Literaturinstitution künftig mit mehr Fassungsvermögen
Wien - Die Wiener Literaturinstitution "Alte Schmiede" wird bis Herbst 2010 für rund 900.000 Euro umgebaut. Dadurch soll die Veranstaltungsstätte in der innerstädtischen Schönlaterngasse besser strukturiert und mit mehr Fläche ausgestattet werden. Die augenscheinlichste Veränderung: Der größte Raum, das "Literarisches Quartier", wird vom Hof in den Keller verlegt. Zudem wird ein neuer Eingang geschaffen, wodurch Besucher nicht mehr den Umweg über den Innenhof nehmen müssen, sondern die Kultureinrichtung direkt von der Straße betreten können.
Die Umgestaltung sei so organisiert, dass es voraussichtlich zu keiner Einschränkung des Betriebs kommen werde, freute sich Walter Famler, Geschäftsführer des Betreibers "Kunstverein Wien", in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Laut Famler wird sich an der programmatischen Ausrichtung der Alten Schmiede Neu nichts verändern.
Die Stadt schießt für die Neustrukturierung 50.000 Euro zu. Zudem werde die jährliche Förderung durch die geplante Intensivierung des Programms auf 1,4 Mio. Euro erhöht, kündigte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny an. Schließlich gehöre das "intellektuelle Wohnzimmer" mit seinen mehr als 250 kostenlos zugänglichen Programmpunkten pro Jahr zu den wichtigsten kulturellen Nahversorgern im Herzen Wiens.
Fassungsvermögen verdoppelt
Bernhard Schrattenecker, dessen Architekturbüro für den Umbau verantwortlich zeichnet, nannte als primäres Ziel des Vorhabens die Trennung von Besucherströmen und Anrainern. Schließlich sind die Räumlichkeiten, in denen neben Lesungen auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen über die Bühne gehen, in einem mehr als 300 Jahre alten Wohnhaus untergebracht.
Künftig werden Kunstinteressierte über einen neuen Eingangsbereich Einlass finden. Dieser wird direkt in jenes Gewölbe führen, dass der Schmiede seinen Namen gibt - die ehemalige Schmiedewerkstatt. Über Treppen werden dann sämtliche andere Bereiche miteinander verbunden sein. Im Untergrund wird das "Literarische Quartier" einziehen, wodurch das Fassungsvermögen von derzeit knapp 100 Personen verdoppelt wird.
Bühne und Publikumsfläche sollen flexibel sein, grundsätzlich aber die Arena-Anordnung erhalten bleiben. Der jetzige, im Hof untergebrachte Saal wird künftig nicht mehr kulturell genutzt, sondern vom Hauseigentümer voraussichtlich für den Wohnbereich des Gebäudes adaptiert.
Im ersten Stock werden hingegen die Büros des Kunstvereins zusammengelegt, um nicht nur die Arbeitssituation zu erleichtern, sondern zudem Seminare, Tagungen oder Pressekonferenzen optimaler abhalten zu können.
Die eigentliche Schmiedewerkstatt im Parterre sowie die angrenzende, erst 2008 eröffnete Galerie der Literaturzeitschriften bleiben in ihrer jetzigen Form bestehen. Insgesamt verfügt die Alte Schmiede nach Ende der Arbeiten über 500 Quadratmeter. (APA)