Steuer-CD: HSBC vermeldet 24.000 Accounts betroffen

11. März 2010 13:53

Wundersame Vermehrung: Aus den zuvor gemeldeten "weniger als 10" wurden mehrere tausend Fälle -

Die vom Diebstahl von KundInnen-Daten der so genannten "Steuersünder"-CD betroffene Schweizer Bank HSBC hat nun eine Erklärung über die Anzahl der betroffenen Accounts gemacht. Hieß es zu Beginn der Untersuchungen noch von Seiten der Bank, dass "weniger als 10 Accounts" betroffen seien, so sollen es nun 24.000 Accounts sein.

24.000 Accounts

Wie die Nachrichtenagentur Reuters vermeldete, hat HSBC, die größte europäische Bank, in einer Aussendung erklärt, dass der Datendiebstahl 24.000 KundInnen-Accounts betreffen würde. Von Seiten der Bank hatte es bislang stets geheißen, dass "weniger als 10 Clients" betroffen gewesen wären. In dem Statement von HSBC liest man nun: "Der Diebstahl, der durch einen früheren IT-Angestellten der Bank erfolgte, betraf 15.000 bestehende Accounts." Zusätzlich sollen auch 9000 Accounts, die mittlerweile geschlossen wurden, betroffen gewesen sein. Der Datendieb hatte die KundInnen-Daten an die französischen Finanzbehörden übergeben.

Bestätigung

Zum ersten Mal hat eine Schweizer Bank bestätigt, dass eine im Ausland aufgetauchte CD mit Tausenden von gestohlenen Kundendaten aus ihrem Haus stammt. Die Genfer Vermögensverwaltungstochter der britischen Großbank HSBC erklärte am Donnerstag, die im vergangenen Jahr in Frankreich aufgetauchte CD enthalte Daten über rund 15.000 Kunden, die bereits vor 2006 Geschäftsbeziehungen mit der Bank unterhalten hätten. Betroffen sind HSBC-Kunden aus Frankreich. Ob auch Kunden aus anderen Ländern auf der Liste stehen, wollte der Chef der HSBC Private Bank Suisse, Alexandre Zeller, auf Anfrage nicht sagen.

Diplomatischer Streit

Die Bank erklärte dazu wiederholt, sie habe keine Informationen dazu und keine Hinweise darauf, dass Daten bei ihr illegal kopiert worden seien. Als im Dezember eine früherer EDV-Angestellter die CD an die französischen Behörden übergab, spielte die Genfer Bank die Angelegenheit zunächst herunter und sprach von höchstens zehn Kunden, die betroffen sein könnten. In der Folge kam es zu einem diplomatischen Streit zwischen Frankreich und der Schweiz. Die Schweiz forderte zunächst, dass Frankreich die Daten nicht verwenden dürfe, da sie unter Bruch der Schweizer Bankgeheimnisses erlangt worden seien. Die Nachbarn legten ihren Streit im Februar bei und die Regierung in Bern erhielt eine Kopie der Datensätze, die die Behörden Anfang März an die Bank weitergaben.

100 Millionen Franken in die IT-Sicherheit

Offenkundig war es der Bank, die in der Schweiz 100.000 Kunden aus dem In- und Ausland betreut, erst mit der Kopie möglich, die Herkunft der Daten genau festzustellen. Ein früherer Angestellter, der in französischen Medien aufgetreten war, habe die Daten aus dem System der Bank auf seinen persönlichen Computer kopiert, sagte Zeller weiter. Das habe viel Arbeit und eine Menge böswilliger und krimineller Energie erfordert, die die Bank ihre Daten geschützt habe. Seit die Affäre läuft, hat HSBC weitere 100 Millionen Franken für EDV-Sicherheit ausgegeben. Vor einigen Jahren waren bei der Liechtensteiner LGT Bank Daten gestohlen und von der deutschen Bundesregierung aufgekauft worden. Der frühere Postchef Klaus Zumwinkel wurde dann wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Ein deutscher Industrieller, dem ebenfalls Steuerhinterziehung nachgewiesen wurde, verklagte daraufhin die Bank, weil sie ihn nicht auf den Diebstahl hingewiesen hatte und erhielt erstinstanzlich eine Entschädigung in Millionenhöhe zugesprochen.(red/Reuters)

Sushi-Fraß Fresser
10.04.2010 14:41
Ich gratuliere

dem Datendieb zur Entwendung der Daten, den die Folgen seiner Handlungsweise sind sittlich gut. Oder handelt schlecht, wer einer Räuberhöhle ihre Wissensbestände entnimmt? Die sogenannten Datendiebe sind der Sargnagel der organisierten Steuerkriminalität.

Leech
11.03.2010 17:39
*ring ring*

A: Hallo?
B: Guten tag, hier sprich <Name> von der IT, wir haben ein Problem am Mailserver. Wenn sie nicht wollen das ihr gesamtes Postfach weg ist dann bräuchten wir ihr Passwort damit wir einen konklusiven Konvergenz Scan machen können.
A: Aso ok, <Passwort>


solang sowas funktioniert kann in die IT sicherheit investiert werden was will.

Irgendwie glaub ich das Social Hacking total unterschätzt wird.

floh803
11.03.2010 22:13

Von der der Seite eines Angreifers aus gesehen ist es von Anonymität, Sicherheit, Zeitaufand, Spass... etc her viel günstiger, wenn man irgendwo ein "';SELECT * from tbCerdentials;" einbauen kann, oder einen Keylogger automatisiert installieren,

24.000 Leute anrufen und nach ihrem Passwort fragen grenzt ja an Arbeit...

Leech
12.03.2010 09:05
"';SELECT * from tbCerdentials;"

genau...

SQL Injection brints voll weil Windowspasswörter bekannterweise ja im klartext in ner SQL DB gespeichert werden -_-

Ich red ja nicht vom hacken von irgendendeinem Bimbo Webserver.
Ich meinte eher wie man zugang zu nem Firmennetz bekommt.

Tante Herbert
11.03.2010 17:28
*Vor einigen Jahren*

WTF...das war genau vor 2 Jahren!

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