Die Stadt an der Sonne

15. Oktober 2007, 06:00
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Die solarCity in Linz setzt Maßstäbe für nachhaltiges Wohnen -- großes internationales Interesse inklusive

Umweltverschmutzung, hohe Energiepreise und die Debatte um den Klimawandel wecken den Bedarf nach neuen städtischen Konzepten. Kein Wunder also, dass die solarCity in Linz durch ihr Konzept für nachhaltige Städteentwicklung international großes Interesse hervor gerufen hat.

 

 

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Nachhaltigkeit hat in Linz Programm. Durch einen Gemeinderatsbeschluss im Jänner 1991 trat die Stadt Linz dem internationalen "Klimabündnis" bei. Im Rahmen der "Linzer Agenda 21" wurde ein konkretes Handlungsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Linz erarbeitet.

Ein zentrales Projekt stellt dabei die solarCity am südlichen Stadtrand im Seenbezirk Pichling dar. Im Laufe von sechs Jahren wurden 1.300 Wohnungen errichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 190 Millionen Euro, knapp zwei Drittel entfielen auf den Wohnbau, ein Drittel auf die Infrastruktur. Das Projekt wird von der EU und dem Land Oberösterreich gefördert.

Ein Drittel des Warmwassers durch Kollektoren

Grundlegend ist die Montage von zahlreichen Solarkollektoren auf den Hausdächern, sie tragen aktiv zur Warmwassererwärmung bei. Insgesamt installierten die zwölf Wohnungsgesellschaften etwa 3.500 Quadratmeter an Solaranlagenfläche auf den Dächern ihrer Gebäude. Generell sollten in der solarCity mindestens 34 Prozent des Warmwassers der Wohnanlagen mit Sonnenenergie abgedeckt werden. Tatsächlich erreichen die Solaranlagen in der solarCity einen Deckungsgrad um die 50 Prozent.

Durch die umfassende Nutzung der Sonnenenergie, durch Niedrigenergiebauweise und die Vermeidung einer sommerlichen Überhitzung konnte der Energiebedarf stark gesenkt werden. Die Abdeckung des restlichen Wärmebedarfs erfolgt durch Kraft-Wärmekopplung durch die Fernwärme. "Das ist eine Technik zur gleichzeitigen Umwandlung von Strom und Wärme, es wird also auch die Wärme genutzt, die bei der Stromerzeugung entfällt", informiert Gerhard Utri vom Umwelt- und Technik-Center der Stadt Linz.

Ausrichtung der Häuser nach solaren Gesichtspunkten

In der solarCity finden sich viele verschiedene Varianten der solaren Bauweise. Die Bandbreite reicht von ostwest- orientierten Baukörpern mit großformatigen Fensterflächen über süd-orientierte Häuser mit sechs Meter hohen Wintergärten als Solarfassade bis hin zu Passivhäusern in unterschiedlichen Bauweisen.

Wesentliches Element der solaren Architektur ist die städtebauliche Ausrichtung der Gebäude nach solaren Gesichtspunkten. Die Abstände zueinander und die Höhen der Gebäude wurden so gewählt, dass auch in den Wintermonaten die Sonne direkt in die Wohnräume gelangen kann. Daneben wurde ein Schwerpunkt auf gute Wärmedämmung der Häuser gesetzt.

  • Auch der Kindergarten entspricht dem Solar-Konzept der Stadt.
    foto: solarcity linz

    Auch der Kindergarten entspricht dem Solar-Konzept der Stadt.

  • Die Abstände und die Höhen der Gebäude ermöglichen, dass auch im Winter die Sonne direkt in die Wohnräume scheint.
    foto: solarcity linz

    Die Abstände und die Höhen der Gebäude ermöglichen, dass auch im Winter die Sonne direkt in die Wohnräume scheint.

  • Die zwölf Wohnungsgesellschaften installierten rund 3.500 Quadratmeter an Solaranlagenfläche.
    foto: solarcity linz

    Die zwölf Wohnungsgesellschaften installierten rund 3.500 Quadratmeter an Solaranlagenfläche.

  • Das Bild zeigt die solarCity im August 2006 aus der Vogelperspektive.
    foto: solarcity linz

    Das Bild zeigt die solarCity im August 2006 aus der Vogelperspektive.

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