Privatleben auf social networks fast unwichtig

11. März 2010, 13:26

Auswirkungen nicht so krass, wie bisher angenommen - Trotzdem weiter Eigenverantwortung der Nutzer gefordert

Düsseldorf/Wien - Das Ausbreiten des eigenen Privatlebens in sozialen Netzwerken wie studiVZ, LinkedIn oder Facebook wirkt sich kaum auf den Karriereverlauf aus. Mit diesem Ergebnis einer aktuellen Erhebung lässt die Jobbörse StepStone aufhorchen, nachdem in der Vergangenheit immer wieder vor dem allzu offenen Umgang mit social networks gewarnt worden war. Demnach wird die Mehrheit der Bewerber in einem Vorstellungsgespräch nicht mit den eigenen Profildaten konfrontiert. Experten warnen jedoch davor, zu viel von sich preiszugeben. Auch wenn sich Arbeitgeber mit einer Ansprache auf Profildaten zurückhalten, heißt das nicht, dass sie nicht informiert sind.

Kaum auf Details angesprochen

"Obwohl der Mensch von Grund auf neugierig ist und zukünftige Bewerber zuvor abklopften will, scheint diese Form des Screenings noch nicht sehr verbreitet. Bewerber sollten aber stets damit rechnen, auch auf diese Weise 'überprüft' zu werden", sagt Mario Trusgnach, Geschäftsführer von Adecco Österreich. Dies zeigt sich an den Zahlen. Von den 4.374 befragten deutschen Führungskräften gaben 89 Prozent an, im Vorstellungsgespräch noch nie mit Profildaten konfrontiert worden zu sein.

Nachlässigkeit kann Folgen haben

"Auch wenn sich Personaler während eines Gespräches nicht auf Profilangaben der Bewerber direkt beziehen, heißt das nicht, dass ihnen diese nicht bekannt sind", erläutert Trusgnach. So wurden sieben Prozent der Befragten während einer Bewerbung schon einmal auf ihr Netzwerkprofil angesprochen. Auch behaupten vier Prozent, der Unternehmensvertreter habe sich recherchebedingt auf Informationen aus sozialen Netzwerken bezogen. Dennoch hat sich die Recherchequelle soziale Netzwerke noch nicht so stark etabliert wie bislang gedacht.

Altbewährtes

Demnach setzen Human-Ressource-Verantwortliche in erste Linie nach wie vor auf bewährte Methoden, um herauszufinden, ob ein Kandidat für eine Position geeignet ist oder nicht. Denn eine oberflächliche Recherche führt nicht selten zu einer voreiligen Beurteilung. Dabei stellen die deutschen Ergebnisse einen Trend in der EU dar. "Wer jedoch aus Nachlässigkeit eigene Partybilder oder andere unglückliche Schnappschüsse oder Videos in sozialen Netzwerken öffentlich zugänglich macht, ist selbst Schuld", sagt Trusgnach. (pte)

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18 Postings
super web checker
00
15.3.2010, 01:00

screening? abklopfen? altbewährt?
Ich glaub die Redakteurin hat bei dem Thema keine Ahnung.
Wenn im Internet irgendwelche Spaßfotos auftauchen wird das natürlich gesehen werden. Aber wer sollte sich davor fürchten? Es ist doch fast immer für einen Job irrelevant! Für wie blöd werden Rekruiter gehalten, dass man ihnen nicht zutraut private Erlebnisse und berufliche Eignung zu unerscheiden?

Errorrrrrr
02
12.3.2010, 19:21
Demnach wird die Mehrheit der Bewerber in einem Vorstellungsgespräch nicht mit den eigenen Profildaten konfrontiert.

hier eine weitere sinnlose wahrheit:
bill gates und ich haben im durchschnitt ein jahreseinkommen von 2,5 Milliarden $

RT
00
12.3.2010, 14:07
Glauben Sie wirklich, dass viele Personalisten...

...die Zeit haben/nehmen, im facebook zu "googeln"?

Die lesen doch kaum die Zeugnisse durch, geschweige denn überprüfen die vorgelegte Makulatur auf Echtheit oder Schwindel.

Also vor "facebook-Sünden" braucht sich kaum ein Bewerber zu fürchten...

AlBundyFan
 
00
12.3.2010, 13:41
"Wer jedoch aus Nachlässigkeit eigene Partybilder oder andere unglückliche Schnappschüsse oder Videos in sozialen Netzwerken öffentlich zugänglich macht, ist selbst Schuld"

nein, das ist er nicht wirklich - es ist die schuld der leute, die vorurteilsbehaftet sind und die qualifikation und den einsatz im zukünftigen arbeitsgebiet nach dem aussehen oder verhalten in der freizeit beurteilen.

würde es diese vorurteile nicht geben, wäre es völlig egal ob man irgendwelche partybilder sieht oder nicht.

es wäre also eher angebracht die gesellschaft zu kritisieren, die viel zu schnell menschen falsch beurteilt.

klausenpown
00
12.3.2010, 15:16

Wenns nur so einfach wäre mit 'seine eigenen Partybilder nicht in Facebook laden' - das viel größere Risiko sind andere Leute, die eigenen Partybilder hochladen. Dagegen gibt es quasi keinen Schutz, außer selber ein bisserl dahinter zu sein, wer einen so aller tagt. Übrigens besteht dieses Risiko genauso, wenn man nicht in Facebook angemeldet ist, jemand anders Bilder von mir hochlädt und dazuschreibt, das ist Hansi Meier.

Dazu kommt, dass die neuen Privacy Einstellungen per Default so sind, dass jeder so manche Sachen sehen kann, ohne mit dem jeweiligen User befreundet sein zu müssen.

Dh selbst wenn ich auf meine Privacy achte, kann ein Personaler immer noch auf einen unbedachten Friend klicken und dort meine Partybilder finden...

matt890
00
12.3.2010, 11:36

muss man bei facebook in der regel nicht erst befreundet sein um daten & fotos einsehen zu können?

was hat das privatleben mit der arbeit zu tun? kein seriöser vorgesetzter kann so weltfremd sein

Rhodan73
00
12.3.2010, 12:36

Man kann genau definieren welche Personen oder Gruppen welche Inhalte des Profils sehen oder ob sie eben gar nichts sehen. Solange also der Personalheini nicht zufällig über einen Facebook-Freund Zugriff (und die Wahrscheinlichkeit dafür ist dermaßen gering) hat, kann also REIN GAR NICHTS passieren ...

Errorrrrrr
00
12.3.2010, 19:08
Solange also der Personalheini nicht ... über einen Facebook-Freund Zugriff ... hat

großartige kontrolle, wenn der von mir mühsam abgesicherter account von jedem "freund" in ein glashaus verwandelt werden kann.

klausenpown
01
12.3.2010, 15:18

Wenn dein Freund Partybilder von dir raufgeladen hat und seine Privacy Einstellungen auf 'jeder darf alles sehen gestellt hat' braucht der Personaler nur einen Freund von dir finden und durch seine Partybilder klicken. Vielleicht is da was passendes dabei. Mit den Namenstags braucht er noch nicht mal wissen wie du aussiehst.

Round'n'round it goes
00
12.3.2010, 12:48

Sofern die Person dazu fähig ist, auch die richtigen Einstellungen zu treffen!

Round'n'round it goes
00
12.3.2010, 12:30

Ad "seriöser Vorgesetzter": Ich bekam neulich einen Anruf vom Chef meines Vaters. Mein Vater hatte vom Bürotelefon meine Handynummer gewählt und 3 Minuten mit mir telefoniert (zum 1. Mal in diesem Jahr, wir telefonieren nicht regelmäßig über das Firmentelefon). Der Chef hat meine Nummer gesehen und konnte nicht nachvollziehen, wer ich bin, da die Nummer zu keinem Kunden passte. Also hat er mich angerufen um rauszufinden, mit wem mein Vater (seit über 10 Jahren Mitarbeiter in dem Kleinstbetrieb) denn 3 Minuten gesprochen hat.

So viel zu den Vorgesetzten.

Und theoretisch muss man auf Facebook befreundet sein. Viele geben aber auch so ohne weiteres Profildaten, Fotos öffentlich frei, auch ohne "Freundschaft".

Rhodan73
00
12.3.2010, 12:39

Na, das ist ja tolles Exemplar der Sorte "Chef" ... unglaublich sowas!

Und zur Freigabe des Profils - wer aus Unwissenheit oder Unfähigkeit im Umgang mit dem Medium Internet sein Profil "offen" lässt, ist IMHO selbst schuld ;-)

Freibeuter
010
11.3.2010, 15:12

"Demnach wird die Mehrheit der Bewerber in einem Vorstellungsgespräch nicht mit den eigenen Profildaten konfrontiert"

Aha, und woher wissen wir das, wenn erst gar kein Vorstellungsgespräch zustande kommt?

Errorrrrrr
00
12.3.2010, 19:16
richtig aber blösinn.

die aussage ist schon richtig. nur habe sie nichts davon wenn sie nicht konfrontiert werden weil sie gar nicht eingeladen wurden.

PS:
alle jene die unter 20 bei einem autounfall sterben würden ohne den autounfall <durchschnittsalter> jahre alt werden.

Chief Cohiba
27
11.3.2010, 22:33
Ich vermute...

...hier sehr stark ein gewisses "wishful thinking" als Motivator und Ergebnistreiber der Studie - auch seit den frühen 60ern als "Schweinebuchtler-Syndrom" bekannt!

Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings Gegenteiliges vermelden: Bewerber und -innen wurden von mir/uns aufgrund seltsamer Profilbilder (etwa in Gesellschaft fragwürdiger Politiker, allzu blunzenfett oder auch als Unterwäschemodell) dann doch nicht eingeladen, auch wenn der CV erstmals ansprechend war.

Der Grund war allerdings nicht der Fakt des exzessiven Feierns oder der leichtverhüllten Kurven an sich (manch Politiker schon eher), sondern die Unfähigkeit, mit digitalen Medien umzugehen.

Wenn ähnlich mit unseren Firmendaten umgegangen wird - na, danke...

AlBundyFan
 
02
12.3.2010, 13:44
völliger blödsinn

die mehrheit der menschheit ist dazu fähig zwischen firmendaten und freizeitdaten zu unterscheiden und behandelt diese nicht gleich.

ihre argument wäre richtig, wenn jemand diese bilder frei zugänglich macht obwohl er es eigentlich nicht wollte - aber lt. ihrer ausführung würden sie davon ausgehen, daß er absichtlich firmendaten frei zugänglich macht und nicht aus unfähigkeit.

ihr fehler ist die vermischung von freiwilligkeit und unfähigkeit.

klausenpown
00
12.3.2010, 15:21

Naja wenn Sie sich mit Anzugfoto in der Firma bewerben und der Personaler auf Ihrem Facebookprofil (nur das Profilfoto, das kann man quasi immer sehen, sofern man eines eingestellt hat) auf einen Gehsteig speiben, ist das sehr wohl ein Eindruck - ob privat oder nicht. Denn solche Dinge ergoogelt sich ein Geschäftspartner auch erstmal, nur um mal zu wissen mit wem er es zu tun hat.

super web checker
00
15.3.2010, 01:05

Wenn alle Leute die schon jemals auf den Gehsteig gespieben haben abgelehnt würden, würd es ein paar mehr Arbeitslose geben.

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