Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz spricht am Freitag mit Papst über Missbrauchsfälle
Vatikanstadt - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wird am Freitag mit Papst Benedikt XVI. über die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen in Deutschland sprechen (11.30 Uhr). Danach will Zollitsch am Mittag (13.00 Uhr) die Öffentlichkeit über das Treffen informieren.
Der Erzbischof war bereits am Mittwoch zu seinem turnusgemäßen Besuch nach Rom gereist. Der Vatikan hatte der deutschen katholischen Kirche zuletzt bescheinigt, "schnell und entschlossen" auf die Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben.
"Teufelskreis"
Papst Benedikt XVI. hatte zuvor einen "Teufelskreis" von Glaubensschwund und Verlust eines Sündenbewusstseins beklagt. Priester müssten sich ihrer Grenzen und ihrer Vergebungsbedürftigkeit bewusst sein, um auf dem "Weg der Heiligkeit" zu bleiben, so der Papst laut Kathpress.
Die "lustbezogene" Gegenwartskultur helfe keineswegs bei einer Unterscheidung zwischen Gut und Böse oder bei der Reifung eines Sinns für die Sünde, sagte Benedikt XVI. demnach am Donnerstag bei einem Empfang für die Apostolische Pönitentiarie. Dieses Vatikangericht ist für Gnadenerlasse bei Vergehen innerhalb der katholischen Kirche zuständig.
Der Papst erinnerte die Priester an den hohen Anspruch ihrer Berufung. Nur wer täglich selbst zur "lebendigen und klaren Präsenz Christi" werde, könne in den Menschen einen Sinn für Schuld und den Wunsch nach Vergebung wecken. Nötig sei dafür eine dauernde asketische Haltung, ermahnte Benedikt XVI. Es gehe um die Fähigkeit, Anpassung und Kompromisse zu vermeiden. (APA)