Vatikan

Papst appelliert an die Priester

12. März 2010 07:19

Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz spricht am Freitag mit Papst über Missbrauchsfälle

Vatikanstadt - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wird am Freitag mit Papst Benedikt XVI. über die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen in Deutschland sprechen (11.30 Uhr). Danach will Zollitsch am Mittag (13.00 Uhr) die Öffentlichkeit über das Treffen informieren.

Der Erzbischof war bereits am Mittwoch zu seinem turnusgemäßen Besuch nach Rom gereist. Der Vatikan hatte der deutschen katholischen Kirche zuletzt bescheinigt, "schnell und entschlossen" auf die Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben.

"Teufelskreis"

Papst Benedikt XVI. hatte zuvor einen "Teufelskreis" von Glaubensschwund und Verlust eines Sündenbewusstseins beklagt. Priester müssten sich ihrer Grenzen und ihrer Vergebungsbedürftigkeit bewusst sein, um auf dem "Weg der Heiligkeit" zu bleiben, so der Papst laut Kathpress.

Die "lustbezogene" Gegenwartskultur helfe keineswegs bei einer Unterscheidung zwischen Gut und Böse oder bei der Reifung eines Sinns für die Sünde, sagte Benedikt XVI. demnach am Donnerstag bei einem Empfang für die Apostolische Pönitentiarie. Dieses Vatikangericht ist für Gnadenerlasse bei Vergehen innerhalb der katholischen Kirche zuständig.

Der Papst erinnerte die Priester an den hohen Anspruch ihrer Berufung. Nur wer täglich selbst zur "lebendigen und klaren Präsenz Christi" werde, könne in den Menschen einen Sinn für Schuld und den Wunsch nach Vergebung wecken. Nötig sei dafür eine dauernde asketische Haltung, ermahnte Benedikt XVI. Es gehe um die Fähigkeit, Anpassung und Kompromisse zu vermeiden. (APA)

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misty river
12.03.2010 13:55
Warmduschen in Klöstern gehört verboten

kaltes Wasser hingegen schockt die Sinne und schärft die Gedanken.

Grantscherben
12.03.2010 12:27

Schönporn und seine Umkehr. haha ... Umkehren in die 50er und 60er Jahre und wieder alles vertuschen. Wir werden doch nichts Schlechtes über den Herrn Pfarrer sagen - oder?...

mabaalti
12.03.2010 12:14
... "lebendigen und klaren Präsenz Christi" ...

Was war dann der Krenn ?

mabaalti
12.03.2010 12:16
" eine dauernde asketische Haltung "

die hatte der Krenn mit Sicherheit :-)

joekrax
12.03.2010 12:05
De delictis gravioribus

http://www.jungewelt.de/2010/02-22/004.php
Die Rede ist jetzt von den zwei lateinischen Geheimschreiben, die im Tresor jedes Bischofs verschlossen liegen. Das erste stammt von Kardinal Ottaviani von 1962 und heißt: Crimen sollicitationis (Verführung zu sexuellen Handlungen). Das zweite stammt von Kardinal Ratzinger, ist aus dem Jahr 2001 und heißt: De delictis gravioribus (Von den schwersten Verbrechen). In diesen beiden Geheimschreiben wird die »ausschließliche Kompetenz des Vatikans«, was Pädophiliefälle anbelangt, betont und werden sämtliche Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Pädophiliefälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden.

Schlapsi
12.03.2010 12:45

Dir glaub ich alles ungeschaut, denn Du bist der größte ....

standardabweichung
12.03.2010 11:42

der letzte pontifex pflegte sich noch zu geißeln - auch ein vertreter der gegenwärtigen lustkultur. benedikt gönnt sich ja ausser prada nix

Der Große von Gegenüber
12.03.2010 11:45

außer a poa Weißwürscht und a Weißbier ...

die Resi-Tant Evil
12.03.2010 11:39
Das Problem, knapp umrissen:

Die reale Welt befindet sich im Jahr 2010.
Die Kirche befindet sich weltanschaulich im Jahr 1910.

Eine von vielen Auswirkungen dessen ist, die Kirche löst ihre internen "Kalamitäten" wie anno dazumals 1910.
Und nicht nur klappt das im Jahr 2010 nicht mehr, sondern vor allem kann die Kirche nicht damit umgehen, dass dies heute nicht mehr so klappt wie früher.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
12.03.2010 11:30
Meine Güte

Die oberste Vorsteherdrüse der kath. Kirche brabbelt wieder Heiliges, daß die Milch sauer wird.

kojoe
12.03.2010 11:27

Ich (atheistische veranlagt) schätze die Meinungen der Kirche. Sei es zur gegnwärtigen Lage der Sexualität oder auch zur Abtreibung. Es hält die Möglichkeit offen, den Kern der Dinge zu bewahren.
Der Teufel steckt in der (autoritären) Organisation und in der faschistoiden Propaganda des Glücks. Die Kirche ist u.a. ein Sammelbecken für die Aussichtslosigkeit im Diesseits - darum organisiert sie sich systemisch abgeschlossen.

Die wahre Aufgabe zur Minimierung der Anzahl missbrauchende Priester, Väter, Mütter, Tanten, Lehrer usw. bestünde in einer Erweiterung des (Glücks)Horizonts für die ausgegrenzten Heranwachsendnen. (Eine Gruppe die ihre Erscheinungsform ständig verändert...)

Schüssel Biograf Walter Moers
12.03.2010 11:19

Nicht nur WAS der Papst sagt, auch die Art und Weise, WIE er redet!

Ich bezweifle, dass er der richtige ist, um mit diesen Problemen fertig zu werden.


Ar Mutschgerl
12.03.2010 11:18
Papst appelliert an die Priester:

"Lasst euch nicht erwischen!"

Schlapsi
12.03.2010 12:47

Dich hat s schon erwischt, aber etwas anderes, die geistige Umnachtung!

Mr. Karnickel
12.03.2010 11:18
Schon irgendwie lustig ...

wenn ein über 80jähriger etwas von "lustbezogener Gegenwartskultur" daherschwafelt und selbst wohl die letzten 60 Jahren wohl keinen Sex mehr hatte, geschweige denn irgendwelche Zärtlichkeiten mit einem Partner ausgetauscht hat.

defcon I
12.03.2010 11:42
daaaa..

würd ich nicht drauf wetten.. da gabs sicher reichlich Parktika... ähhhm Ministranten..

ImmerSachlich
12.03.2010 10:52
Den Zölibat gibt es auch noch in 1000 Jahren

Weil einfach bei dessen Abschaffung wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen würden.
Für die Familie bzw. im Todesfall für die Hinterbliebenen müsste gesorgt werden (Witwen- Waisenpensionen, Wohnrecht im Pfarrhaus, Krankenversorgung, ...)
Also wird man "mit großer Sorge" früher oder später wieder zur Tagesordnung übergehen und weiterhin den Zölibat scheinheilig als "gottgewollt" hinstellen.
Die Frage stellt sich dann, ob die Kirche in Europa eines Tages zu einem kleinen elitären Kreis schrumpft und ob Europa über kurz oder lang aus islamistischen Staaten bestehen wird (bekanntlich gibts ja beim Islam keinen Austritt).

Lectrice
12.03.2010 11:57

Elitär heisst heraus-, hervorragend.

Irgendwie passt das für mich nicht wirklich zu dem Verein - die Punkte in denen die Kirche immer wieder "elitär" auffällt sind nicht unbedingt rühmliche.

www10002
12.03.2010 10:34
Der Vatikan hatte der deutschen katholischen Kirche zuletzt bescheinigt, "schnell und entschlossen" auf die Missbrauchsvorwürfe reagiert zu haben


Für kirchliche Verhältnisse wahrlich schnell, da hat "der Vatikan", der sonst mindestens 400 Jahre für grundlegende Entscheidungen braucht, recht.

Es hat durchschnittlich nur 50 Jahre gedauert und viele Fälle sind bekanntlich verjährt.

misty river
12.03.2010 10:30
Vatikan sollte Tonnen von Brom verteilen

das dämpft die Gelüste der Kleriker.

Jürgen Rembremerding
 
12.03.2010 11:05
Das kann man selber erzeugen:

Man nimmt Brombeeren und wirft sie auf die Erde. Durch die kinetische Energie verbinden sich die Beeren aus den Brombeeren mit der Erde zu Erdbeeren und das Brom wird frei!

Naschgul
12.03.2010 10:18

Soso, die "lustbezogene Gegenwartskultur" ist also an allem Schuld. Irre, was sich in diesem Schädel abspielen muss. Wenn ich könnte, würde ich wieder und wieder aus diesem verlogenen, widerlichen Verein austreten.

Plus Lucis
12.03.2010 10:18

Ist es lange her, dann wird auf die Verjährung verwiesen.
Ist es nicht lange her, dann ist die lustbezogene Gegenwartskultur schuld.

Offenbar sind die Leute in den Machtpositionen unfähig, sich mit den Opfern zu identifizieren und zu verstehen, dass der Gegenwind für die Kirche von diesen unmöglichen Reaktionen kommt.

austria_traveller
12.03.2010 09:57
Nur wer täglich selbst zur "lebendigen und klaren Präsenz Christi" werde

Ich kann mir nicht vorstellen das der Papst und seine Jungs in Rom auch nur annähernd nachvollziehen können, was hier passiert ist.

Angelika70
12.03.2010 10:01

Ich kann mir das durchaus vorstellen. Recherchieren sie, welchen Posten der Pabst vor seiner Ernennung bekleidete. Er weiß besser als jeder andere, wozu die Kirche fähig war und ist.

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