Durch die Nacht ohne Fleischeslust

29. Februar 2008, 11:13
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derStandard.at hat im Selbstversuch getestet, wo Vegetarier in Wien vor oder nach einer Party gut und gesund essen können

Abseits von Burenwurst und Kebab: Wo findet der hungrige Vegetarier nach Einbruch der Dunkelheit noch etwas zu essen – sei es als sättigende Unterlage für eine lange Nacht oder in den frühen Morgenstunden, wenn beim Heimweg der Magen knurrt. Ist das überhaupt gesund und wie schmeckt das? derStandard.at hat einige Wiener Lokale besucht und eine Auswahl an Empfehlungen zusammen gestellt. Ergebnis: Wer sucht, der findet.

Wien, Mitte November, 23 Uhr, leichter Schneefall. Wer zwischen Hauptuniversität und Uni Campus unterwegs ist, hat es nicht weit zur Lenaugasse 4. Ein kleines Lokal bietet vegane Curries in großen Portionen an. Die Curryinsel hat täglich außer Montag bis 24 Uhr geöffnet. Auf der Speisekarte finden sich viele preiswerte und gesunde vegetarische Speisen, Veganes ist mit Sternchen gekennzeichnet. Besonders empfehlenswert sind die Gemüsecurries in verschiedenen Variationen.

Fazit: Günstig, gut, bekömmlich, viel Gemüse und Reis.

Gulasch und Chilli ohne Fleisch

Rupps Beisl in der Arbeitergasse im fünften Bezirk bietet als Unterlage für eine lange Partynacht bis 23 Uhr vegetarische und vegane Küche, darunter ein köstliches fleischloses Gulasch. Bei warmen Speisen wie Hirse-, Soja- und Gemüseburgern oder einem kleinen Chilli sin Carne ist man unter fünf Euro dabei.

Fazit: Die Gerichte stellen eine nette Abwechslung dar, sind sättigend und nicht zu teuer.

Täglich mindestens ein vegetarisches Gericht

Ebenfalls im fünften Bezirk befindet sich das WerkzeugH, das vor kurzem seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Das Lokal mit der Glasfassade verdankt seinen Namen der aufgelassenen Firma Werkzeug Huber. Die versteckten Kartoffeln mit Pilzen und Kräuterrahm sind am Testtag eine Gaumenfreude. Doch das Menü wechselt regelmäßig. Von 18 bis 24 Uhr werden meistens drei warme Speisen geboten, davon mindestens ein vegetarisches Gericht.

Fazit: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut, das Essen frisch und die Kellner freundlich.

Die besten Falafel der Stadt

Seit einigen Jahren werden die frittierten Bällchen aus Kichererbsen- oder Bohnenpaste immer beliebter. Viele Kebab-Stände bieten Falafel-Sandwiches als fleischlose Alternative an. Empfehlenswert sind, genau wie für Kebab, dicht frequentierte Stände, weil dadurch Frische gewährleistet wird.

Die "besten Falafel der Stadt" verspricht das Maschu Maschu am Rabensteig im ersten Bezirk und in der Neubaugasse im siebten Bezirk. Für die Falafel im Maschu Maschu werden nur natürliche Zutaten nach einem original israelischen Rezept verwendet. Ein Falafel Kebab mit Sauerkraut gibt es schon ab drei Euro. Wer mehr investieren will, ist mit einer vegetarischen Platte gut aufgehoben. Allerdings sind die Portionen so groß, dass man sie bei mittlerem Hunger auch gut teilen kann. Das Maschu Maschu im ersten Bezirk hat von Donnerstag bis Samstag bis vier Uhr Früh geöffnet.

Fazit: In einem Falafel Kebab herrscht die perfekte Mischung aus Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett und Vitaminen.

Szenelokal in Uninähe

Wer nach Mitternacht Hunger verspürt, ist im Cafe Stein richtig. Entstanden aus einer Bäckerei, avancierte das Lokal hinter der Votivkirche schnell zum Szenelokal für Studierende. Bis ein Uhr Nachts ist die Küche offen und Vegetarier können hier das ein oder andere Gustostück finden: Von kleineren Snacks wie Tramezzini mit Paradeisern, Mozzarella und Basilikum bis zu Spinatstrudel mit Sauerrahm oder Pilzgröstl wird hier der Gaumen von mittlerer bis gehobener Preisklasse verwöhnt.

Fazit: Die Gerichte schmecken sehr gut, enthalten viele Vitamine und Kohlenhydrate, sind aber nicht wirklich für schmale Geldbörsen geeignet.

Zufluchtsort mit Fladenbrot-Toast

Das Jetzt am Parhamerplatz im 17. Bezirk will "Zufluchtsort für Schüler, Studenten und sonstige geschätzte, helle und waache Köpfe von Ottakring bis Gersthof" sein – was dem Lokal dank seiner langen Küchenöffnungszeiten gut gelingt. Montag bis Samstag ist bis vier Uhr Früh geöffnet, Sonntags bis zwei Uhr. Fladenbrot-Toasts um drei Euro werden nach Wunsch befüllt, daher kann der Vegetarier Fleisch vermeiden.

Fazit: Sympathisches Lokal mit preiswertem Imbiss.

Für Nachtschwärmer und Frühaufsteher

Das legendäre Cafe Drechlser an der linken Wienzeile setzt schon mit seinen Öffnungszeiten Zeichen: Das Lokal hat fast täglich 23 Stunden geöffnet. Der alte Drechsler-Klassiker gebratene Eiernockerl ist immer empfehlenswert, dazu wird ein großer Salat serviert. Das Frühstück im unlängst renovierten Lokal gibt es übrigens von drei Uhr Früh bis zwei Uhr Nachts und kann individuell zusammengestellt werden.

Fazit: Auf der Speisekarte finden sich einige fleischlose Gerichte in mittlerer Preisklasse.

Nachtschwärmer, die durchgehalten haben, und lieber mehr Vitamine zu sich nehmen wollen, können gleich gegenüber am Naschmarkt mit frischen Früchten, Sesambrot, Käse und türkischem Honig den Tag beginnen oder beenden.

Fazit: Der Naschmarkt bei Sonnenaufgang ist ein Erlebnis, dass man nicht versäumen sollte. (jus/ derStandard.at)

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