächlich wurden die Autos mit jeder Verschärfung der Crashtest-Bedingungen immer schwerer. Und noch immer könnte man eine höhere Aufprallgeschwindigkeit als die üblichen 64 km/h fordern. Niemand traut sich dies angesichts einer weiteren drohenden Gewichtszunahme.


Die Argumentation der Autoindustrie erscheint auch nachvollziehbar: Da in der passiven Sicherheit nicht mehr viel Spielraum für Verbesserungen besteht, wäre es jetzt besonders wichtig, anstatt der Unfallfolgenminderung überhaupt die Anstrengungen in Sachen Unfallvermeidung zu verstärken.
Und dieser Prozess ist längst im Gang. Im Wesentlichen hat er mit dem ABS in den 1980er-Jahren begonnen und mit dem ESP einen Höhepunkt erreicht. Inzwischen wird unter dem Begriff Assistenzsysteme weiter an technischen Helfern gearbeitet, die jedwedem Crash vorbeugen sollen (automatische Notbremsung, Totwinkel-Assistent etc.).


Tatsache ist allerdings, dass die objektive Bewertung der Nützlichkeit von Sicherheitseinrichtungen sehr schwierig ist. So gravierende Verbesserungen wie etwa durch den Sicherheitsgurt oder die Motorrad-Helmpflicht sind von keiner noch so ausgefeilten Einrichtung mehr zu erwarten, zumal das Autofahren bereits mehr als viermal so sicher ist als zu den schlimmsten Zeiten Anfang der 1970er-Jahre, jedenfalls laut Todesopferzahlen. Wollen wir mit schlanken, leichten Autos künftig so sicher unterwegs sein wie gewohnt, erscheinen Assistenzsysteme jedenfalls, weniger aus Komfort- denn vielmehr aus Sicherheitsgründen, unverzichtbar. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/12.3.2010)

  • Helme sind nicht nur sicher, sie verschönern auch manches Gesicht.
    foto: wolf-dieter grabner

    Helme sind nicht nur sicher, sie verschönern auch manches Gesicht.

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